08.09.2017
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Wegzeiten nicht bezahlt – AK erreichte 6.600 Euro Nachzahlung - Ohne Verfallsfristen hätte Putzfrau das Doppelte bekommen!

2 Jahre lang war eine Linzerin bei einer Reinigungsfirma beschäftigt, dann wurde das Arbeitsverhältnis einvernehmlich aufgelöst. Zum Glück ließ die Frau ihre Endabrechnung bei der Arbeiterkammer überprüfen. Ein Vergleich der Arbeitszeitaufzeichnungen mit den Lohnabrechnungen zeigte, dass die Wegzeiten zwischen den einzelnen Arbeitsorten nicht berücksichtigt worden waren. Die Arbeiterkammer erreichte eine Nachzahlung von mehr als 6.600 Euro. Wermutstropfen: Wegen der kollektivvertraglichen Verfallsregelung konnten nur die Ansprüche des letzten Jahres geltend gemacht werden. „Ohne Verfallsfristen hätte die Frau das Doppelte bekommen müssen“, kritisiert AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer.

Wegzeiten während der Arbeitszeit wurden nicht bezahlt

Die Frau wurde als Reinigungskraft in verschiedenen Gebäuden eingesetzt. Der Kollektivvertrag für das Reinigungsgewerbe regelt eindeutig, dass Wegzeiten während der Arbeitszeit auch als Arbeitszeit gelten und mit dem normalen Stundenlohn zu bezahlen sind. Die Firma hatte der Frau die Wegzeiten aber nicht bezahlt. Nach einer Intervention der Arbeiterkammer bezahlte die Reinigungsfirma die offenen Ansprüche für die letzten 12 Monate. Weiter zurückliegende Ansprüche waren leider bereits verfallen. Hätte die Frau ihre Ansprüche für das gesamte Beschäftigungsverhältnis geltend machen können, hätte sie etwa das Doppelte bekommen müssen!

Verjährungsfrist kostet den Beschäftigten jährlich Millionen

Leider ist das kein Einzelfall. Durch kurze Verfallsfristen für nichtbezahltes Entgelt in manchen Kollektivverträgen verlieren Arbeitnehmer/-innen Millionen. AK und ÖGB kämpfen daher seit 2014 für deren Abschaffung per Gesetz. Es sollte zumindest eine Verjährungsfrist von 3 Jahren gelten wie im Allgemeinen Bürgerlichen Gesetzbuch. Eine parlamentarische Bürgerinitiative wurde von 25.000 Menschen unterstützt, auch ein Rechtsgutachten von 2 renommierten Arbeitsrechtsprofessoren untermauert die Forderung der AK.

AK-Rechtsschutz Linz:
bis Ende Juli bereits 8,8 Millionen Euro erstritten

Insgesamt haben die Expertinnen und Experten vom AK-Rechtsschutz Linz in den ersten 7 Monaten des heurigen Jahres bereits mehr als 8,8 Millionen Euro für die Mitglieder hereingebracht. Rund 52.000 Beratungen stellen gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres eine leichte Steigerung dar. 7.455 AK-Mitglieder haben persönlich vorgesprochen, 41.168 Beratungen wurden telefonisch abgewickelt, 3.373 per E-Mail. 

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