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Die Arbeiterkammern

Aufgaben

Die Arbeiterkammern vertreten in Kooperation mit dem Österreichischen Gewerkschaftsbund die Interessen von rund 3 Millionen Arbeitnehmer/-innen und Konsumenten/-innen in Österreich. Zu ihren Tätigkeiten zählen insbesondere:

  • Mitbestimmung und Kontrolle der Rechtsetzung

    Durch die Arbeiterkammern sind die österreichischen Arbeitnehmer/-innen und Konsumenten/-innen in die österreichische Rechtsetzung eingebunden. Die Arbeiterkammern beurteilen legislative Entwürfe aus Sicht der Interessen der Beschäftigten und Konsumenten/-innen, unterbreiten Vorschläge für Abänderungen und werden anschließend in die Umsetzung von Gesetzen einbezogen. Diese Beteiligung an der Umsetzung von Gesetzen erfolgt durch die Teilnahme und Mitarbeit in verschiedenen Beiräten und Gremien. Darüber hinaus setzen die Arbeiterkammern - gestützt auf Untersuchungen ihrer Experten/-innen - auch aus eigenem Impulse für Gesetzesinitiativen.

  • Forschung im Dienste der Arbeitnehmer/-innen und Konsumenten/-innen

    Die Arbeiterkammern beschäftigen einen Stab von hochqualifizierten Experten/-innen. Diese sind als Think-Tank für die Interessen der Arbeitnehmer/-innen tätig und führen Studien zu einer Vielzahl von wirtschafts- und sozialpolitischen Grundsatzthemen durch. Auf diese Weise verfügen die Arbeiterkammern über jene wissenschaftliche Basis, die Voraussetzung für effektive politische Arbeit im Dienste der Arbeitnehmer/-innen ist. Die Arbeiterkammern arbeiten dabei wiederholt auch mit anderen österreichischen Sozialpartnern zusammen, um gemeinsame Studien über sozial- und wirtschaftspolitische Themen durchzuführen. Die Ergebnisse dieser Studien bilden regelmäßig einen wichtigen Bestandteil im politischen Diskurs Österreichs.

  • Dienstleistungen für Mitglieder

    Die Arbeiterkammern bieten ihren Mitgliedern kostenlos eine breite Palette an Dienstleistungen an. Dazu zählen ua Information und Beratung in Angelegenheiten des Arbeitsrechtes, der Arbeitslosen- und Sozialversicherung, des Steuerrechtes, der Frauen- und Familienpolitik sowie des Arbeitnehmer/-innen- und Lehrlingsschutzes. Auch im Bereich der Aufklärung und des Schutzes von Verbraucher/-innen sind die Arbeiterkammern sehr aktiv. Bei Streitigkeiten zwischen Arbeitnehmer/-innen und Arbeitgeber/-innen wird Rechtsbeistand geleistet, der von mündlichen oder schriftlichen Interventionen bis zur kostenlosen Vertretung bei Gericht reicht. Jedes Jahr erfolgen durch die Arbeiterkammern rund zwei Millionen Beratungen. Das heißt, dass zwei Drittel aller Mitglieder der Arbeiterkammern konkrete, direkte und rasche Hilfe erhalten. Diese Unterstützung kommt jährlich auch rund 500.000 Personen zugute, die zwar Mitglieder der Arbeiterkammer, aber von der Beitragsleistung befreit sind. Bildung und Kultur sind ein weiterer Aktivitätsschwerpunkt. Dabei stellen die Kammern beträchtliche Geldmittel für Ausbildung, Berufs- und Weiterbildung sowie für Training für Vertreter/-innen der Arbeitnehmer/-innenbewegung zur Verfügung. Als Beispiel für die kulturellen Aktivitäten sei die Arbeiterkammer Wien genannt, die seit 2001 als neue Schwerpunkte die Förderungvon zeitgenössischen Kunstprojekten zu den Themen "Arbeitswelten des 21. Jahrhunderts", "Frauen und Gesellschaft" und "Interkulturalität" hat.

Organisation

Im Gleichklang mit der föderalistischen Struktur Österreichs besteht in jedem der neun Bundesländer eine eigene Arbeiterkammer auf gesetzlicher Grundlage. Die Wiener Arbeiterkammer führt zudem die Geschäfte der Bundesarbeitskammer, der Dachorganisation der neun regionalen Arbeiterkammern. Sowohl die regionalen Arbeiterkammern als auch die Bundesarbeitskammer sind Selbstverwaltungskörper des öffentlichen Rechts.

