29.09.2022

Pellets: AK hilft Konsumenten gegen Preisexplosion

Noch vor der extremen Preissteigerung, im April 2022, tätigten 29 Konsumenten/-innen eine Pellets-Sammelbestellung bei einem Linzer Anbieter. Der Preis: 300 Euro pro Tonne. Nachdem der Pellets-Lieferant den Vertrag zu diesem Preis nicht einhalten wollte, wandten sich die Kon­sumenten/-innen an die AK-Expertinnen. Mit Erfolg – denn die AK konnte eine außergerichtliche Lösung erzielen und den Kunden/-innen 65.000 Euro ersparen.

Pellets-Lieferant verlangt höheren Preis

Im April 2022 gaben 29 Kon­sumenten/-innen eine Sammelbestellung bei einem Linzer Pellets-Lieferanten in Auftrag. Im Zeitraum Mai bis August sollten die 166 Tonnen Pellets geliefert werden. Im August kam die böse Überraschung: Statt den vertraglich vereinbarten 300 Euro, wollte der Pellets-Lieferant einen neuen, indexierten Preis verlangen. Oder er würde nicht liefern können.

Konsumenten wehren sich

Zwei der Kunden/-innen bestanden jedoch auf ihren Vertrag und wandten sich an die Konsumentenschützer/-innen der Arbeiterkammer Oberösterreich. „Für uns stand sofort fest, dass die Vorgehensweise des Lieferanten nicht zulässig war. Bestehende Verträge sind einzuhalten.

Zudem gab es keine Belege für eine nachträgliche wirtschaftliche Unmöglichkeit, wie der Anbieter behauptete“, so Mag. Ulrike Weiß, Konsumentenschutz-Leiterin in der AK.

65.000 Euro erspart und Ver­sorgung gesichert

Die Experten/-innen legten ihre Argumente dem Unternehmen dar, welches schließlich einlenkte. Es kam zu einer außergerichtlichen Einigung. „Das ist in doppelter Hinsicht ein großer Erfolg. Wir konnten den Konsumenten/-innen nicht nur 65.000 Euro ersparen, sondern auch ihre Ver­sorgungssicherheit für den bevorstehenden Winter garantieren“, sagt Weiß. Die Kunden/-innen werden bis Anfang Oktober ihre Pellets zum vereinbarten Preis erhalten.

Konsumenten/-innen und Beschäftigte sind Leidtragende

„In Zeiten explodierender Preise wird immer mehr Druck auf die Kunden/-innen ausgeübt. Es herrscht ein unübersichtliches Preis-Chaos. Es ist völlig unverständlich, wieso die Regierung nicht handelt und für faire Preise sorgt, damit die Menschen im Winter nicht frieren müssen“, so AK-Präsident Andreas Stangl, der nicht nur hinter den Konsumenten/-innen steht, sondern auch auf die Situation der Beschäftigten in der Branche hinweist. „Die Liefersituation am Pellets-Markt ist derzeit alles andere als leicht. Das wirkt sich auch auf die Mitarbeiter/-innen aus und belastet diese zusätzlich.“

So können betroffene Konsumenten/-innen vorgehen

Die Kon­sumentenschützer raten, schriftlich die Einhaltung des Vertrags - und damit die Lieferung der Pellets - in einer angemessenen Frist zu fordern. Verstreicht dieser Termin, sollte nochmals eine angemessene Nachfrist gesetzt und erst nach Ablauf dieser Nachfrist der Rücktritt vom Vertrag erklärt werden. Das Unternehmen sollte ausdrücklich auf die Schadenersatzpflicht bei Ersatzbeschaffung hingewiesen werden.

Achtung

Erst nach Aufforderung zur Vertrags­einhaltung und erfolgtem Rücktritt vom Vertrag – unter Setzung angemessener Fristen – können Betroffene die Pellets bei einem anderen Unternehmen bestellen und die Mehrkosten dieser Ersatzbeschaffung vom vertragsbrüchigen Anbieter als Schadenersatz fordern.

Die Preise explodieren, es wird Druck auf Kunden/-innen ausgeübt. Ich verstehe nicht, wieso die Re­gierung nicht für faire Preise sorgt - damit die Menschen im Winter nicht frieren müssen!

andreas stangl

AK-PRÄSIDENT

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