Fröhliche Kinder © contrastwerkstatt, stock.adobe.com
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18.12.2019

Neuer AK-Kinder­betreuungs­atlas: Das Betreuungs­angebot im Bezirk Vöckla­bruck ist noch sehr ausbaufähig

Der AK-Kinder­betreuungs­atlas schafft jährlich einen umfassenden Überblick über das Kinder­betreuung­sangebot in Oberösterreichs Gemeinden. Heuer wurden erstmals 3 Altersgruppen – Unter-Dreijährige, Drei- bis Sechsjährige und Volks­schulkinder – gesondert betrachtet und diverse Zusatzangebote (wie Gesunde Jause, Zivildiener-Einsatz, Naturerleben-Projekte, Integration) berücksichtigt. Fazit für den Bezirk Vöcklabruck: Hinsichtlich institutioneller Kinderbetreuung ist noch einiges zu tun. Besonders beim Angebot für die Unter-Dreijährigen und bei der Nachmittagsbetreuung von Volksschulkindern hinkt der Bezirk hinterher.

Daten zu 20 Jahren Kinderbetreuung

Anlässlich der 20. Auflage des Kinder­betreuungs­atlas untersuchten die AK-Experten/-innen das Angebot in Oberösterreich noch genauer als bisher. Konkret werteten die Daten­sammler/-innen in jeder Gemeinde pro Altersgruppe 4 Kriterien aus: die Öffnungszeiten, das Mittagessen-Angebot sowie die Schließzeiten im Sommer und im Arbeitsjahr – wobei die Öffnungszeiten differenziert wurden (Unter-Dreijährige mindestens 6 Stunden/Tag, Drei- bis Sechsjährige mindestens 8 Stunden/Tag und Volksschulkinder mindestens 4 Nachmittagsstunden/Tag – jeweils Montag bis Donnerstag). Gemeinden, die zudem die Kriterien des Vereinbarkeitsindikators für Beruf und Familie erfüllten, konnten bei den Unter-Dreijährigen und bei den Drei- bis Sechsjährigen zusätzlich eine 1A-Bewertung erreichen.

Gesamt-Kategorie über alle Altersgruppen hinweg

Die Beantwortung aller Kriterien (Öffnungszeit, Mittagessen, Sommerbetreuung und Schließzeiten) ergab für jede Gemeinde 1 von 5 möglichen Gesamt-Kategorien (von A bis E).

  • Gemeinden, die 11 oder alle 12 Kriterien erfüllen, sind sogar 1A-Gemeinden,
  • für 9 - 10 erfüllte Kriterien gibt es ein „A“. Kommunen,
  • mit 7 - 8 positiven Kriterien erhalten ein „B",
  • 5 - 6 ergeben ein „C“,
  • Gemeinden die 3 - 4 Kriterien schafften, bekommen ein „D“
  • Weniger als 3 bedeuten ein „E“,
  • Zusätzlich gibt es ein „+“, falls Gemeinden auch Sonderprojekte wie gesundes Mittagessen, Integration, Naturerleben und so weiter durchführen.

Beurteilung nach Altersgruppen differenziert

Durch die nach Altersgruppen aufgegliederte Beurteilung und breitere Darstellung ist die „Gesamt-Kategorie“ für die jeweilige Gemeinde nicht 1:1 mit denen aus den Vorjahren vergleichbar. Die Logik des bisherigen Bewertungssystems blieb allerdings beibehalten. Die aktuellen Ergebnisse und auch jene der Vorjahre kann man in der Online-Version des Kinderbetreuungsatlas einsehen. Diese wurde ebenfalls überarbeitet, präsentiert viel umfassender die kommunalen Angebote und ist unter kba.arbeiterkammer.at auch smartphone-tauglich abrufbar.

Nur 3 von 52 Gemeinden schaffen 1A-Gesamt-Kategorie

3 der 52 Gemeinden im Bezirk Vöcklabruck (5,8 Prozent) haben die bestmögliche Gesamt-Kategorie „1A“ erreicht: Frankenmarkt, Gampern und Vöcklamarkt. Sie bieten über alle Altersgruppen hinweg eine Kinderbetreuung an, die es Eltern und Alleinerziehenden ermöglicht, einer Vollzeit-Arbeit nachzugehen. Das ist allerdings deutlich unter dem durchschnittlichen Oberösterreichwert von 9,8 Prozent.

