24.03.2026
Künstliche Intelligenz braucht ein ECHO aus der Arbeitswelt
Nahezu täglich erscheinen Berichte über Künstliche Intelligenz (KI) und ihre vielfältigen Möglichkeiten in den Medien. Doch, was löst diese Berichterstattung bei den Menschen aus? Und wer findet Gehör? Eine aktuelle Diskursanalyse im Auftrag der Arbeiterkammer Oberösterreich gibt Aufschluss darüber, wie in Oberösterreich über Künstliche Intelligenz gesprochen wird. Für AK-Präsident Andreas Stangl steht fest: „In einer Arbeitswelt, die sich stetig ändert und in der die digitale Transformation eine wesentliche Rolle spielt, müssen die Beschäftigten eingebunden werden, damit diese auch vom technologischen Fortschritt profitieren“.
Kaum jemand kommt noch am Thema Künstliche Intelligenz vorbei. Ob in der Arbeitswelt oder im Privaten, die Tools sind allgegenwärtig. Auch Medien thematisieren KI nahezu täglich. Die Abteilung für Soziologie mit den Schwerpunkten Innovation und Digitalisierung (SID) an der Johannes Kepler Universität Linz, hat sich im Auftrag der Arbeiterkammer Oberösterreich die mediale Berichterstattung genauer angesehen. Das Ergebnis: Es besteht Handlungsbedarf, um auch die Perspektiven und die Anliegen der Arbeitnehmer:innen sichtbar zu machen.
Die inhaltlichen Schwerpunkte der oberösterreichischen Debatte lassen sich in wenigen Sätzen zusammenfassen: Es ist ein alternativloses Wettrennen, das eine weitere „industrielle Revolution“ auslösen wird oder schon auslöst. Ängste, Unsicherheiten oder Sorgen aus gesellschaftspolitischer Perspektive, die in Bezug auf diese Technik und ihre rasante Entwicklung existieren, sind individuelle Probleme. Diese können behoben werden, wenn sich Individuen mit der Technik „spielen“ und damit beschäftigen. Bedenken aus gesellschaftspolitischer Sicht, die im Zusammenhang mit dem schnellen Fortschritt dieser Technologie entstehen, werden oft als individuelle Herausforderungen abgetan, die sich durch praktische Auseinandersetzung mit der Technik auflösen ließen.
AK fordert Beteiligungsmöglichkeiten für Beschäftigte ein
Für AK-Präsident Andreas Stangl steht fest: „KI darf in der öffentlichen Debatte kein Monolog technischer und wirtschaftlicher Perspektiven sein. Nur durch die Einbindung der Betriebsrät:innen und einer kritische Auseinandersetzung kann ein Arbeitsumfeld gestaltet werden, das die Arbeitnehmer:innen stärkt und Orientierung gibt“.
Chancen prüfen, Wirkungen hinterfragen und Orientierung geben
Die AK steht für eine breite gesellschaftliche Debatte ein. Es braucht eine strukturierte Herangehensweise in Bezug auf die Auswirkungen von KI auf die Arbeitswelt, den Arbeitsmarkt, die Rechtssicherheit, die Vermögensverteilung und die Teilhabe von Menschen am gesellschaftlich-technischen Fortschritt. Diese Positionierung folgt dem Prinzip ECHO, das sich wie folgt beschreiben lässt: E – Einbinden, C – Chancen prüfen, H – Hinterfragen, O – Orientierung geben.
Die Forderungen der AK im Überblick:
- Einbeziehung von Betriebsrät:innen
- Miteinbeziehung von Beschäftigten an Förderungen knüpfen
Rechtsanspruch auf Weiterbildung
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Univ. Prof. Dr. Uli Meyer (Institut für Soziologie an der JKU Linz) und Andreas Stangl (Präsident der AK Oberösterreich) © Wolfgang Spitzbart, AK OÖ