15.07.2026

Brisantes Dossier der AK Oberösterreich zeigt auf: Babys kommen schon vor der Geburt mit Mikroplastik in Kontakt

Babys sind bereits vor ihrer Geburt Mikroplastik ausgesetzt – gleichzeitig besteht immer mehr Babykleidung, Spielzeug und Babyzubehör ganz oder teilweise aus Polyester, also Kunststoff. Ob Strampler, Fleecedecke, Kuscheltier oder Spielteppich: Synthetische Materialien sind längst fester Bestandteil vieler Babyprodukte. Die AK Oberösterreich hat Tipps für Eltern, wie sie die Belastung ihrer Kinder mit einfachen Maßnahmen reduzieren können. 

Mikrofasern: Babys besonders betroffen

Polyester ist die weltweit am häufigsten verwendete Textilfaser und findet sich in zahlreichen Babyprodukten. Durch Abrieb und Waschen werden laufend Mikrofasern freigesetzt, die sich im Hausstaub und in der Raumluft anreichern. Gerade Babys sind besonders betroffen, weil sie sich überwiegend in Bodennähe aufhalten und mehr Luft pro Kilogramm Körpergewicht einatmen als Erwachsene. Sie weisen somit im Verhältnis zu ihrem Körpergewicht eine deutlich höhere Belastung auf als Erwachsene. 

Belastung beginnt bereits im Mutterleib

Internationale Studien haben Mikroplastik bereits in der menschlichen Plazenta, im ersten Stuhl von Neugeborenen sowie in Muttermilch nachgewiesen. Die Forschung zeigt außerdem, dass Babys Mikroplastik nicht nur über Nahrung bzw. Kunststoff-Babyflaschen aufnehmen, sondern auch über Polyestertextilien, die Atemluft und den Hausstaub. 

Forschung läuft – Vorsorge ist dennoch sinnvoll

Zwar sind viele gesundheitliche Langzeitfolgen beim Menschen noch Gegenstand der Forschung. Labor- und Tierstudien zeigen jedoch Hinweise auf Entzündungsreaktionen, hormonelle Störungen und mögliche Auswirkungen auf Darm, Atemwege und Immunsystem. Aus Sicht der AK spricht deshalb das Vorsorgeprinzip dafür, vermeidbare Belastungen möglichst zu reduzieren.  

AK-Tipps: Was Eltern tun können

Mikroplastik lässt sich zwar nicht vollständig vermeiden, Eltern können die Belastung ihrer Kinder jedoch durch bewusste Kaufentscheidungen deutlich reduzieren. Denn Polyester ist eine der größten vermeidbaren Mikroplastikquellen im Alltag von Babys. 

  • Babykleidung aus Naturfasern wie Bio-Baumwolle, Lyocell oder Merinowolle bevorzugen.
  • Glasflaschen statt Kunststoffflaschen verwenden oder heißes Wasser nicht direkt in Plastikflaschen füllen.
  • Polyester-Kuscheltiere und Fleecedecken möglichst durch Produkte aus Naturmaterialien ersetzen.
  • Regelmäßig feucht wischen und gut lüften, um Mikrofasern im Hausstaub zu reduzieren.
  • Beim Waschen von Polyestertextilien Mikrofaser-Waschbeutel verwenden und möglichst niedrige Waschtemperaturen wählen.

AK fordert strengere Regeln für Babyprodukte

Die Arbeiterkammer Oberösterreich sieht Politik und Hersteller in der Verantwortung. Sie fordert strengere Grenzwerte für hormonell wirksame Chemikalien in Babyprodukten, eine verpflichtende Kennzeichnung synthetischer Fasern in Kindertextilien sowie einen schrittweisen Ausstieg aus Polyester als Hauptmaterial für Baby- und Kinderprodukte.

Babykleidung auf beigem Hintergrund
© AKOÖ



Baby und Mikroplastik: Was Eltern dagegen tun können

Mikroplastik lässt sich zwar nicht vollständig vermeiden, Eltern können die Belastung ihrer Kinder jedoch durch bewusste Kaufentscheidungen deutlich reduzieren.

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