Immerhin dürfen sich 12 Gemeinden (23,1 Prozent) über eine „A“-Bewertung freuen. Exakt die Hälfte aller 52 Gemeinden im Bezirk Vöcklabruck wurden in die Kategorien „B“ (16) bzw. „C“ (10) eingestuft. 4 Gemeinden (Niederthalheim, Nußdorf a. A., Oberhofen a. I. und Puchkirchen a. T.) mussten mit der niedrigsten Kategorie „E“ vorliebnehmen.

3 Gemeinden ohne Angebot für Unter-Dreijährige

Aufgeschlüsselt nach den einzelnen Alterskategorien zeigt sich, dass es besonders Eltern mit ganz jungen Kindern nicht in allen Gemeinden leicht haben, Kinderbetreuung und Beruf zu vereinbaren. Denn bei den Unter-Dreijährigen erreichen im Bezirk Vöcklabruck nur 3 Gemeinden die bestmögliche Kategorie „1A“: Frankenmarkt, Pilsbach und Vöcklabruck. 10 Gemeinden erfüllten die Voraussetzungen für die Kategorie „A“. Exakt ein Viertel (13 Gemeinden) erhielt in dieser Altersgruppe ein „B“, 17 Gemeinden erfüllten die Kriterien für die solide C-Kategorie. 4 Gemeinden verfügen über ein unzureichendes Betreuungsangebot für Unter-Dreijährige und wurden als E-Gemeinden eingestuft, wobei in Pöndorf, Puchkirchen a. T. und Weißenkirchen i. A. überhaupt kein institutionelles Angebot für die Altersgruppe besteht.

Sehr gutes Angebot für Drei- bis Sechsjährige

Bei den Drei- bis Sechsjährigen erreichten 8 Bezirksgemeinden (15,4 Prozent) die bestmögliche 1A-Kategorie und bieten somit Eltern ein optimales Betreuungsangebot: Attersee, Attnang-Puchheim, Desselbrunn, Fornach, Frankenmarkt, Gampern, Innerschwand und Vöcklabruck. 4 Gemeinden (Pilsbach, Redleiten, Regau und Vöcklamarkt) erfüllten die Kriterien für die Kategorie „A“. Damit beträgt der Anteil der 1A- und A-Gemeinden im Bezirk Vöcklabruck 23,1 Prozent, rund 10 Prozentpunkte niedriger als der oberösterreichische Vergleichswert von 33,3 Prozent. 5 Gemeinden wurden in die niedrigste Kategorie „E“ eingestuft: Niederthalheim, Nußdorf a. A., Oberhofen a. I., Pfaffing und Puchkirchen a. T.

Bezirk Vöcklabruck schwach bei Volksschülern

Beim Angebot für die Nachmittagsbetreuung von Volksschulkindern schneidet der Bezirk Vöcklabruck im oberösterreichweiten Vergleich schwach ab. Als einzige der 52 Bezirksgemeinden verfügt Redlham über eine sehr gute Betreuungsqualität und wurde in die höchste Kategorie „A“ eingestuft. Das bedeutet einen A-Gemeinden-Anteil von 1,9 Prozent. Nur die Bezirke Freistadt und Schärding (jeweils überhaupt keine A-Gemeinde) schnitten noch schlechter ab. Zum Vergleich: Der Oberösterreich-Schnitt beträgt 12,6 Prozent.

Gleich 8 Gemeinden im Bezirk Vöcklabruck mussten in die niedrigste Kategorie „E“ eingestuft werden, wobei Weißenkirchen i. A. als einzige Bezirksgemeinde überhaupt keine institutionelle Nachmittagsbetreuung für Volkschüler/-innen anbietet.

3 Gemeinden stellten Daten nicht zur Verfügung

Zusätzlicher Wermutstropfen: Atzbach, Neukirchen a. d. V. und Schlatt beteiligten sich nicht an der Erhebung der örtlichen Betreuungsangebote. Insgesamt retournierten 26 der 438 oberösterreichischen Gemeinden (sechs Prozent) die ausgesandten Datenblätter nicht.

Alle Details zu den Ergebnissen gibt es auch unter kba.arbeiterkammer.at

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