10.07.2020

Bilanz der AK Schärding: Mehr als 4,6 Millionen Euro er­kämpft

Mehr als 325.000 Anfragen bearbeiteten die Expertinnen und Experten der Arbeiterkammer Oberösterreich in ihrer Zentrale in Linz und in den 14 Bezirksstellen im Jahr 2019. Sie erkämpften fast 118 Millionen Euro. Auffällig viele Beratungen gab es im Vorjahr zu sozialrechtlichen Themen, wie Pension oder Pflegegeld. Auch in der Arbeiterkammer Schärding hatte das Team um Bezirksstellenleiter Wolfgang Schwarz alle Hände voll zu tun - und das schon vor der Corona-Krise.

Die Arbeiterkammer ist eine starke Partnerin für ihre rund 674.000 Mitglieder in Oberösterreich. Die Zahl der Ratsuchenden ist 2019 erneut gestiegen: Insgesamt suchten die AK-Mitglieder im vergangenen Jahr 325.539 Mal persönlich, telefonisch oder per E-Mail Rat und Hilfe bei der Arbeiterkammer Oberösterreich. „Die meisten Anfragen betrafen das Arbeits- und Sozialrecht, stark gestiegen sind die Beratungen zum Pflegegeld und zur Pension“, sagt AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer.

Schärding: 4.833 An­fragen

An die Arbeiterkammer Schärding wandten sich im vergangenen Jahr 4.833 AK-Mitglieder mit arbeits- und sozialrechtlichen Fragen: 3.266 telefonisch, 1.425 persönlich und 142 per E-Mail. Zusätzlich haben die Bildungsexperten/-innen der Arbeiterkammer Oberösterreich in der Bezirksstelle Schärding 109 persönliche Bildungsberatungen durchgeführt.

Die meisten Fragen drehten sich um die Beendigung von Arbeitsverhältnissen (rund 30 Prozent der Anfragen), um Pension und Altersteilzeit (25 Prozent) sowie um Probleme beim Entgelt, also bei Lohn, Gehalt oder Überstundenauszahlungen (12 Prozent).

Mehr als 4,6 Mill­ionen Euro Ver­tretungs­erfolg

Bei vielen Arbeitsrechtsproblemen ist es mit der Beratung nicht getan. Die Arbeiterkammer muss dann bei den Arbeitgebern intervenieren. Hilft auch das nicht, muss sie vor Gericht gehen, um den Arbeitnehmern/-innen zu ihrem Recht zu verhelfen. Rund 89 Prozent der Rechtsfälle betrafen Firmen ohne Betriebsrat.

In Summe hat die Arbeiterkammer Schärding im Vorjahr an arbeits- und sozialrechtlichen Ansprüchen sowie an Forderungen nach Insolvenzen für ihre Mitglieder Zahlungen von insgesamt 4,602.882 Euro erkämpft – der mit Abstand größte Teil davon entfiel auf das Sozialrecht. Im Arbeitsrecht machte der kleinste erstrittene Betrag 60 Euro aus, der höchste belief sich auf mehr als 31.000 Euro.

Auf einen Blick: Die Bilanz 2019 der AK Schärding

  • Beratungen 4.833
    • davon telefonisch 3.266
    • davon persönlich 1.425
    • davon per E-Mail 142

  • Vertretungen 162
    • davon im Arbeitsrecht 92
    • davon im Sozialrecht 70

  • Vertretungserfolg 4.602.882 Euro
    • davon außergerichtlich 46.330 Euro
    • davon gerichtlich 164.644 Euro
    • davon im Sozialrecht 4,342.82 Euro
    • davon in Insolvenzverfahren 49.085 Euro

Fristwidrige Kündigung: AK erkämpft 3.800 Euro

8 Monate lang war ein Schärdinger Lastwagenfahrer bei einer Transportfirma im Bundesland Salzburg beschäftigt, als ihm der Chef mitteilte, dass er gekündigt sei. Da der Kollektivvertrag bei Kündigungen die schriftliche Form vorschreibt, war die Kündigung unwirksam. Darauf machte die Arbeiterkammer die Firma aufmerksam und forderte gleichzeitig offen gebliebene Ansprüche ein.

Die Firma sah den Fehler ein und stellte die Kündigung schriftlich zu. Damit wurde auch die kollektivvertraglich festgelegte Kündigungsfrist von einer Woche schlagend. Für diese Zeit hatte der Arbeitnehmer noch Anspruch auf Bezahlung des Lohnes und anteiliger Sonderzahlungen. Nach zweimaliger Intervention der Arbeiterkammer erklärte sich das Unternehmen bereit, dem Mann sein Geld zu überweisen. Er bekam in Summe knapp 3.800 Euro nachbezahlt.

Berufsunfähigkeits­pension für Polier

Ein 62-jähriger Mann aus dem Bezirk Schärding arbeitete zuletzt als Polier bei einer Baufirma. Wegen zahlreicher körperlicher Abnützungserscheinungen, wie etwa einer Wirbelsäulenverkrümmung, einer schmerzhaften Verengung des Nervenkanals und einer fortschreitenden Arthrose an beiden Handgelenken, sowie hohen Blutdrucks und einer Pollen- und Stauballergie sah er sich außerstande, seinen Beruf weiter auszuüben. Ein Antrag auf Berufsunfähigkeitspension wurde jedoch von der Pensionsversicherungsanstalt (PVA) abgelehnt.

Die Arbeiterkammer Schärding reichte beim Arbeits- und Sozialgericht Klage gegen den Bescheid der PVA ein. Im Gerichtsverfahren wurde ein neues Gutachten eingeholt, das zu dem Schluss kam, dass der Mann tatsächlich nicht mehr arbeitsfähig sei. Er erhielt daher rückwirkend und dauerhaft eine Berufsunfähigkeitspension zugesprochen.

"Die meisten Anfragen betrafen das Arbeits- und Sozialrecht, stark ge­stiegen sind die Be­ratungen zum Pflege­geld und zur Pension."

Dr. Johann Kalliauer

AK-Präsident

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