22.08.2019

1.500 Euro Nach­zahlung für zu Un­recht ge­feuertes Zimmer­mädchen - AK Vöckla­bruck er­stritt im ersten Halb­jahr mehr als 2 Mill­ionen Euro

„Immer wieder erhalten Arbeitnehmer/-innen nicht das, was ihnen für die geleistete Arbeit zusteht. In vielen Fällen verhilft ihnen erst die Arbeiterkammer zu ihrem Geld“, sagt der neue AK-Bezirksstellenleiter Michael Weidinger zur Halbjahresbilanz der AK Vöcklabruck. Exakt 2,050.038 Euro hat sie im ersten Halbjahr 2019 für Mitglieder im Bezirk beziehungsweise deren Angehörige in arbeits- und sozialrechtlichen Streitfällen erkämpft. Ein typischer arbeitsrechtlicher Fall war der eines Zimmermädchens aus dem Bezirk, für das die AK eine Nachzahlung von 1.146 Euro erreichen konnte. 

Fast 4.000 Be­rat­ungen

Die Rechtsberater/-innen der AK-Bezirksstelle Vöcklabruck haben alle Hände voll zu tun. Insgesamt 3.750 Beratungen führten sie im ersten Halbjahr 2019 durch, 1.819 AK-Mitglieder kamen mit ihren arbeits- und sozialrechtlichen Problemen zu einem persönlichen Beratungsgespräch. 

Nach 13 Stun­den Tag raus­ge­worfen 

Ein bezeichnender Fall, wie manche Arbeitgeber mit ihren Mitarbeitern/-innen umgehen, war der einer jungen Frau aus dem Bezirk: Die Arbeitnehmerin war in einem Hotel als Zimmermädchen beschäftigt, wurde aber arbeitsrechtswidrig regelmäßig für Küchenhilfstätigkeiten herangezogen. Bei fehlender Arbeit wurde sie einfach nach Hause geschickt. 

An einem konkreten Arbeitstag - es sollte ihr letzter werden - musste sie 6:00 bis 12:20 Uhr und dann wieder ab 16:00 Uhr arbeiten. Sie bat ihren Arbeitgeber, um 23:00 gehen zu dürfen, da sie sonst den letzten Bus verpasst und keine Möglichkeit mehr gehabt hätte, nach Hause zu kommen. Der Arbeitgeber verweigerte das. Es kam zu einem Streitgespräch, in dessen Folge der Arbeitgeber die Frau um 22:40 nach Hause schickte. Zu diesem Zeitpunkt hatte sie also bereits 13 Stunden gearbeitet, also deutlich länger als die höchstzulässige Arbeitszeit von 12 Stunden. 

Frist­lose Künd­igung 

Als dann die Arbeitnehmerin erkrankte, meldete sie der Chef mit sofortiger Wirkung von der Gebietskrankenkasse ab, und behauptete, sie sei unberechtigt aus dem Arbeitsverhältnis ausgetreten. Für Zeiten, an denen sie nicht gearbeitet hatte, weil der Chef sie nach Hause geschickt hatte, zog er ihr bei der Endabrechnung einfach Minusstunden ab. Auch ihr zustehende Sonderzahlungen (Urlaubs- und Weihnachtsgeld) und die Urlaubsersatzleistung für nicht konsumierten Urlaub wurden nicht berücksichtigt. 

Frist­widrige Künd­igung 

Die Rechtsexperten/-innen der AK Vöcklabruck stellten fest, dass von einem unberechtigten vorzeitigen Austritt der Frau keine Rede sein konnte und der Arbeitgeber sie daher fristwidrig gekündigt hatte. Die AK forderte daher eine Nachzahlung sämtlicher offenen Ansprüche: Entgeltfortzahlung bis zum regulären Kündigungstermin, Nachzahlung der unfreiwilligen Minusstunden und nicht geleisteten Sonderzahlungen sowie eine Urlaubsersatzleistung. Nach einem außergerichtlichen Vergleich erhielt die Frau brutto mehr als 1.500 Euro nachgezahlt.

Im ersten Halbjahr 2019 hat die AK Vöcklabruck 104 weitere arbeitsrechtliche Vertretungen übernommen, um geprellten Beschäftigten zu ihrem Recht zu verhelfen. In sozialrechtlichen Angelegenheiten musste die AK Vöcklabruck sogar 115 neue Rechtsakte anlegen. In den meisten dieser Fälle geht es um Pensionsansprüche und Pflegegeld. Auch hier vertritt die Arbeiterkammer, wenn nötig, Mitglieder, zu pflegende Angehörige und Pensionisten kostenlos vor Gericht.

"Immer wieder er­halten Arbeit­nehmer/-innen nicht das, was ihnen für die ge­leistete Ar­beit zu­steht. In vielen Fällen ver­hilft ihnen erst die Arbeiter­kammer zu ihrem Geld."

Michael Weidinger

AK-Bezirksstellenleiter

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"Immer wieder er­halten Arbeit­nehmer/-innen nicht das, was ihnen für die ge­leistete Ar­beit zu­steht. In vielen Fällen ver­hilft ihnen erst die Arbeiter­kammer zu ihrem Geld."

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