Mitgliedschaft

Beschäftigte, Lehrlinge, Arbeitslose sowie Personen in Karenz sind nachdem Gesetz Mitglieder der Arbeiterkammern, insgesamt rund drei Millionen Menschen in Österreich. Diese sogenannte Pflichtmitgliedschaft bedeutet, dass die konzeptive Arbeit der Arbeiterkammern, Gesetzesbegutachtungen sowie alle Service- und sonstigen Leistungen allen Mitgliedern der Arbeiterkammer automatisch zugute kommen. Dies gilt auch für jene 500.000 Personen, die von der Beitragsleistung ausgenommen sind. Darüber hinaus vertreten die Arbeiterkammern auch die Interessen der Pensionisten/-innen. Von der Mitgliedschaft ausgenommen sind Beamte und Beschäftigte in der Landwirtschaft.

Wahlen

In jedem Bundesland wird eine Vollversammlung, ein Parlament der Arbeitnehmer/-innen, durch gleiche, direkte und geheime Wahl für einen Zeitraum von fünf Jahren gewählt. Alle Mitglieder der Arbeiterkammern sind wahlberechtigt. Die wichtigsten politischen Gruppierungen sind die Fraktion der sozialdemokratischen GewerkschafterInnen, der Österreichische Arbeiter- und Angestelltenbund, die Freiheitlichen ArbeitnehmerInnen und die Grünen.

Organe

An der Spitze jeder Länderkammer steht ein Präsident/eine Präsidentin. Er/Sie wird durch die Vollversammlung gewählt und vertritt die Arbeiterkammer in allen Angelegenheiten. Er/Sie wird dabei durch mehrere Vizepräsidenten/-innen, den Vorstand sowie von verschiedenen Fachausschüssen unterstützt.

Die Kammerbüros

Die gewählten politischen Funktionäre/-innen werden durch die Kammerbüros unterstützt, an deren Spitze die Direktoren/-innen stehen. Die Kammerbüros leisten alle erforderlichen technischen und administrativen Tätigkeiten, um den Arbeiterkammern die Erfüllung ihres gesetzlichen Auftrags zu ermöglichen. Die gewählten Funktionäre/-innen können somit auf Experten/-innen in allen Gebieten der Wirtschafts-, Sozial- und Bildungspolitik zurückgreifen. Insgesamt beschäftigen die Arbeiterkammern rund 2.400 Personen, wovon 600 für die Wiener Arbeiterkammer, deren Büro gleichzeitig der Bundesarbeitskammer zuarbeitet, tätig sind.

Finanzierung

Die Finanzierung dieser Organisationsstruktur erfolgt über die sogenannte "Arbeiterkammerumlage". Sie beträgt 0,5 Prozent des Bruttogehalts jedes Mitglieds bis zu einer bestimmten Höchstbemessungsgrundlage. Rund 85 Prozent dieses Aufkommens wird für direkte, konkrete Dienstleistungen für die Mitglieder (inklusive jener, die von der Beitragsleistung befreit sind) verwendet.

Die österreichische Wirtschafts- und Sozialpartnerschaft

Das österreichische System der "Wirtschafts- und Sozialpartnerschaft" basiert auf der Zusammenarbeit zwischen Regierung und verschiedenen interessenpolitischen Einrichtungen, den sogenannten Sozialpartnerorganisationen auf Seiten der Arbeitnehmer und Arbeitgeber. Die Bundesarbeitskammer ist neben dem österreichischen Gewerkschaftsbund, der Wirtschaftskammer Österreich und der österreichischen Landwirtschaftskammer Teil dieser Wirtschafts- und Sozialpartnerschaft. Dieses System wird vom Grundsatz geleitet, Interessenskonflikte primär am Verhandlungstisch und weniger durch Kampfmaßnahmen, wie Streiks und Aussperrungen, zu lösen. Die grundlegenden Ziele der Sozialpartnerorganisationen liegen in der Stärkung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit und Stabilität der europäischen Wirtschaft, in der Erhaltung und Verbesserung der sozialen Standards und im Schutz der ökologischen Lebensgrundlagen.


Wirtschafts - und Sozialpartnerschaft © -, -


Europa - Die neuen Aufgaben der Bundesarbeitskammer

Angesichts der weltweit ansteigenden Verflechtung der wirtschaftlichen Aktivitäten und der wachsenden Vorherrschaft der internationalen Finanzmärkte über die nationalen Volkswirtschaften sind Anstrengungen erforderlich, um die Vertretung von Arbeitnehmer/-inneninteressen auch auf internationaler Ebene zu intensivieren. Ein hohes Beschäftigungsniveau und ein gut ausgebauter Sozialschutz können nicht mehr allein durch Maßnahmen auf nationaler Ebene gewährleistet werden.

Im Hinblick auf eine europaweite Vertretung von Arbeitnehmer/-inneninteressen ist es notwendig, die vorhandenen Strukturen der Europäischen Union zu nützen und an Entscheidungen über zukünftige Entwicklungen teilzuhaben. Unser Ziel ist ein Europa mit sicheren Arbeitsplätzen und einem ausgebauten Sozialschutz, eine europäische Beschäftigungs- und Sozialunion.

