27.5.2015
Drucken
Zu Merkzettel hinzufügen

Junge Menschen in den Arbeitsmarkt integrieren: Jugendnetzwerk Wels tagte zu Fördermöglichkeiten und Chancen

Im April 2015 waren im Bezirk Wels 735 Menschen unter 24 Jahren arbeitslos gemeldet. Hinzu kommen noch Hunderte Jugendliche und junge Erwachsene, die weder in Ausbildung noch in einem Job noch arbeitsuchend gemeldet sind. Ziel des Jugendnetzwerks Wels sind der Dialog und die Vernetzung all jener, die Jugendliche am Übergang von der Schule in die Arbeitswelt unterstützen. In Wels engagieren sich im Jugendnetzwerk bereits 40 Partner/-innen. Diese tauschten sich bei einer Dialogveranstaltung in der Kellner & Kunz AG über Erfahrungen, Fördermöglichkeiten und Integration auf dem Arbeitsmarkt aus. 

Gesamtschule und Berufsorientierung in der Hauptschule

735 Unter-24-Jährige waren im April 2015 im Bezirk Wels auf Arbeitssuche – das entspricht einer Steigerung von 28 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Vor allem in der Stadt Wels kommt die Problematik dazu, dass 1262 Personen unter 29 Jahren gar nirgends aufscheinen, also weder in Ausbildung noch bei der Sozialversicherung noch beim AMS arbeitsuchend gemeldet sind. AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer benennt vor allem ein Defizit im Ausbildungssystem als Ursache: „Rund ein Drittel dieser jungen Menschen hat nur einen Pflichtschulabschluss als höchste Qualifikation. Dem Problem der Jugendarbeitslosigkeit könnte man mit einen flächendeckenden Ausbau von Ganztagsschulen, an denen Zeit zur individuellen Förderung jedes Jugendlichen bleibt, sowie mit mehr Berufsorientierung in den Hauptschulen begegnen“, ist er überzeugt.

Ziel der Jugendnetzwerke der Arbeiterkammer ist es, mehr junge Menschen in Beschäftigung, Ausbildung oder Trainings zu bringen. Das Jugendnetzwerk ist auch in den Bezirken aktiv. Mit dabei sind Sozialpartner/-innen, Politik, Wirtschaft, Schulen, Ausbildungsstätten und Vereine – in Wels sind es bereits 40. Neu im Netzwerk sind die Soziale Initiative Gemeinnützige Gesellschaft mbH und die Miteinander GmbH.

Wer ausbildet, der stärkt sein Unternehmen

Vertreter/-innen der Partner-Institutionen trafen sich am 21. Mai 2015 in der Kellner & Kunz AG, um sich auszutauschen und Strategien zu diskutieren, wie Jugendliche in den Arbeitsmarkt integriert werden können. Kellner & Kunz-Vorstand Walter Bostelmann präsentierte die „Nachwuchs-Akademie“, die Ausbildungsstätte für junge Mitarbeiter/-innen im Unternehmen, und sprach sich für eine aktive Ausbildungspolitik aus: „Die beste Möglichkeit, qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu finden, ist die Ausbildung im eigenen Unternehmen.“

AMS-Geschäftsstellenleiter Othmar Kraml lieferte einen Überblick über die Förderinstrumente zur Unterstützung und Integration von Jugendlichen und betonte die Rolle des Jugendnetzwerks dabei: „Damit die Integration in den Arbeitsmarkt gelingen kann, gibt es unterschiedliche Angebote verschiedener öffentlicher Institutionen, die sich durch ein gemeinsames Netzwerk mit regionalen Unternehmen potenzieren sollen. Dafür ist das Jugendnetzwerk Wels eine wichtige Plattform.“

Jobpaten helfen beim Einstieg

Unterstützung bekommen Jugendliche unter anderem in dem Projekt Jobpatenschaft. Dabei unterstützen Führungskräfte als Jobpaten/-innen die Jugendlichen bei der Arbeitssuche. Das Projekt ging aus dem „Pakt für Jugendbeschäftigung“ hervor, den die Netzwerkpartner/-innen im Juni 2013 unterzeichnet hatten.

Die Gründe, warum viele Jugendliche weder Job noch Ausbildungsplatz haben, sind vielfältig. AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer unterstreicht die Wichtigkeit, gemeinsam dem Thema Jugendbeschäftigung zu begegnen: „Wir müssen offen darüber diskutieren, die Herausforderungen erkennen und reagieren.“ Und genau hier setzen die Jugendnetzwerke der AK OÖ an: Sie wollen die Ursachen der Probleme benennen, die Kräfte aller Beteiligten – wie Betriebe, Eltern, Schulen, Sozialpartner – bündeln, um bestehende Ressourcen besser nutzen und effektiver zusammenarbeiten zu können. „Damit letztendlich alle Jugendlichen den Übergang von der Schule in die Arbeitswelt reibungslos schaffen“, benennt AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer das große Ziel der Jugendnetzwerke.

Foto zum Download

Der Abdruck des Fotos ist honorafrei, wenn das Copyright "AK Wels" angeführt wird.

Junge Menschen in den Arbeitsmarkt integrieren: Jugendnetzwerk Wels tagte zu Fördermöglichkeiten und Chancen © -, AK Wels

Am Foto (v.r.n.l.): Dr.in Michaela Petz, Leiterin der AK Wels, Mag. Peter Paar, Geschäftsführer Miteinander GmbH, Robert Seidlmann, Regionalleiter Soziale Initiative Gemeinnützige GmbH, und Walter Bostelmann, Vorstand Kellner & Kunz AG.


Jugendbeschäftigung: Vernetzung funktioniert

Vernetzung, um Jugendlichen Arbeit zu ermöglichen - in Ried funktioniert dieses Konzept seit zwei Jahren äußerst erfolgreich.

Jugendnetzwerktagung Innviertel

Talente fördern, Schwächen ausgleichen - solange das Bildunsgssystem das nicht schafft, werden Ungleichheiten bestehen bleiben.

TeilenZu Merkzettel hinzufügen

Facebook-Funktion aktivieren

Drucken
Zu Merkzettel hinzufügen

Verwandte Links


Zum Seitenanfang
Um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten, speichert diese Website Informationen über Ihren Besuch in sogenannten Cookies. Durch die Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Weitere Informationen über Cookies, sowie welche Daten wir wie lange speichern, finden Sie in unserer Datenschutzerklärung. Dort können Sie auch der Verwendung von Cookies widersprechen und die Browsereinstellungen entsprechend anpassen.
Diese Website verwendet Cookies. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Weitere Informationen dazu sowie welche Daten wir wie lange speichern, finden Sie in unserer Datenschutzerklärung. Dort können Sie auch der Verwendung von Cookies widersprechen.
OK