Kinderbildung in Oberösterreich: Betreuungslücken schließen, Ganztagsangebote ausbauen und Bildungschancen erhöhen
Frühkindliche Förderung ist eine der wirksamsten Investitionen in die Bildung. Sie bildet die Grundlage für späteren Lern- und Bildungserfolg und erleichtert gesellschaftliche Teilhabe. Gleichzeitig hängt die Vereinbarkeit von Familie und Beruf stark davon ab, ob ausreichend ganztägige Plätze in Kinderbildungs- und -betreuungseinrichtungen sowie Schulen vorhanden sind. Oberösterreich hat hier nach wie vor großen Aufholbedarf und liegt auch im Bundesländervergleich häufig deutlich zurück.
Zu wenig Plätze für die Kleinsten
Bereits bei den Kleinsten zeigt sich, dass das Land Oberösterreich vor allem in die frühkindliche Bildung und Förderung investieren muss: Derzeit gibt es für nur knapp ein Viertel der Kinder unter 3 Jahren einen Platz in einer Krabbelstube während es im Österreich-Durchschnitt rund 35 Prozent sind. Damit ist jedoch noch nichts über die Vollzeittauglichkeit des Angebots gesagt. In diesem Bereich liegt Oberösterreich im Bundesländervergleich an letzter Stelle: Für nur 6,7 Prozent der Unter-Dreijährigen gibt es einen Krabbelstubenplatz, der auch den Qualitätskriterien zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf (VIF) entspricht. Auch bei den Kindern im Kindergartenalter zwischen 3 und 6 Jahren reiht sich Oberösterreich im Bundesländer-Vergleich unter den Schlusslichtern ein. Hier gibt es nur für rund 39 Prozent der Kinder in Oberösterreich einen VIF-konformen Platz.
Aufholbedarf bei Ganztagsschulen
Auch im Schulbereich besteht großer Bedarf an qualitätsvollen Betreuungsplätzen. In der aktuellen Schulkosten-Umfrage der Arbeiterkammer Oberösterreich sprechen sich rund 8 von 10 Eltern für den Ausbau von Nachmittagsbetreuung aus, 6 von 10 für mehr ganztägige Schulformen und 9 von 10 für eine stärkere schulische Lernunterstützung und -förderung.
Österreich hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2033 für 40 Prozent der Kinder im Pflichtschulalter einen Platz in einer ganztägigen Schule oder einem Hort bereitzustellen. In Oberösterreich liegt diese Quote derzeit bei rund 29 Prozent und damit deutlich unter dem bundesweiten Wert von derzeit etwa 37 Prozent. Insbesondere bei den Betreuungsplätzen an allgemeinbildenden Pflichtschulen besteht daher weiterhin erheblicher Aufholbedarf.
„Wir brauchen qualitativ hochwertige Kinderbildung und -betreuung sowie Ganztagesangebote für alle Kinder. Oberösterreich darf hier nicht zurückbleiben und braucht eine langfristige Strategie, die Gemeinden beim Ausbau von qualitätsvoller und ganztägiger Bildung und Betreuung unterstützt“, sagt AK-Präsident Andreas Stangl.
Forderungen der Arbeiterkammer Oberösterreich
- Eine kostenlose und hochwertige institutionelle Kinderbildung und -betreuung für alle Kinder ab dem 2. Lebensjahr bis zum Ende der 8. Schulstufe
- Die sofortige Abschaffung der Nachmittagsgebühr für Krabbelstuben, Kindergärten und Horte
- Einen massiven Ausbau der vollzeittauglichen Kinderbildungs- und -betreuungsplätze mit flexiblen Öffnungszeiten, die auch Randzeiten abdecken
- Ein flächendeckendes, gebührenfreies Angebot an qualitätsvollen Ganztagsschulen sowie einen Rechtsanspruch auf einen Platz in einer verschränkten Ganztagsschule
- Die Gemeinden müssen beim Ausbau von qualitätsvoller und ganztägiger Kinderbildung und -betreuung seitens des Landes Oberösterreich unterstützt werden
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