AK-Studie zeigt: Eltern in Oberösterreich geben heuer 18,5 Millionen Euro für Nachhilfe aus
Jedes siebte Kind in Oberösterreich hat im Schuljahr 2024/25 und im Sommer davor bezahlte Nachhilfe in Anspruch genommen. Die Kosten sind für Familien zunehmend eine finanzielle Belastung: Während 2023 Eltern im Schnitt noch 560 Euro für Nachhilfe hingeblättert haben, sind es heuer schon 720 Euro pro Kind. Das zeigt eine aktuelle Studie des IFES (Institut für empirische Sozialforschung) im Auftrag der Arbeiterkammer Oberösterreich. AK-Präsident Andreas Stangl fordert den flächendeckenden Ausbau von qualitätsvollen Ganztagsschulen.Eltern müssen für Nachhilfeunterricht immer tiefer in die Tasche greifen. Das zeigt eine aktuelle IFES-Studie im Auftrag der Arbeiterkammer. 18,5 Millionen Euro geben Eltern in Oberösterreich heuer insgesamt für Nachhilfeunterricht aus. 2023 waren es noch 14,1 Millionen Euro. Das bedeutet, dass Eltern im aktuellen Schuljahr und im Sommer davor im Durchschnitt 720 Euro pro Nachhilfe-Schüler:in ausgeben, vor 2 Jahren waren es noch 560 Euro. Für AK-Präsident Andreas Stangl steht fest: „Bildungserfolg darf keine Frage des Einkommens der Eltern sein. Dass die Kosten seit 2023 dermaßen angestiegen sind, bedeutet eine zusätzliche finanzielle Belastung für die Familien, die ohnehin mit gestiegenen Preisen bei Wohnen, Energie und Grundnahrungsmitteln konfrontiert sind.“
25 Prozent aller Schüler:innen erhalten im laufenden Schuljahr oder im Sommer davor bezahlte oder unbezahlte Nachhilfe. Nachhilfefach Nummer eins ist Mathematik, gefolgt von Deutsch und anderen Sprachen. Das spiegelt sich in den Zahlen deutlich wider: 73 Prozent der Kinder, die Nachhilfe benötigen, brauchen diese in Mathematik.
Ein Drittel der Schüler hat Nachhilfe-Bedarf
Über die Hälfte (52 Prozent) der Familien sind durch die Nachhilfekosten stark oder spürbar belastet. Besonders hart trifft es Familien mit geringem Haushaltseinkommen. Für hochgerechnet 35.000 Kinder in Oberösterreich sagen die Eltern, dass sie gerne bezahlte Nachhilfe in Anspruch genommen hätten, aber keine genommen haben. Für 60 Prozent dieser Kinder war es aus Kostengründen nicht möglich. Unter Berücksichtigung aller Überschneidungen (bezahlt/unbezahlt/hätte gerne in Anspruch genommen) liegt der gesamte Nachhilfe-Bedarf für Oberösterreich bei rund 56.000 Schüler:innen, das ist rund ein Drittel aller Schüler:innen.
Nicht alle können ihre Kinder unterstützen
Die Eltern springen in die Bresche, wenn im Unterricht nicht genug Raum zum Üben, Wiederholen und Nachfragen bleibt. Mit 25 Prozent der Kinder lernen die Eltern so gut wie täglich, mit weiteren 18 Prozent zumindest 2 bis 3 Mal in der Woche. Für die Eltern von rund einem Drittel der Kinder ist es jedoch schwierig, dem Stoff zu folgen und sie bestmöglich zu unterstützen.
Dies bringt auch Stress und Konflikte in die Familien: 34 Prozent der Eltern geben an, dass sie das Beaufsichtigen der Hausübungen und das Lernen zu Hause sehr beziehungsweise ziemlich oft mit Ärger und Konflikten verbinden, 38 Prozent fühlen sich zeitlich sehr beziehungsweise ziemlich belastet.
„Auf diese alarmierende Steigerung im Nachhilfe-Bedarf muss reagiert werden. Üben, Wiederholen und Nachfragen ist Teil des Lernprozesses und gehört in den Unterricht und in schulische Förderangebote,“ so AK-Präsident Stangl.
AK-Forderungen für eine gute Schule
- Gerechte und transparente Schulfinanzierung nach dem AK-Chancenindex
- Kostenlose schulische Förderung für alle, die sie brauchen
- Flächendeckendes, gebührenfreies Angebot an qualitätsvollen Ganztagsschulen
- „Versteckte Schulkosten“ abbauen: Bildungserfolg und soziale Teilhabe in der Schule dürfen nicht vom Einkommen der Eltern abhängen
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