Kündigung im Krankenstand: AK Schärding erkämpfte fast 9.000 Euro für eine Produktionsleiterin

Mehr als 182.000 Euro hat die AK Schärding im ersten Halbjahr 2017 für Mitglieder im Bezirk erkämpft, denen von ihren Arbeitgebern Geld vorenthalten worden war. „Immer wieder erhalten Arbeitnehmer nicht das, was ihnen für die geleistete Arbeit zusteht. In vielen Fällen verhilft ihnen erst die Arbeiterkammer zu ihrem Geld“, sagt AK-Bezirksstellenleiter Mag. Wolfgang Schwarz. 1.695 Beschäftigte suchten Rat und Hilfe bei den Rechtsexperten/-innen der Arbeiterkammer Schärding.

Im Krankenstand gekündigt

In einem typischen Fall erstritt die AK für eine Produktionsleiterin eine hohe Nachzahlung. Die Frau war 4 Monate lang bei einem Arbeitgeber aus Andorf beschäftigt. Wenige Tage nachdem sie sich Anfang des Jahres krank gemeldet hatte, flatterte ihr die Kündigung ins Haus. Das ist zwar – entgegen eines weit verbreiteten Irrglaubens – nicht verboten, verpflichtet den Arbeitgeber jedoch zur Entgeltfortzahlung bis zum Ende des Krankenstandes.

Unternehmen zahlte Ansprüche erst bei drohender Pfändung

Die Angestellte kam, als sie wieder gesund war, zur Beratung in die AK-Bezirksstelle Schärding und ließ die offenen Ansprüche aus dem Arbeitsverhältnis berechnen: nicht bezahltes Gehalt, Entgeltfortzahlung im Krankenstand, anteilige Sonderzahlungen und die Ersatzleistung für offenen Urlaub. Die AK intervenierte beim Unternehmen – keine Reaktion. Die AK reichte Klage beim Arbeits- und Sozialgericht ein – keine Reaktion. Erst nachdem das Gericht angeordnet hatte, den Unternehmer zu pfänden, kam die Arbeitnehmerin zu ihrem Geld. Sie bekam fast 9.000 Euro brutto nachbezahlt.

 

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