Filmfestival Crossing Europe 2026 - Arbeitswelten
Wann
28.04. - 03.05.2026
-
Wo
Verschiedene Standorte
LINZ
Veranstalter:
Crossing Europe Filmfestival Linz in Kooperation mit AK-Kultur
ARBEITSWELTEN: Am Limit - und kein Ende
Die von Lina Dinkla (DOK Leipzig) und Katharina Franck kuratierte Programmsektion widmet sich realen Arbeitsbedingungen im Europa des 21. Jahrhunderts und den damit einhergehenden Herausforderungen.
Kapitalismus, freie Märkte, entfesselter Liberalismus – weite Teile des Personals in Politik und Wirtschaft kommen einfach nicht davon los, dies nach wie vor als verheißungsvolle Antwort auf die Frage nach besseren Lebensbedingungen zu propagieren. Doch seien wir ehrlich: Der Realitätscheck zeigt weiterhin eine rasant wachsende Ungleichheit, steigende prekäre Beschäftigungsformen und Arbeitsbedingungen, die nicht mehr nur unerträglich, sondern lebensverkürzend sind.
Seit über 2 Jahrzehnten werfen die Arbeitswelten einen genauen Blick auf die vielfältigen europäischen Beschäftigungsrealitäten. In diesem Jahr richtet sich der Fokus auf jene, die oft übersehen werden: Menschen, die mit ihren Händen arbeiten, die tagtäglich anpacken, die Dinge herstellen, instandhalten, reinigen – und danach unter Umständen noch zu einem zweiten Job aufbrechen.
ICH VERSTEHE IHREN UNMUT / I UNDERSTAND YOUR DISPLEASURE
Kilian Armando Friedrich, DE 2026, 93 min
Deutsch/Kroatisch/Bosnisch/Türkisch, OmeU
Pausenlos in Bewegung, nimmt Heike auch die kleinste Unachtsamkeit der Arbeiter:innen wahr, für die sie als Objektleiterin einer Reinigungsfirma verantwortlich ist. Die richtige Balance im Umgang findet sie weder mit ihnen noch bei Kund:innen und Subunternehmern, deren Anforderungen und Beschwerden sie permanent ausgesetzt ist. Wie lange kann sie dem immensen Druck Stand halten, wie lange können sie und dieses System so weiter „funktionieren“?
Ganz nah an der beeindruckenden Hauptdarstellerin, lenkt der Spielfilm mit dokumentarischer Authentizität einen wertschätzenden Blick auf Arbeiter:innen, die unerlässlich sind, aber besonders gerne übersehen werden – und wagt eine Idee zur Veränderung.
ONO ŠTO TREBA ČINITI / THE THING TO BE DONE
Srđan Kovačević, HR/SI/RS 2025, 88 minSlowenisch/Bosnisch/Kroatisch/Serbisch, OmeU
Ein unscheinbares Büro im slowenischen Ljubljana ist der heimliche Protagonist in diesem Arbeitskampf-Krimi. Inmitten von Papierstapeln und ständig klingelnden Telefonen sind Sozialarbeiterin Laura Orel, der ehemalige Elektriker und heutige Anwalt Goran Zrnić und der Gewerkschaftsaktivist Goran Lukić für die Rechtsberatung „Delavska svetovalnica” tätig. Hier ist die Anlaufstelle für Arbeitnehmende, die von Unternehmen ausgebeutet und betrogen werden, teilweise weder korrekte Verträge noch Löhne erhalten. Die sprachlos machenden Ungerechtigkeiten auf dem Arbeitsmarkt Europa kontrastieren mit den fast unglaublichen Erfolgen des kämpferischen Trios.
OSTANNII PROMETEI DONBASU / THE LAST PROMETHEUS OF DONBAS
Anton Shtuka, UA 2025, 103 minRussisch/Ukrainisch, OmeU
Ein Kraftwerk im Fadenkreuz: Nur wenige Kilometer von der Front entfernt steht in der Stadt Kurachowe ein Wärmekraftwerk, das letzte noch in Betrieb befindliche seiner Art im Donbass. Wo einst die Industrie als Stolz der Sowjetunion gefeiert wurde, zeugen heute Ruinen von Zerstörung und Entwurzelung. Archivaufnahmen aus den 1930er Jahren kontrastieren mit der Gegenwart. Aus Verantwortungsbewusstsein gegenüber ihrem Land halten die Arbeiter:innen die Stellung, obwohl jedes Mal, wenn das Kraftwerk in Betrieb genommen wird, russische Bomben fallen. Eine Evakuierung gen Westen scheint unvermeidlich.
WELDED TOGETHER
Anastasiya Miroshnichenko, FR/NL/BE 2025, 96 minRussisch, OmeU
Katyas Blick geht oft ausdruckslos in weite Ferne. Im Hier und Jetzt muss sie sich mit ihrer alkoholkranken Mutter arrangieren, bei der sie zwar nicht aufgewachsen ist, deren neuem Baby sie sich nun aber annehmen möchte. Dies muss sich wiederum mit ihrem Job als Schweißerin vereinbaren lassen, dem einzigen Lebensbereich, in dem Katya Freude und Anerkennung erfährt.
Mit ungewöhnlich tiefen Einblicken und viel Empathie porträtiert Anastasiya Miroshnichenko die Lebenswirklichkeit einer jungen Frau in Belarus, die versucht, Kreisläufe zu durchbrechen, wo alles gegen sie spricht. Bei aller Tragik eröffnen sich dabei auch unerwartete Momente der Schönheit und Kraft.
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Tickets sind ab 20. April 2026, 17 Uhr erhältlich auf www.crossingeurope.at
AK-Mitglieder erhalten mit der AK-Leistungskarte 2 Euro Ermäßigung auf den Ticketpreis!