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Keine Überstunden bezahlt und "nachgetreten"

Kleines Mädchen mit Schmerzen mit besorgter Mutter © JackF, stock.adobe.com

Die Entscheidung, zu kündigen, hat sich Ines Z. (Name von der Redaktion geändert) aus Steyr nicht leicht gemacht. Die junge Mutter einer vierjährigen Tochter hatte ihren Job als Sachbearbeiterin sehr gerne . Wären da nicht die vielen Mehrarbeitsstunden gewesen. „Ich war Teilzeit, für 25 Stunden angemeldet. Gearbeitet habe ich aber weit mehr. Mindestens wie eine Vollzeitkraft“, erzählt sie.

Es war einfach viel zu tun im Büro, sie wollte alles gut schaffen, die Chefin machte auch ständig Druck. Es war eine stressige Zeit.

Junge Mutter ist doppelt belastet

Zum beruflichen Stress kamen auch noch private Sorgen: „Meine Tochter hat damals gerade mit dem Kindergarten begonnen. Sie war oft krank“, erinnert sich Frau Z. In Pflegeurlaub ging sie trotzdem nie, obwohl sie Anspruch darauf gehabt hätte.

Kein Dank in der Firma

Sie wollte nicht, dass die Arbeit liegen bleibt und hat es sich, so gut es ging, anders eingeteilt: „War meine Kleine krank, bin ich zuhause geblieben. Waren der Papa oder die Großeltern verfügbar, haben sie übernommen und ich bin ins Büro, um alles aufzuarbeiten.“ Gedankt hat ihr das in der Firma niemand. 


Irgendwann konnte Ines Z. nicht mehr. Sie kündigte. Bei der Kündigung legte sie auch gleich ihre Aufzeichnungen über die geleisteten Mehrarbeitsstunden auf den Tisch. Mehr als 50 waren es. Dann ging sie zum letzten Mal aus der Firma.

Strafe für Kündigung?

Als die Endabrechnung ihres Gehalts kam, wurde sie stutzig. Das konnte nicht stimmen - von den vielen Überstunden schien in der Aufstellung nichts auf. Es war aber viel zu kompliziert, da etwas herauszulesen. Und irgendwie fehlte Frau Z. inzwischen auch die Kraft, zu kämpfen. Sie wollte nur noch ihre Ruhe und mit der alten Firma nichts mehr zu tun haben.

Firma ignoriert Überstunden und Fehler beim Zeugnis

Bis ihr eine Freundin den Ratschlag gab, zur Arbeiterkammer zu gehen: „Geh hin, lass dir das anschauen. Die kennen sich aus und das kostet nichts.“ Ines Z. ließ sich überzeugen und suchte die nächstgelegene Arbeiterkammer auf. Dort stellte sich rasch heraus, dass keine einzige der Mehrarbeitsstunden bezahlt worden war. Und es kam ans Tageslicht, dass das Dienstzeugnis negativ formuliert war, was unzulässig ist. Das war Ines Z. gar nicht aufgefallen. 

Arbeiterkammer mit Musterbrief

Die AK verfasste einen Brief, den Ines Z. in ihrem eigenen Namen an ihre ehemalige Arbeitgeberin schickte, mit den Forderungen nach Nachzahlung der Mehrarbeitsstunden und Ausstellung eines ordentliches Dienstzeugnisses. Das Geld wurde umgehend überwiesen - fast 400 Euro. Für ein neues Dienstzeugnis brauchte es noch eine weitere Intervention durch die Arbeiterkammer. 

Jetzt ist Ines Z. auf Jobsuche und zuversichtlich, dass sie bald etwas Neues findet, das sich gut mit ihrer Familie vereinbaren lässt. Dass sie zur AK gegangen ist, darüber ist sie heilfroh. 

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