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Burnout: Arbeiter sollte sich trotz 40 Arbeitsjahren neuen Job suchen

Lkw-Fahrer neben seinem Fahrzeug auf der Baustelle © Lightfield Studios, stock.adobe.com

Karl G. (Name von der Redaktion geändert) arbeitete nach seiner Lehre zum Maurer 10 Jahre lang bei einer Baufirma im Bezirk Eferding. Bei der gleichen Firma war er anschließend noch 30 Jahre als LKW-Fahrer im Einsatz, um Baumaterial zu den Baustellen zu liefern.

40 Jahre harte Arbeit setzten Herrn G. massiv zu, es wurde alles einfach zu viel. 


Jahrzehntelanger Stress führte zu Erschöpfung

Während einer seiner Fahrten kam plötzlich der totale Zusammenbruch. „Auf einmal fingen die Gedanken in meinem Kopf an wie wild zu kreisen, wie in einer Beton-Mischmaschine. Ich dachte, jetzt geht´s dahin mit mir“, sagt Herr G. Er musste den Lkw am nächsten Parkplatz stoppen, konnte nicht mehr weiterfahren. Burnout. Nichts ging mehr. Wochenlang war er krankgeschrieben. Auch zu Hause brach er mehrmals vor Erschöpfung zusammen. 

Wie beweist man eine seelische Erkrankung?

Der damals 56-Jährige beantragte eine Invaliditätspension. Doch nach dem Begutachtungsverfahren kam die Ablehnung.

Nicht mal ordentlich angehört

„Die haben mich bei der Untersuchung nicht einmal ordentlich angehört. Meine Krankheit ist nicht sichtbar, aber sie ist da. Niemand kann nachvollziehen, wie sich eine psychische Erkrankung anfühlt, der es nicht selbst erlebt hat“, sagt Herr G.


Er musste sich beim AMS arbeitsuchend melden. Doch es gab es für Herrn G. keinen Job, den er machen hätte können. Verzweifelt wandte sich der Mann an die AK. Diese klagte gegen den negativen Bescheid - mit Erfolg. Die Invaliditätspension bekam er rückwirkend ab dem Datum seiner Arbeitsunfähigkeit befristet für 2 Jahre bewilligt.

Schocknachricht: Melden Sie sich beim AMS

Im April 2017 kam dann der Bescheid der Pensionsversicherungsanstalt: Herrn G.s Invaliditätspension werde nicht weitergewährt, er solle sich wieder beim AMS arbeitsuchend melden. Herrn G. jedoch ging es gesundheitlich genauso schlecht wie zuvor. Der Prozess um die Invaliditätspension und der Druck, mit Ende 50 und einer schweren psychischen Erkrankung noch einmal auf Jobsuche gehen zu müssen, setzten ihm zusätzlich zu. 

Wieder klagte die AK gegen den Bescheid, wieder mit Erfolg. Herr G. ist jetzt bis zur regulären Pension in Invaliditätspension und hat nun in Ruhe Zeit für die Therapien, die er dringend benötigt. 

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