Schulkosten-Umfrage der AK zeigt: Der Schulbesuch in Österreich ist eine Kostenfrage


Zwischen Herbst- und Semesterferien gaben Eltern in Oberösterreich für den Schulbesuch ihrer Kinder durchschnittlich 830 Euro pro Schulkind aus - das zeigt die aktuelle Auswertung der Schulkosten Umfrage der AK Oberösterreich. Da 50 Prozent der befragten Eltern zwei oder mehr Kinder haben, summieren sich die schulbedingten Kosten entsprechend auf und belasten das Haushaltsbudget zusätzlich. Für die Hälfte der befragten Familien sind die wiederkehrenden Ausgaben rund um den Schulalltag eine fortlaufende finanzielle Belastung.

Während bereits zu Schulbeginn zahlreiche Anschaffungen die Schulkosten in die Höhe trieben, sind es am Ende des Wintersemesters vor allem die Ausgaben für die Nachmittagsbetreuung sowie Hortbesuche und die Schulausflüge wie z.B. die Wintersportwoche. Immerhin haben die Kinder von 35 Prozent der befragten Eltern im Schuljahr 2025/26 an der Schulskiwoche teilgenommen. Die damit verbundenen Kosten waren für sieben von zehn der Befragten aus dieser Gruppe sehr bzw. eher belastend. 

„Es gibt am Schulanfang sehr viel zu besorgen (Schultasche, Hefte, Bücher, diverse Materialien) und viele andere Ausgaben kommen zum selben Zeitpunkt (Kennenlerntage, Elternverein, Kopiergeld, Wörterbuch usw.). Dazu kommen die Betreuungskosten, die sehr hoch sind mit zwei Kindern. Und das Essen wird zum Beispiel nicht mehr von der Gemeinde gefördert. Die Kosten sind generell höher geworden für uns.“, schildert ein Elternteil im Zuge der Schulkosten-Befragung. 

„Alleinerzieher:innen, Familien mit mehr Kindern aber auch Eltern mit geringerem Einkommen müssen entlastet werden. Die Teilhabe der Kinder in der Schule und eine unbeschwerte Kindheit sollte nicht vom Kontostand der Eltern abhängen. Dafür setzt sich die Arbeiterkammer Oberösterreich auch weiterhin ein“ betont AK-Präsident Andreas Stangl. 

„Da ich alleinerziehende Mutter bin, und mittlerweile die allgemeinen Lebenshaltungskosten extrem sind, ist um Mitte des Monats fast kein Geld mehr übrig. Ohne Unterstützung meiner Mutter (bezieht auch nur geringe Pension) wäre manches gar nicht möglich. Die Freizeitgestaltung und manchmal nachhaltige Lebensmittel leiden sehr darunter“, schildert ein Elternteil im Zuge der Schulkosten-Befragung. 

Angesichts der Teuerungen im Alltag müssen sich viele Familien gravierend einschränken: 

  • Jede zweite Familie spart beim Kauf von Kleidung und/oder bei familiären Freizeitaktivitäten
  • Rund vier von zehn schränken sich beim Kauf von Schulmaterialien ein
  • Ein Drittel berichtet von Einsparungen bei der Ernährung
  • 20 Prozent der Familien verzichten auf außerschulische Sportkurse

AK Forderungen für eine gerechte Schule

  • Beitragsfreie, hochwertige und flächendeckende Ganztagesschulen.
  • Unterstützung bei Schulveranstaltungen damit alle mitmachen können.
  • Kostenlose schulische Förderung für alle, die sie brauchen. 
  • Eine gerechte und transparente Schulfinanzierung nach dem AK-Chancen-Index.


Die Zahlen zeigen klar, dass es mehr Unterstützung für die Familien und Maßnahmen braucht.

Andreas Stangl

AK-Präsident

Jetzt Newsletter "Familie & mehr" abonnieren und über die Schulkosten-Umfrage informiert bleiben 

Wir informieren Sie gerne regelmäßig über Aktuelles zum Thema Familie & mehr. 


Kontakt

Kontakt

Arbeiterkammer OÖ
AK Bildungsberatung in OÖ

TEL:      +43 50 6906 3
E-MAIL: bildungsinfo@akooe.at
... mehr

Das könnte Sie auch interessieren

Eine Frau hilft einem Mädchen bei den Hausaufgaben. Sie schauen gemeinsam auf ein Blatt Papier, das Mädchen malt mit einem Buntstift.

Leistungsdruck: So geht es Schulkindern

Für rund jedes vierte Kind (38 Prozent) werden die schulischen Anforderungen von den befragten Eltern als „viel“ und „eher zu hoch“ eingeschätzt.

Schülerin

Eltern wollen Ausbau der Nachmittags­betreuung

Die Schulkosten-Umfrage der AK zeigt: 80 Prozent der befragten Eltern wünschen sich den Ausbau der Nachmittags­betreuung.