31.8.2017

Monatelanges Hin und Her um ausstehende Ansprüche - AK Steyr erkämpfte über 5.000 Euro für jungen Elektriker

Eineinhalb Jahre lang musste ein Elektriker aus dem Bezirk Steyr-Land auf sein Geld warten, das ihm sein früherer Arbeitgeber schuldete: Überstundenzuschläge, Montagezulagen, Dienstreisespesen und Urlaubsersatzleistung – insgesamt 5.200 Euro. Die Arbeiterkammer Steyr ließ nicht locker und ging für den Mann vor Gericht. Letztendlich musste der Insolvenzfonds einspringen. Insgesamt hat die AK Steyr in diesem Jahr bereits rund 250.000 Euro für ihre Mitglieder erkämpft.

Mitarbeiter über Abmeldung bei Krankenkasse nicht informiert

Der 27-jährige Arbeiter war insgesamt 9 Monate bei einer Elektro-Firma im Bezirk Steyr-Land beschäftigt. In dieser Zeit machte er sehr viele Überstunden. Vereinbart war mit dem Arbeitgeber, dass er die Überstunden als Zeitausgleich konsumieren sollte.  Anschließend sollte das Arbeitsverhältnis einvernehmlich aufgelöst werden. Ein konkretes Datum dafür war zunächst nicht vereinbart – der Arbeitgeber versprach seinem Beschäftigten, dass er Zeitausgleich und Resturlaub genau ausrechnen und ihm dann das definitive Enddatum mitteilen würde. Diese Mitteilung ist aber nie erfolgt. Stattdessen bekam der Elektriker ein SMS von seinem Chef, er solle sich beim AMS melden. Zu diesem Zeitpunkt war der Mann schon seit 2 Wochen bei der Gebietskrankenkasse abgemeldet, wie sich herausstellte. Ohne dass er von seinem Chef darüber informiert worden wäre.

Mitarbeiter bekam Überstunden nicht ausbezahlt

Der Mann wandte sich an die Arbeiterkammer Steyr. Diese kontrollierte die Ansprüche des Arbeitnehmers. Dabei zeigte sich: Der Mann hatte während all der Monate keine einzige Lohnabrechnung erhalten. Der Betrag, der ihm monatlich ausbezahlt worden war, war angeblich eine „Lohnüberzahlung“, die laut Arbeitgeber sämtliche Mehrarbeitsstunden und Entfernungszulagen inkludierte. Davon konnte aber überhaupt keine Rede sein, wie die AK feststellte. Denn es fehlten Montagezulagen, Entfernungszulagen, Überstundenabrechnungen, Überstundenzuschläge und Urlaubsersatzleistung. Auch der Zeitausgleich, den der Arbeitnehmer zum Schluss konsumierte, deckte die geleisteten Überstunden sowie den Urlaubsanspruch bei weitem nicht ab.

Arbeitgeber unterstellte Mitarbeiter falsche Zeitaufzeichnungen

Die AK Steyr forderte den ausstehenden Geldbetrag per Brief vom Arbeitgeber ein. Dieser reagierte ebenfalls schriftlich und stellte gleich eine Reihe von Vorwürfen und Beschuldigungen auf: Die Arbeitszeitaufzeichnungen seien falsch. Der Beschäftigte wäre überhaupt nicht qualifiziert für den Job gewesen, er hätte außerdem Materialien aus der Firma entwendet und Rufschädigung betrieben. Der Arbeitgeber verweigerte die Zahlung.

Nach Klage vor Gericht: 5.200 Euro aus Insolvenzfonds

Die AK brachte Klage beim Arbeitsgericht ein. Das Gericht gab der Klage statt und erließ einen Zahlungsbefehl. Diesen ignorierte der Arbeitgeber ebenfalls. Daraufhin kam es zum Exekutionsantrag. Auf diesen reagierte der Anwalt des Unternehmers und behauptete, sein Mandant hätte den gerichtlichen Zahlungsbefehl nie erhalten. Noch während das Verfahren lief, meldete die Firma Insolvenz an. Der Insolvenzfonds musste nun die Schulden des Arbeitgebers begleichen. Auf diesem Weg kam der Elektriker nach eineinhalb Jahren Verzögerungen endlich zu seinem Geld: 5.200 Euro brutto. 

AK Steyr leistet viel

Dies ist kein Einzelfall. Insgesamt hat die AK Steyr seit Jahresbeginn bereits 3.344 Mitglieder beraten und vertreten und 246.000 Euro an ausstehenden Geldern für sie erkämpft.

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