20.01.2026

AK Wohn­zu­frieden­heits­index zeigt: Beim Wohnen besteht Handlungs­bedarf auf Landes­ebene

Leistbares Wohnen ist ein Grundbedürfnis. Die Bundesregierung hat im Jahr 2025 dazu 3 Maßnahmen auf den Weg gebracht. Eine aktuelle repräsentative Erhebung des AK Wohnzufriedenheitsindex gibt Auskunft darüber, wie die gesetzten Maßnahmen im Bereich Wohnen auf Bundesebene eingeschätzt werden. Gleichzeitig zeigt sie, dass die Befragten einen Handlungsbedarf bei der Oberösterreichischen Landesregierung im Thema sehen. Die Vorschläge der AK für günstiges Wohnen liegen auf dem Tisch.

Bereits frühere Erhebungen des Wohnzufriedenheitsindex zeigten, dass nach Ansicht von 9 von 10 AK-Mitgliedern leistbares Wohnen ein zentraler Schwerpunkt der Bundesregierung sein muss. Seit April 2025 gibt es nun in Österreich mit dem Bundesministerium für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport ein eigenes Ressort, dass sich mit Angelegenheiten der Wohnungspolitik befasst. Das kommt gut an: Etwa zwei Drittel der AK-Mitglieder in Oberösterreich sehen das neue „Wohnministerium“ als eine eher gute oder gar sehr gute Idee.

Hohe Zu­stimmung bei Bundes­maß­nahmen

Auch zu den bereits gesetzten Maßnahmen der Bundesregierung im Bereich Wohnen gibt es hohe Zustimmung: Besonderen Anklang finden die Grenzen für Mieterhöhungen bei sogenannten „ungeregelten Mieten“. Hier befürworten 7 von 10 der unselbständig Beschäftigen die Maßnahme. Die Deckelung der Mietpreise im sogenannten „geregelten Bereich“ befürworten rund zwei Drittel der Arbeitnehmer:innen in Oberösterreich. Mehr als 57 Prozent der Befragten, stehen der Anhebung der Mindestdauer von befristeten Mietverträgen positiv gegenüber. Die Änderung sorgt dafür, dass befristete Mietverträge künftig auf mindestens 5 Jahre abgeschlossen werden müssen. „Bemerkenswert ist, dass alle 3 Verbesserungen der Bundesregierung im Mietbereich selbst bei Eigenheimbesitzerinnen und -besitzern kaum auf Skepsis stoßen“, sagt AK-Präsident Andreas Stangl. Nur 22 bis maximal 33 Prozent stimmen den Maßnahmen hier wenig bis gar nicht zu.

Einsatz des Landes für leist­bares Wohnen ist aus­bau­fähig

Befragt zu der Zufriedenheit mit dem Einsatz der Landesregierung für leistbares Wohnen, zeigt sich durchaus Luft nach oben. Nur 4 von 10 AK-Mitgliedern stimmen der Frage zu, dass leistbares Wohnen ein wichtiges Anliegen für das Land Oberösterreich sei. Besonders bei den unter 30-Jährigen und im ländlichen Raum ist der Anteil der Skeptiker:innen mit 60 Prozent beziehungsweise 59 Prozent hoch. Dazu kommt, dass gut 6 von 10 Befragten der Meinung sind, die Landesregierung unternehme zu wenig, um Eigentum wieder leistbar zu machen. Ebenso stimmen nur 4 von 10 Arbeitnehmer:innen in Oberösterreich der Frage zu, ob die Landesregierung genug für leistbare Mieten tut. „Die Landesregierung muss deutlich mehr unternehmen, um Wohnen in Oberösterreich leistbar zu gestalten. Die Vorschläge der Arbeiterkammer liegen seit geraumer Zeit auf dem Tisch“, sagt AK-Präsident Andreas Stangl.

Forderungen der AK für mehr leist­bares Wohnen in Ober­öster­reich

  • Mehr geförderter Wohnbau für leistbare Mieten: Der geförderte Wohnbau hat sowohl für den Einzelnen als auch für die Allgemeinheit positive Auswirkungen. Daher fordert die AK Oberösterreich deutlich mehr neue gemeinnützige Wohnungen. Dazu soll die Zweckwidmung der Wohnbauförderung inklusive der Darlehensrückflüsse wieder eingeführt werden.

  • Mehr leistbares Bauland für den sozialen Wohnbau: Die Gemeinden und Städte sollen ihre Raumordnungs-Spielräume intensiver ausschöpfen, indem sie die Widmungskategorie „Sozialer Wohnbau“ verstärkt anwenden. Das Land Oberösterreich soll den Kommunen verstärkt Anreize bieten, damit in Städten und Gemeinden mehr leistbares Bauland für die „Gemeinnützigen Wohnbaugenossenschaften“ zur Verfügung steht.

  • Mehr Wohnbaufördermittel: Aktuell beträgt der Anteil der Wohnbaufördermittel am Bruttoinlandsprodukt 0,5 Prozent. Vor 25 Jahren betrug dieser noch 1,4 Prozent. Es braucht hier eine Trendumkehr. Ohne den Einsatz des Landes Oberösterreich ist dieser nicht möglich. Die AK Oberösterreich fordert, mehr öffentliche Wohnbaufördermittel zur Verfügung zu stellen.

  • Wohnbaumittel des Bundes besser abholen: Die Vorgängerregierung hat im Jahr 2024 ein Wohnbaupaket geschnürt. Darin ist auch eine Milliarde Euro in Form von Zweckzuschüssen an die Bundesländer bis zum Jahr 2026 enthalten. Oberösterreich profitiert davon kaum. Die von der aktuellen Bundesregierung angekündigte Evaluierung dieses Paketes muss unbedingt dafür genutzt werden, dass Oberösterreich deutlich mehr finanzielle Mittel abholen kann.

  • 800 Euro AK-Wohnbonus umsetzen: Der Bund soll ein Wohnbonus in der Höhe von 800 Euro in Form einer jährlichen, negativsteuerfähigen Steuergutschrift für alle Arbeitnehmer:innen einführen. Dieser soll die steigenden Wohnkosten auch für Eigenheimbesitzende zu einem Teil abgelten.

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Dr. Heinz Stöger (Referent, Abteilung Wirtschafts-, Sozial- und Gesellschaftspolitik) und Andreas Stangl (AK Präsident)
Dr. Heinz Stöger (Referent, Abteilung Wirtschafts-, Sozial- und Gesellschaftspolitik) und Andreas Stangl (AK Präsident) © David Ruis, AK OÖ

Die Landes­regierung muss deutlich mehr unter­nehmen, um Wohnen in Ober­öster­reich leist­bar zu ge­stalten. Die Vor­schläge der Arbeiter­kammer liegen seit geraumer Zeit auf dem Tisch.

Andreas Stangl

AK Präsident

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