Das Büro der Bundesarbeitskammer in Brüssel

Seit 1991 unterhält die Bundesarbeitskammer ein Büro in Brüssel. Dadurch kann sowohl der ständig steigenden Informationsnachfrage durch die Mitglieder der Arbeiterkammer, als auch der Interessenvertretungsaufgabe auf europäischer Ebene entsprochen werden. Das Büro der Bundesarbeitskammer ist in die Ständige Vertretung Österreichs bei der Europäischen Union eingegliedert. Dies entspricht dem System der österreichischen Entscheidungsfindung: die Vertretungen aller Ministerien, aller Sozialpartnerorganisationen, des Städte- und Gemeindebundes, der Österreichischen Nationalbank und die Verbindungsstelle derösterreichischen Länder befinden sich hier.

Interessenvertretung

Mit dem Beitritt Österreichs zur Europäischen Union 1995 sind wesentliche einzelstaatliche Kompetenzen auf die Gemeinschaft übergegangen. Damit wurden auch die Herausforderungen und Aufgabenfelder der Bundesarbeitskammer erweitert. Sie nimmt ihre Rolle als Interessenvertretung nunmehr auf mehreren Ebenen im politischen Entscheidungsgefüge der Europäischen Union wahr. So macht die Bundesarbeitskammer einerseits von ihrem gesetzlich verbrieften Recht Gebrauch, zu Rechtsetzungsvorhaben der Europäischen Union Stellung zu nehmen, um die österreichische Positionierung im Rahmen des EU-Rechtsetzungsprozesses mitzugestalten. Die Bundesarbeitskammer vertritt zudem die Interessen ihrer Mitgliederauch direkt bei den europäischen Institutionen.

  • Die institutionelle Vertretung von Arbeitnehmer/-inneninteressen in Brüssel erfolgt durch die Entsendung von Mitgliedern in den Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss und in verschiedene paritätisch besetzte beratende Ausschüsse. Experten/-innen aus den Arbeiterkammern bringen hier bei der Ausarbeitung von Stellungnahmen oder einem internen Meinungsbildungsprozess ihr Wissen und die Interessen der österreichischen Arbeitnehmer/-innen und Verbraucher/-innen ein. Zum Sozialen Dialog in der EU trägt die Bundesarbeitskammer durch die Entsendung von Experten/-innen und die Erstellung von Expertisen bei.

  • Aufgabe des Büros Brüssel der Bundesarbeitskammer ist es, die Interessen der österreichischen Arbeitnehmer/-innen und Verbraucher/-innen frühzeitig in den EU-Entscheidungsprozess einzubringen. Dies geschieht durch persönliche Kontakte, den gezielten Versand von Positionspapieren, Stellungnahmen und Vorschlägen für Abänderungsanträge, die Präsentation der Positionen der Bundesarbeitskammer auf der Website www.akeuropa.eu und die Organisation von Diskussionsveranstaltungen zuwichtigen Themen.

  • Um diesen Vorgaben entsprechen zu können, ist eine Zusammenarbeit bzw. Vernetzung mit Organisationen ähnlicher Zielrichtung sinnvoll. So bestehen intensive Kontakte mit dem Europa-Büro des Österreichischen Gewerkschaftsbundes, dem Europäischen Gewerkschaftsbund, dem Europäischen Gewerkschaftsinstitut und in Brüssel niedergelassenen nationalen Gewerkschaften aus den Mitgliedstaaten der Europäischen Union. Die Arbeiterkammern Luxemburg, Saarland und Bremen haben keine Büros in Brüssel, werden jedoch über die EU-Aktivitäten der österreichischen Bundesarbeitskammer laufend informiert. Auch wenn keine europäische Dachorganisation der Arbeiterkammern existiert, bestehen doch regelmäßige Kontakte und ein gegenseitiger Ideen- und Informationsaustausch.

  • Im BEUC (Bureau Européen des Unions de Consommateurs), dem europäischen Verbraucherverband, ist die Bundesarbeitskammer assoziiertes Mitglied. Dies bedeutet, dass sie in das europäische Informationsnetzwerk der BEUC integriert ist. Die Interessen der österreichischen Verbraucher/-innen werden somit neben dem unmittelbaren Lobbying auch über diese Schiene wahrgenommen.

Was macht die AK?

Was leistet die AK für ihre Mitglieder? Bei welchen Fragen und Problemen bietet sie Beratung und Hilfe an? Warum kann man auf die Arbeiterkammer nicht verzichten?

Wir sind für Sie da

Wir sind dafür da, die Interessen unserer Mitglieder zu vertreten - der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer Oberösterreichs.

90 Jahre AK Oberösterreich

Die Arbeiterkammer feierte 2011 ihr 90-jähriges Bestehen

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