23.05.2019

AK-Tagung „Jugend­netzwerke“ in Kirch­dorf: Was macht aus­gren­zungs­ge­fähr­dete Ju­gend­liche stark?

Aus­grenzungs­gefährdete Jugend­liche sollen bessere Chancen für den Ein­stieg in die Berufs­aus­bildung be­kommen. Um dieses Ziel zu er­reichen, treffen sich regel­mäßig soziale Organi­sationen, Institu­tionen, Betriebe und Schu­len in allen ober­öster­reichis­chen Regionen im Rahmen der „Jugend­netz­werke“ der Ar­beiter­kammer. Kürz­lich disku­tierten die Netz­werk-Part­ner/-innen aus den Bezir­ken Kirch­dorf und Steyr in der AK Kirch­dorf, wie aus­grenzungs­gefähr­dete Jugend­liche trotz des enormen Drucks in dieser Lebens­phase gestärkt werden können. AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer fasst zusammen: „Wenn man die Jugend­lichen ernst nimmt, respek­tiert und ihre Stärken, vor allem im prak­tischen Bereich, fördert, dann werden sie sich bei der Aus­bildung im Betrieb zum Positiven entfalten.“

Jugendliche leiden unter hohem Druck

Das Zauber­wort dafür heißt in der Fach­sprache Resilienz – oder psychische Wider­stands­fähigkeit. Je höher diese ist, desto leichter können die jungen Men­schen mit schwie­rigen Lebens­umstän­den umgehen. Und der Druck auf Jugend­liche ist ja nicht gerade gering: Die schulischen Noten sollen passen, man soll sich für einen Beruf ent­scheiden, der Druck der sozialen Medien ist immens, zu Hause gibt es oft Streit mit den Eltern, das Taschen­geld reicht nie aus und der Körper sowie die Hor­mone spielen manch­mal verrückt. Das kann auch zu schlimmen Krisen führen.

Die Jungen unterstützen

Was stärkt nun aus­gren­zungs­gefähr­dete Jugend­liche? Mit diesem Thema setzten sich die Partne­rinnen und Partner der Jugend­netz­werke der Arbeiter­kammer Ober­öster­reich im regionalen Jugend­netz­werk-Dialog in Kirch­dorf auseinander. Die gute Nach­richt: Resilienz ist kein ab­ge­schlossener Prozess. Resilienz kann man erwerben und stets weiter­entwickeln. Umso wichtiger ist es, dass Schulen und Unter­nehmen Beiträge leisten, um jungen Men­schen auf die Beine zu helfen und sie zu stärken. Wert­schätzung, gute Bezie­hungen sowie Mit­bestim­mung und -gestaltung sind einige Fak­toren, die Jugend­liche resistenter machen, waren sich die Teil­nehmer/-innen an der Tagung einig.

Unterschiedliche Methoden zur Förderung

„Jedes Unter­nehmen sollte als Ganzes hinter dem Thema Resilienz stehen. Nur so können alle Jugend­lichen im Betrieb eine ordent­liche Berufs­ausbildung erhalten, sagte etwa Georg Mitter­schiffthaler, Personalist bei Jeld-Wen Türen GmbH, besser bekannt unter der Marke Dana Türen. Doch auch schon vor der betrieb­lichen Aus­bildung können Jugend­liche gestärkt werden. Petra Kapeller, Direk­torin der NMS Kirch­dorf: „ Wir setzen viele unter­schiedliche Methoden zur Resilienz­förderung in der Schule ein. Auf diese Weise können wir die vielfältgen Heraus­forde­rungen im Schulalltag meistern“.

Schule und Betrieb sind große Stützen

Die Arbeiterkammer Oberösterreich fordert daher, dass sich Schule und Betriebe bewusst sind und bewusst werden, dass sie wichtige Stützen für junge Menschen sind. Jugendliche sollten gestärkt und entsprechend wertgeschätzt werden. „Anstatt immer über den Fachkräf-temangel zu klagen, wäre es effizienter, Verantwortung zu übernehmen und Mädchen und Burschen ernst zu nehmen, zu respektieren und ihre praktischen Stärken zu fördern. Dann werden sie sich bei der Ausbildung im Betrieb zum Positiven entfalten“, betont AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer.

Beispiele dazu gibt es im Jugend­netz­werk Ober­öster­reich. Dort engagieren sich Betriebe, die auch offen für schwächere Jugend­liche sind. Nähere Infor­mationen zu den Part­nern/-innen, Ver­anstal­tungen und Aktivitäten der Jugend­netz­werke der Arbeiter­kammer Ober­öster­reich finden Sie unter www.jugendnetzwerk-ooe.at. 

Der Jugendnetzwerk-Dialog in Kirchdorf setzte sich mit der Stärkung ausgrenzungsgefährdeter Jugendlicher auseinander  © AK Oberösterreich
Der Jugendnetzwerk-Dialog in Kirchdorf setzte sich mit der Stärkung ausgrenzungsgefährdeter Jugendlicher auseinander © AK Oberösterreich


Im Bild: (v.l.n.r.): Gerhard Klinger (AK Steyr), Petra Kapeller (NMS Kirchdorf), Valentina Rummel (Schulpsychologie OÖ), Georg Mitterschiffthaler (Dana Türen), Hannes Stockhammer (AK Kirchdorf)

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