Schulklassen beschäftigten sich mit NS-Zeit und Demokratie: Zeitzeugin Anna Hackl sprach vor 400 Jugendlichen in der AK Linz
Zum 14. Mal fand heuer die Auftaktveranstaltung zum Hermann-Langbein-Symposium in der AK Linz statt. Die Veranstaltung mit rund 400 Schüler:innen aus ganz Oberösterreich bildete die Einleitung zur einwöchigen, österreichweiten Lehrerfortbildung zum Thema Nationalsozialismus. Neben dem Dialog mit der NS-Zeitzeugin Anna Hackl präsentierten Schüler:innen von 6 Schulen ihre Beiträge zum Thema Demokratie. Schulklassen der MMS 22 Linz, HTL Perg, HLW Braunau, MS Waldhausen, PTS 1 Ottensheim sowie des Körnergymnasiums Linz erhielten von der Arbeiterkammer im Vorfeld kostenfrei die Graphic Novel „Die Bibliothekarin von Auschwitz“.„Die Auseinandersetzung mit dem Nazi-Regime ist auch heute noch wichtig. Sie ruft ins Bewusstsein, wie rasch eine Gesellschaft in Krieg und Gewalt gestürzt werden kann“, so AK-Präsident Andreas Stangl. Aktuelle Krisen und Kriege, etwa in der Ukraine, führen vor Augen, wie zerbrechlich Frieden auch heute noch ist. Außerdem ist oft unklar, welchen Nachrichten man Glauben schenken kann. „Genau hier beginnt unser gemeinsamer Auftrag. Wir müssen wachsam und kritisch bleiben. Und entschieden gegen Manipulation, Propaganda und Diskriminierung auftreten. Unsere Demokratie, unsere Freiheit und unseren Frieden müssen wir schützen“, so der AK-Präsident.
Zeitzeugin Anna Hackl ruft zu Vorsicht auf
Aufmerksam und sichtlich bewegt folgten die Schüler:innen den Erzählungen von Zeitzeugin Anna Hackl. Die 94-Jährige erzählte von der Todesangst, unter der die damals 14-Jährige und ihre Familie 3 Monate lang ab Februar 1945 lebten. In dieser Zeit versteckten sie 2 russische Gefangene, die aus dem KZ Mauthausen geflohen waren. „Ich muss meine Geschichte einfach weiterhin teilen, damit die jungen Menschen wissen, was damals passiert ist“, so Hackl. Sie appellierte an die Schüler:innen: „Passt auf, dass so etwas nicht noch einmal kommt, denn der Krieg ist nie schön. Seid vorsichtig, dass ja nichts schief geht, es ist so gefährlich.“
Buchprojekt „Mein Engagement für Demokratie“
Mit dem Buchprojekt „Mein Engagement für Demokratie“ stellte die AK den teilnehmenden Schulklassen rund 200 Exemplare der Graphic Novel „Die Bibliothekarin von Auschwitz“ zur Verfügung. Aus der Beschäftigung mit dem Buch entstanden kreative Beiträge, die die Schüler:innen in der Arbeiterkammer Linz präsentierten. Für die musikalische Umrahmung sorgte der Chor der MMS 22 Korefschule Linz. Neben den am Projekt teilnehmenden Schulen besuchten noch sieben weitere Schulen die Veranstaltung.
Videos, Radiobeitrag, Zeitschrift und detailreiche Handarbeit
Die 2AFIT-Klasse der HTL Perg präsentierte ein Video, in dem sich die Schüler:innen mit der Geschichte von Dita Kraus, der „Bibliothekarin von Auschwitz“, sowie den Begriffen Menschenrechte, Freiheit und Würde auseinandersetzten. „Wir brauchen mutige Menschen, die die Demokratie aufrechterhalten“, so ein Schüler.
Auch die 4D-Klasse des Körnergymnasiums Linz drehte ein Video. Darin machten Schüler:innen unter anderem eine Straßenumfrage zur Frage, was Demokratie ist und warum diese wichtig ist. Die Schüler:innen sind sich einig: „Wir sind glücklich und dankbar, dass wir eine Demokratie haben.“
Die Schüler:innen der 4B-Klasse der HLW Braunau erschufen in aufwändiger Handarbeit ein künstlerisches Objekt aus Karton. Auf der einen Seite der Box steht Dita Kraus im Dunklen unter schwebenden Büchern, daneben ist eine freundliche, helle Bibliothek. Dazu eine Schülerin: „Wir wollten veranschaulichen, wie sie von der dunklen Seite auf die helle Seite schauen möchte. Wie es gewesen wäre, wenn die Nazis nicht wären.“
Die 4. Klassen der MS Waldhausen gestalteten eine Zeitschrift für Erinnerungskultur. Sie fotografierten, zeichneten, recherchierten die grausamen Verbrechen des Nationalsozialismus und schrieben Texte – etwa ein fiktives Interview mit Dita Kraus. „Die Erinnerung an die Vergangenheit ist auch die Basis unserer heutigen Demokratie“, so die Schüler:innen.
Die PTS1 Ottensheim gestaltete mit Radio FRO einen Radiobeitrag. „Wir gehören alle zusammen“, „was ist Demokratie, Verantwortung und Respekt?“, „auch wenn ich nicht perfekt deutsch spreche, möchte ich gehört werden“, „zusammen sind wir stärker“, „Engagement beginnt im Alltag, zum Beispiel, wenn man hilft und nicht wegschaut“, „auch junge Menschen können etwas verändern“, so Stimmen der Schüler:innen im Beitrag.
Hermann-Langbein-Symposium
Das jährlich stattfindende Symposium ist nach dem Widerstandskämpfer und Auschwitz-Überlebenden Prof. Hermann Langbein (1912-1995) benannt. Er gründete es vor mehr als 45 Jahren. Es handelt sich dabei um die am längsten bestehende Lehrerfortbildung in Österreich. In der AK Linz findet es seit 2012 statt.
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