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Für 466 Euro im Monat als Chauffeur und Hausgehilfe gearbeitet

Chauffeur sitzt im Auto und lächelt in die Kamera © WavebreakMediaMicro, stock.adobe.com

Die Geschichte des Ungarn Adam B. (Name von der Redaktion geändert) klingt eigentlich unglaublich und ist doch wahr. Als Herr B. 1994 aus Ungarn nach Österreich kam, um hier beruflich sein Glück zu suchen, ging es ihm zunächst recht gut. Als Maurer und Zimmerer bei einer burgenländischen Baufirma verdiente er wesentlich mehr als in Ungarn.

Zudem wohnte er in Sopron, wo die Lebenshaltungskosten deutlich niedriger waren als in Österreich. Daher störte es ihn auch nicht, dass er weit unter seiner Qualifikation beschäftigt war. Denn Adam B. hatte in Ungarn ein Architekturstudium abgeschlossen! 

Generaldirektor war ein Ausbeuter

Nachdem er bei der Baufirma aufgehört hatte, arbeitete er jahrelang als Berufskraftfahrer und war immer noch zufrieden. Erst als er in einem Inserat las, dass der Generaldirektor einer österreichischen Firma einen Privatchauffeur suchte und er den Job bekam, begannen die Dinge aus dem Ruder zu laufen. Denn der Generaldirektor erwies sich aus veritabler Ausbeuter. 

  • Adam B. wurde nicht nur als Chauffeur eingesetzt, sondern musste zusätzlich als Hausgehilfe arbeiten. 
  • Er musste seinen Chef sogar auf Urlaube begleiten und nicht nur dabei fast rund um die Uhr zur Verfügung stehen. Bezahlung der unzähligen Überstunden: Fehlanzeige! 
  • Die „Dienstwohnung“ war nicht beheizbar, sodass er im Winter erbärmlich fror.
  • Auch der Lohn selbst war viel zu niedrig. Zuletzt bekam er 466 Euro netto im Monat.
  • Als er einen Arzt brauchte, musste er feststellen, dass er gar nicht versichert war.
  • Der Chef hat ihn trotz Vollzeitarbeit samt exzessiver Überstunden nur als „geringfügig Beschäftigten“ angemeldet.
Trotz Warnung des Chefs zur AK

Warum er trotzdem jahrelang blieb, versteht Adam B. heute selbst nicht mehr. Erst ein Bekannter seines Chefs, der die Ausbeutung nicht mehr mitansehen wollte, überredete Herrn B. zur Arbeiterkammer zu gehen. Sein Chef hatte ihn noch gewarnt: „Ich kenne auch dort viele Leute, die werden dir nicht helfen!“

Viele Ansprüche schon verjährt

Ein Rechtsberater der AK kniete sich trotzdem in den Fall und brachte ihn schließlich vor Gericht. Viele Ansprüche konnten leider nicht mehr eingeklagt werden, weil sie bereits verjährt waren. 
Für die letzten 3 Arbeitsjahre forderte die AK für Herrn B. Nachzahlungen für die kollektivvertragliche Unterentlohnung, zahlreiche offene Überstunden und Feiertagsentgelte, Entschädigung für nicht konsumierten Urlaub, Urlaubs- und Weihnachtsgeld und Beiträge für die Abfertigungskasse ein.

Das Verfahren endete mit einem Vergleich: Herr B. bekam netto 7500 Euro nachgezahlt.

Happy End für Herrn B.

Heute arbeitet Herr B. für eine Sicherheitsfirma, die Security-Aufgaben für die österreichische Bundesbahn erfüllt und ist dort sehr zufrieden. Die dafür nötige Ausbildung hat er übrigens unter anderem mit dem AK-Bildungsbonus finanziert. Und er spart, um sich den Traum von seiner eigenen kleinen Baufirma zu erfüllen. 

Dein Recht auf eine faire Bezahlung

Ständig Überstunden machen und das gratis? Sicher nicht! Wir setzen uns dafür ein, dass du bekommst, was dir zusteht.

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