21.06.2017
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Vorsorgemaßnahmen zeigen Wirkung: Weniger Arbeitsunfälle in Österreich

Im Jahr 2016 gab es insgesamt 95.975 Arbeitsunfälle (inklusive Wegunfälle) von unselbstständig Beschäftigten. Im Vergleich zu den absoluten Zahlen aus 2015 lässt sich hier zwar ein Anstieg um 1,4 Prozent erkennen, dafür hat sich aber erfreulicherweise die Unfallrate bezogen auf die Anzahl der Erwerbstätigen verringert. Damit setzt sich der positive Trend der vergangenen Jahre weiter fort. Die Einführung des ArbeitnehmerInnenschutzgesetzes (ASchG) im Jahr 1995 hat wesentlich dazu beigetragen, denn seither haben sich die Unfallzahlen halbiert. Eine absolute Erfolgsgeschichte!

Was gilt als Arbeitsunfall?

Als Arbeitsunfälle werden "plötzliche, von außen auftretende Körperschädigungen" bezeichnet, welche in ursächlichem, örtlichem und zeitlichem Zusammenhang mit der Beschäftigung stehen, welche die Versicherung begründet" bezeichnet  - so das Gesetz. Der Schutz der sozialen Unfallversicherung umfasst auch Ausbildungszeiten im Zusammenhang mit der Erwerbstätigkeit, Wegunfälle von und zur Arbeit sowie Unfälle von Schülern/-innen, Studenten/-innen und Kindern im verpflichtenden Kindergartenjahr.

Aus rechtlicher Sicht ist der Arbeitsunfall klar vom privaten Freizeit- oder Verkehrsunfall abzugrenzen. Die Leistungen der sozialen Unfallversicherung gehen in der Regel weiter als jene der Krankenversicherung und bieten der betroffenen Person somit eine bessere soziale Absicherung.

Oberösterreich Spitzenreiter bei Arbeitsunfällen

Die Unfallstatistik der Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt (AUVA) ermöglicht einen detaillierten Einblick in die Verteilung aller Arbeitsunfälle.Österreichweit ist Oberösterreich mit 19.456 Unfällen zwar Spitzenreiter, allerdings steht diese Zahl in direkter Verbindung mit der hohen Anzahl der Erwerbstätigen. Zudem sind viele Menschen im Industriesektor beschäftigt, der als sehr unfallträchtig gilt. Besser darstellen lässt sich dasArbeitsunfallgeschehen anhand der Unfall-Rate. Oberösterreich liegt mit rund 31 Unfällen pro 1.000 Versicherte über dem Bundesdurchschnitt von rund 28. Nur Salzburg, die Steiermark und Kärnten haben eine höhere Unfallrate.

Wer lange arbeitet, ist mehr gefährdet

Zahlreiche Untersuchungen zeigen, dass das Unfallrisiko im Laufe eines Arbeitstages steigt. Während das relative Risiko bis zur neunten Stunde weitgehend konstant bleibt, ist ab dann ein deutlicher Anstieg zu verzeichnen. 

Hinweis

Obwohl auch die Unfallzahlen im Langzeittrend weiterhin sinken, sind die Beschäftigten im Bauwesen und im Bereich baunaher Dienstleitungen im Vergleich zur Gesamtwirtschaft einem höheren Risiko ausgesetzt. Unfälle, die sich auf Baustellen ereignen, haben im Vergleich zu anderen Wirtschaftszweigen auch häufig schwerere Folgen für die Betroffenen. 


In politischen Debatten über die Arbeitszeit (Stichwort: 12-Stunden-Arbeitstag) werden diese wissenschaftlichen Erkenntnisse leider kaum berücksichtigt: 

  • Nach langen Arbeitstagen beziehungsweise in den Abend- und Nachtstunden nimmt die Müdigkeit zu, die Konzentration sinkt und die Unfallgefahr steigt.
  • Hinzu kommt noch das Risiko des Heimweges, wenn übermüdete Beschäftigte als Verkehrsteilnehmer/-innen zur Gefahr für sich selbst und andere werden können.
  • Um Arbeitsunfälle zu vermeiden, sollten Arbeitszeiten gesundheitsförderlich gestaltet werden und ausreichend Erholungsphasen zur Verfügung stehen, anstatt die Arbeitszeiten auszudehnen.

Vorsorge wirkt

Die sinkenden Unfallzahlen sind ein deutlicher Hinweis darauf, dass sich die Anstrengungen im Bereich der Prävention gelohnt haben. Das ArbeitnehmerInnenschutzgesetz mit seiner Verpflichtung zur Arbeitsplatzevaluierung hat diesen kontinuierlichen Rückgang an Arbeitsunfällen wesentlich beeinflusst. Dieser erfolgreiche Weg sollte weiter verfolgt werden. Um den Veränderungen in der Arbeitswelt zu begegnen, braucht es eine Modernisierung des ArbeitnehmerInnenschutzgesetzes. Das hohe Schutzniveau muss beibehalten oder abgeändert werden.

Bewegen von Lasten

Probleme mit dem Kreuz vermeiden: Wie Sie Lasten richtig handhaben, was die Umgestaltung des Arbeitsplatzes bringt und welche Maßnahmen helfen!

Persönliche Schutzausrüstung

Der Arbeitgeber muss eine individuelle Schutzausrüstung zur Verfügung stellen, wenn Gefahren nicht vermieden werden können.

Baustelle

Eine Baustelle ist eine zeitlich begrenzte oder ortsveränderliche Arbeitsstelle, an der Hoch- und Tiefbauarbeiten durchgeführt werden.

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