02.07.2026

Der Arbeitsklima Index zeigt: Druck und Arbeitsbelastungen bringen Beschäftigte an ihr Limit

Die Arbeitsbelastung in Österreich ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen und verharrt weiterhin auf hohem Niveau. Das zeigen aktuelle Daten des Österreichischen Arbeitsklima Index. Besonders psychische Belastungen und anhaltender Zeitdruck setzen den Beschäftigten zunehmend zu. Das hat spürbare Folgen für Gesundheit und Wohlbefinden.

Seit Beginn der Corona-Pandemie haben sich Stress, Gereiztheit und depressive Verstimmungen deutlich verstärkt. Zwar ist zuletzt eine leichte Entspannung erkennbar, das Belastungsniveau bleibt jedoch deutlich höher als noch vor der Krise. Mehr als ein Fünftel der Beschäftigten empfindet die Arbeit als psychisch belastend, mehr als ein Viertel steht unter starkem Zeitdruck. Betroffen sind vor allem Branchen wie Gesundheitswesen, Tourismus und das Bauwesen sowie in wachsendem Ausmaß auch junge Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.

„Die Zahlen zeigen klar, dass viele Beschäftigte seit Jahren an der Belastungsgrenze arbeiten. Hier braucht es endlich spürbare Verbesserungen der Arbeitsbedingungen“, sagt AK-Präsident Andreas Stangl.

Arbeiten im Freien als Risikofaktor

Während im Gesundheitsbereich vor allem die psychische Belastung hoch ist, dominieren im Bauwesen körperliche Anforderungen, schwierige Arbeitsbedingungen und ein erhöhtes Unfallrisiko. Gleichzeitig geraten auch junge Beschäftigte zunehmend unter Druck. Sie berichten häufiger von Zeitstress, unterbrochener Freizeit und sozialer Isolation am Arbeitsplatz.

Ein zusätzlicher Belastungsfaktor sind Arbeitsbedingungen im Freien. Insgesamt arbeiten nur 14 Prozent der Beschäftigten regelmäßig unter freiem Himmel, im Bauwesen ist aber ein Drittel und im Verkehrs- und Nachrichtenwesen ein Fünftel der Beschäftigten Hitze, Wind und Wetter ausgesetzt. Diese Arbeitnehmer:innen berichten wesentlich öfter von schlechten Gesundheitsbedingungen, höherem Unfallrisiko und stärkerem Zeit- und Arbeitsdruck als andere. Die sich häufenden Wetterextreme aufgrund des Klimawandels verschärfen diese Belastungen weiter. Zusätzlich werden Eingriffe in die Freizeit und fehlende Erholungsphasen häufiger. Entsprechend steigt auch die Wechselbereitschaft. Mehr als jede zehnte beschäftigte Person denkt über einen Berufswechsel nach.

„Arbeit muss so gestaltet werden, dass sie nicht krank macht. Dazu gehören klare Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit mit ausreichend ungestörten Erholungszeiten“, sagt Präsident Stangl.

Forderungen der Arbeiterkammer Oberösterreich 

  • Verbesserung der Arbeitsbedingungen, besonders in hochbelasteten Branchen, um den Verbleib im Beruf zu erleichtern.
  • Überlange Arbeitszeiten und Überstunden müssen besser verteilt bzw. abgebaut werden. Arbeit muss vom Privaten entkoppelt werden.
  • Wochenenden und Freizeitphasen, die der Erholung dienen, dürfen nicht durch berufliche Verpflichtungen unterbrochen werden. Gesundheitsförderlicher Stressabbau funktioniert nur, wenn die Beschäftigten ausreichende und wirkliche Ruhepausen haben.
  • Arbeitsbedingungen müssen verbessert werden, um die Zufriedenheit zu steigern. Das gilt insbesondere für die Qualität der Führung und den Ausbau von gesundheitsfördernden Maßnahmen.

weiterführende infos/artikel

Arbeitsbedingungen

Arbeitsklima

Arbeit muss so gestaltet werden, dass sie nicht krank macht. Dazu gehören klare Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit mit ausreichend ungestörten Erholungszeiten.

andreas stangl

AK-Präsident

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