AK Studierenden-Barometer zeigt: Bessere Rahmenbedingungen für berufstätige Studierende dringend notwendig
Die Arbeiterkammer Oberösterreich hat mehr als 1.500 Studierende in Oberösterreich zu ihren Lebensrealitäten, Herausforderungen und Erwartungen an die Hochschulpolitik befragt. Das Ergebnis: Mehr als drei Viertel der Befragten sind berufstätig und die meisten von ihnen müssen arbeiten, um sich das Studium überhaupt leisten zu können. Sie wünschen sich von der Politik wirksame Maßnahmen, um Studium und Arbeit vereinbaren zu können. „Die Angebote an den Hochschulen müssen an die Lebensrealitäten der Studierenden angepasst werden“, sagt AK-Präsident Andreas Stangl.
Mehr als drei Viertel der befragten Studierenden in Oberösterreich sind berufstätig. Dieser Wert liegt deutlich über dem Österreich-Durchschnitt von 68 Prozent. Rund 23 Prozent von ihnen arbeiten in Form von Praktika oder Gelegenheitsjobs. 54 Prozent sind hingegen laufend neben dem Studium erwerbstätig. Die Hälfte dieser Gruppe arbeitet mehr als 20 Wochenstunden, jede:r Fünfte sogar 35 oder mehr Wochenstunden.
Vereinbarkeit von Studium und Beruf oft schwer zu organisieren
Drei Viertel jener, die neben dem Studium arbeiten, geben an, dass sie sich ihr Studium ohne Erwerbstätigkeit nicht leisten könnten. Sie arbeiten tendenziell in Berufen, bei denen weniger die Nähe zum Studieninhalt als die Flexibilität, Studium und Beruf vereinbaren zu können, im Vordergrund steht. Jede:r Dritte gibt an, dass sich Arbeit und Studium eher nicht gut bzw. nicht gut vereinbaren lassen. Am besten klappt die Vereinbarkeit bei geringfügiger Beschäftigung, sie nimmt allerdings mit den steigenden Arbeitsstunden deutlich ab. Die anhaltende Teuerung verschärft zudem die Situation, weil der Druck zur Existenzsicherung und damit zu mehr Beschäftigung steigt, gleichzeitig der Studienerfolg aber nicht leiden darf. Mittlerweile sparen sieben von zehn Befragten bei sozialen Aktivitäten und bei der Kleidung.
Bessere Bedingungen für arbeitende Studierende dringend notwendig
55 Prozent der laufend erwerbstätigen Studierenden beurteilen die Angebote für Berufstätige an ihrer Hochschule als eher nicht bzw. nicht ausreichend. Auf die Frage, welche Maßnahmen die Vereinbarkeit von Studium und Arbeit erleichtern würden, fordern die Befragten in den offenen Rückmeldungen am stärksten flexible Lehr- und Prüfungsformate, reduzierte Anwesenheitspflichten und bessere Planbarkeit ein. Die Entwicklung der Hochschulstrategie 2040 und der neuen nationalen Strategie zur sozialen Dimension in der Hochschulbildung müssen daher gezielt auf die Lebensrealitäten der Studierenden eingehen. „Es braucht angemessene Studienbedingungen und eine finanzielle Absicherung während des Studiums, um Studienabbrüche zu verhinden“, sagt AK-Präsident Andreas Stangl.
Forderungen der Arbeiterkammer Oberösterreich:
- Kontinuierlicher Ausbau des Angebots für berufstätige Studierende, unter anderem qualitätsvolle Online-Kurse mit begleitender Unterstützung, mehr Angebote am Abend, zu Randzeiten und in geblockter Form
- Ein verpflichtendes Monitoring an den Hochschulen hinsichtlich der Studienangebote sowie der sozialen Struktur der Studierenden
- Eine bessere Berücksichtigung eines hohen Anteils berufstätiger Studierender bei der finanziellen Mittelzuteilung an die Hochschulen
- Maßnahmen, die die soziale Durchlässigkeit an den Hochschulen erhöhen, wie etwa eine weitere Verbesserung der Studienförderung
- Keine Studiengebühren für berufstätige Studierende, Abschaffung der Studiengebühren an den oberösterreichischen Fachhochschulen
- Ausbau des Selbsterhalterstipendiums, insbesondere durch höhere Altersgrenzen
- Die jährliche Valorisierung aller zur Berechnung der Studienförderung herangezogenen Beträge analog der Schul- und Heimbeihilfe
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