Mann mit Krawatte zeigt mit Kugelschreiber auf Bilanz © ArTo , stock.adobe.com
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Die AK-Leistungsbilanz 2018 bestätigt: Die oberösterreichischen Beschäftigten brauchen eine starke Arbeiterkammer

Trotz sinkender Arbeitslosigkeit und steigender Zuversicht der Beschäftigten hatten die Rechtsexperten/-innen der AK Oberösterreich auch 2018 alle Hände voll zu tun: Sie führten im vergangenen Jahr fast 310.000 Beratungen durch und erkämpften knapp 102 Millionen Euro für die AK-Mitglieder. „Diese Leistungen für unsere Mitglieder können wir nur aufrechterhalten, wenn die Pflichtmitgliedschaft und die Höhe der Kammerumlage unangetastet bleiben“, sagt AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer.

Rund 850 Beratungen pro Tag - Tendenz steigend

Insgesamt 309.968 Menschen suchten persönlich, telefonisch oder per E-Mail Rat und Hilfe bei der AK Oberösterreich. Damit wurde das konstant hohe Niveau der vergangenen Jahre weiter gesteigert. Den Schwerpunkt bildeten knapp 213.000 arbeits- und sozialrechtliche Beratungen, vor Gleichbehandlungsberatungen und Beratungen bei Insolvenzen. 7 von 10 Beratungen erfolgten telefonisch, rund 18.000 Rechtsakte wurden angelegt.

In den knapp 8.500 abgeschlossenen Rechtsfällen wurden für die AK-Mitglieder mehr als 101 Millionen Euro an vorenthaltenen Löhnen und Gehältern sowie an sozialrechtlichen Ansprüchen erstritten. Die Gesamt-Bilanz der letzten 5 Jahre braucht keinen Vergleich zu scheuen:

  • 1,3 Millionen Beratungen insgesamt
  • fast 800.000 Beratungen im Arbeits- und Sozialrecht
  • 362.000 Konsumentenschutz-Beratungen
  • 44.000 Mitglieder vor Gericht vertreten
  • 370 Millionen Euro im Arbeits- und Sozialrecht erstritten
  • 14 Millionen Euro für die Konsumenten/-innen

Regelrecht gestürmt wurden regelmäßig die Pensionsberatungen in den Bezirken. 75.000 Mitglieder nahmen die Bildungsberatung in Anspruch, 40.000 Schülerinnen und Schüler besuchten das Workshopzentrum Di@log.

Küchenhilfe arbeitete 24 Tage am Stück

Unzählige Überstunden, falsch abgerechnete Feiertagszuschläge und offener Resturlaub: Das erlebte 3 Jahre lang eine Küchenhilfe in einem Hotel im Bezirk Grieskirchen. Auch die Höchstarbeitszeiten sowie die Wochen- und Wochenend-Ruhe wurden öfters nicht eingehalten. Einmal musste die Beschäftigte sogar 24 Tage am Stück durcharbeiten! Die Frau wandte sich an die AK Schärding - mit Erfolg: Die Firma zahlte ein Vergleichsangebot in Höhe von 8.000 Euro.

Mehr Pflegegeld für nierenkranke Tochter

Verzweifelt wandte sich eine Mutter an die Arbeiterkammer: Sie pflegt ihre mehrfach beeinträchtigte Tochter, die an Nierenversagen leidet, bereits eine Transplantation hinter sich hat und nun Dialyse-Patientin ist. Dazu kommt: die junge Frau leidet an epileptischen Anfällen mit hoher Sturzgefahr. Sie braucht deshalb rund um die Uhr Hilfe. Trotzdem musste die Familie für eine höhere Pflegestufe mühsam kämpfen. Die AK-Experten/-innen holten ein neues und realistischeres Gutachten ein. Jetzt bekommt die Tochter endlich ein höheres Pflegegeld.

Schutz und Hilfe für 7 Euro pro Monat

Das gesamte Leistungsangebot der AK bekommen die Mitglieder für nur rund 7 Euro pro Monat. Das ist der Betrag, den die Arbeitnehmer/-innen durchschnittlich an AK-Umlage bezahlen. Arbeitssuchende, Lehrlinge, Personen in Karenz oder geringfügig Beschäftigte zahlen gar nichts. Eine Senkung des AK-Beitrages könnte den Mitgliedern nur wenige Euro ersparen, würde aber die Finanzierungbasis der AK gefährden. 

Noch mehr Leistungen für das gleiche Geld

Die Mitglieder sind aber durchaus zufrieden mit der Höhe des AK-Beitrags. Das ist eines der Ergebnisse der bundesweiten Dialog-Offensive der Arbeiterkammern im Frühjahr 2018. Unter dem Titel „Wie soll Arbeit?“ wurden Arbeitnehmer/-innen in ganz Österreich dazu befragt, wie sie sich die Arbeitswelt in Zukunft vorstellen. Die Schlüsse, die aus dieser großen Befragung gezogen wurden, finden sich nun im AK-Zukunftsprogramm wieder. Künftig bekommen die Mitglieder noch mehr Leistungen für das gleiche Geld. Die AK Oberösterreich baut ihr Angebot in den Bereichen Ausbildung, Wohnen und Pflege 2019 weiter aus.  

30 Millionen Euro für Mitglieder durch den AK-Zukunftsfonds
Herzstück des Zukunftsprogramms der Arbeiterkammern ist die Hilfe beim digitalen Wandel. Die AK wird in den nächsten 5 Jahren in Oberösterreich 30 Millionen Euro in die Hand nehmen, um die Arbeitsbedingungen der Menschen in der digitalen Welt zu verbessern: 

Der AK-Zukunftsfonds ARBEIT-MENSCHEN-DIGITAL fördert ab sofort Projekte, die mit der Digitalisierung zu tun haben und direkt den Beschäftigten in den Betrieben zugutekommen: zum Beispiel Aus- und Weiterbildungsprogramme, Mitbestimmung bei Schicht- oder Dienstplänen durch digitale Instrumente, Systeme zur Verbesserung der Zusammenarbeit im Betrieb, zum Erhalt der Gesundheit und vieles mehr. Das Hauptkriterium für die Förderung: Die Projekte müssen zum Ziel haben, die Arbeit der Beschäftigten zu verbessern oder zu erleichtern und dürfen nicht vorrangig der Gewinnmaximierung dienen. Informationen zum AK-Zukunftsfonds gibt es unter www.arbeitmenschendigital.at 

AK-Wahl 2019

Von 19. März bis 1. April 2019 finden in Oberösterreich die Arbeiterkammer-Wahlen statt. Rund 600.000 AK-Mitglieder sind aufgerufen, ihr Parlament der Arbeitnehmer/-innen – die AK-Vollversammlung – zu wählen. Alle Infos zur Arbeiterkammer-Wahl 2019 finden AK-Mitglieder unter ooe.arbeiterkammer.at/akwahl.

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