05.01.2025

Kinder­bildung und -betreuung in Gefahr: Gemeinden nicht im Stich lassen!

Besonders kleinere Gemeinden haben kaum noch Spielraum für Investitionen und bereits Schwierigkeiten, ihren wichtigen Aufgaben der Daseinsvorsorge nachzukommen, wie etwa die Kinderbildung und -betreuung. Die aktuelle Gemeindefinanzprognose des KDZ - Zentrum für Verwaltungsforschung warnt vor der verschärften Lage. „Familien dürfen nicht die Rechnung dafür bezahlen, dass das Land Oberösterreich seine Verantwortung auf die Gemeinden abwälzt“, so AK-Präsident Andreas Stangl. 

In der aktuellen Gemeindefinanzprognose des KDZ - Zentrum für Verwaltungsforschung wird davor gewarnt, dass österreichweit den Gemeinden im Jahr 2029 nur mehr 39 Prozent der Gemeinde-Ertragsanteile nach Abzug der Umlagen bleiben werden. In Oberösterreich ist die Situation schon 2025 viel dramatischer: 2025 blieben den oberösterreichischen Gemeinden nach Abzug der Umlagen durch das Land nur 27 Prozent ihrer Gemeinde-Ertragsanteile zur Finanzierung der kommunalen Daseinsvorsorge. In wichtigen Bereichen der Daseinsvorsorge, wie etwa der Kinderbildung und -betreuung, müssen die Gemeinden die Hauptlast tragen. Zum Vergleich: Während die Gemeinden lt. Kindertagesheimstatistik 2024/25 insgesamt 546 Millionen Euro für „Kindertagesheime“ ausgegeben haben, hat das Land 133 Millionen beigesteuert. 

Fest steht: Gemeinden haben wenig Spielraum, ihre Einnahmen zu verbessern und sind daher stark von der Budgetpolitik von Bund und Land abhängig. Die Arbeiterkammer Oberösterreich fordert daher das Land auf, die Umlagenlast durch Streichung der Landesumlage und des Krankenanstaltenbeitrages zu senken. Dadurch würde mehr Geld bei den Gemeinden bleiben, sodass sie ihren eigentlichen Aufgaben wie zum Beispiel der Kinderbildung und -betreuung nachgehen können. 

„Das Land Oberösterreich muss endlich Verantwortung übernehmen und darf die Last nicht auf die Gemeinden abwälzen. Besonders kleinere Gemeinden können die finanzielle Belastung nicht mehr stemmen“, sagt AK Präsident Andreas Stangl 

Kinder­bildung und -betreuung: Ober­öster­reich hinkt hinter­her

Das Betreuungsangebot in Oberösterreich ist bereits jetzt unzureichend: Viele Familien kämpfen mit Wartelisten, fehlenden Plätzen, kurzen Öffnungszeiten und hohen Betreuungskosten. Außerdem fehlen rund 3.600 Betreuungsplätze für Unter-Drei-Jährige und etwa 680 Plätze für Drei- bis Sechsjährige. Die Daten des Kinderbetreuungsatlas der AK Oberösterreich zeigen deutlich: Oberösterreich ist noch weit vom Kinderland Nr. 1 entfernt. Vollzeittaugliche Betreuungsplätze sind in Oberösterreich extrem knapp: Nur 6,7 Prozent der Plätze für Unter-Drei-Jährige ermöglichen eine Vollzeitbeschäftigung der Eltern (Österreich: 21,9 Prozent). Bei Drei- bis Sechsjährigen liegt der Anteil bei 38,9 Prozent (Österreich: 55,6 Prozent).

Die oberösterreichischen Gemeinden benötigen ausreichende Mittel vom Land Oberösterreich, um den Ausbau rasch, bedarfsgerecht und nachhaltig voranzutreiben. Ohne gesicherter institutioneller Kinderbildung und -betreuung füllen meist Frauen die Lücken und verzichten dadurch oft auf Vollzeitarbeit sowie auf finanzielle Unabhängigkeit.

Daher fordert die AK für alle Kinder und Familien:

  • Flächendeckender, vollzeittauglicher und qualitätsvoller Ausbau des Kinderbildungs- und -betreuungsangebotes
  • einen Rechtsanspruch auf einen Kinderbetreuungsplatz ab dem ersten Geburtstag 
  • Rücknahme der Elternbeiträge für die Nachmittagsbetreuung
  • Ausbildungsoffensive für mehr Fach- und Assistenzkräfte in der Elementarpädagogik

Besonders kleinere Gemeinden können die finanzielle Belastung nicht mehr stemmen.

Andreas Stangl

AK-Präsident

Weiterführende Infos/Artikel

AKOÖ Kinderbetreuungsatlas

Jetzt kostenlosen AK Newsletter abonnieren!

Wir informieren Sie gerne regelmäßig über Aktuelles zum Thema Familie & mehr. 

Kontakt

Kontakt

Arbeiterkammer OÖ
Content Team
Volksgartenstraße 40
4020 Linz

TEL:      +43 50 6906 2182
E-MAIL: kommunikation@akooe.at

Folgen Sie uns auf Bluesky
Liken Sie uns auf Facebook


  • © 2026 AK Oberösterreich | Volksgartenstrasse 40 4020 Linz, +43 50 6906 0

  • Datenschutz
  • Impressum