30.11.2017

Kinderbetreuung: Bei den Öffnungszeiten tut sich wenig - Im Bezirk Rohrbach unverändert 2 1A-Gemeinden

Wenig Grund zum Jubeln gibt es in Oberösterreich für berufstätige Eltern und ihre Kinder. Nach der Hiobsbotschaft, dass die Nachmittagsbetreuung im Kindergarten für Eltern in Zukunft nicht mehr kostenfrei sein soll, sind auch die Ergebnisse des mittlerweile 18. AK-Kinderbetreuungsatlas nicht wirklich ermutigend. Der Ausbau der Betreuungseinrichtungen kommt nur schleppend voran, vor allem bei den Öffnungszeiten tut sich wenig.

Im Bezirk Rohrbach gibt es unverändert zwei 1A-Gemeinden. Eine Gemeinde (Niederkappel) hat die Datenweitergabe an die Arbeiterkammer Oberösterreich verweigert. Die Gemeinde ist im Kinderbetreuungsatlas gesondert gekennzeichnet und konnte nicht in die Bewertung einbezogen werden.

Kosten fair verteilen

„Uns ist bewusst, dass die Finanzierung der Kinderbetreuung für viele Gemeinden ein Problem darstellt. Eine faire Verteilung der Kosten ist uns daher ebenso ein Anliegen wie ein flächendeckendes, qualitativ hochwertiges Angebot“, sagt AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer. Er appelliert an das Land Oberösterreich, nicht auf dem Rücken der Familien zu sparen.

Beruf und Familie vereinen

Mit dem Kinderbetreuungsatlas gibt die AK jedes Jahr einen Überblick über das Angebot in den oberösterreichischen Gemeinden. Als Maßstab für das Ermöglichen einer Vollzeitbeschäftigung haben wir auch heuer wieder den Vereinbarkeitsindikator für Beruf und Familie (VIF) herangezogen, der für Kindergärten folgende Kriterien vorsieht:

  • mindestens 45 Stunden wöchentliche Öffnungszeit, werktags Montag bis Freitag
  • an 4 Tagen pro Woche mindestens 9,5 Stunden geöffnet
  • Mittagessen zumindest von Montag bis Donnerstag
  • maximal 4 Wochen im Jahr geschlossen

Nur 2 Gemeinden sind "1A"

Jene Gemeinden, die alle diese Voraussetzungen erfüllen und darüber hinaus auch eine Betreuung für Unter-Dreijährige und Volksschulkinder anbieten, haben wir als „1A-Gemeinden“ besonders positiv hervorgehoben.

„1A“ sind im Bezirk Rohrbach 2 Gemeinden:

  • Aigen-Schlägl
  • Arnreit

„1A“ sind 5,0 Prozent aller Gemeinden des Bezirks. Der Bezirk Rohrbach liegt damit klar unter dem ohnehin sehr niedrigen Oberösterreich-Durchschnitt von 19,2 Prozent. Rohrbach-Berg ist eine von 3 Bezirkshauptstädten, die nicht 1A-Status erreicht.

Von den 52 oberösterreichischen Gemeinden, die ihre Angebotssituation seit dem Vorjahr verbessern konnten, entfallen 3 auf den Bezirk Rohrbach. 

Die Verbesserungen im Detail:

  • Altenfelden und St. Stefan a.W. haben die Betreuung für Unter-Dreijährige eingeführt.
  • Oberkappel bietet nun im Kindergarten ein Mittagessen an.

10 der insgesamt 40 Gemeinden (25,0 Prozent) im Bezirk fallen in die Kategorie „A“ und haben sowohl ein Angebot für Unter-Dreijährige und Volksschulkinder als auch einen Kindergarten mit Mittagessen und Öffnungszeiten von mehr als 8 Stunden täglich (OÖ: 38,5 Pro-zent). Anmerkung: Die Kriterien für die Kategorie A erfüllen selbstverständlich auch alle 1A-Gemeinden, diese erfüllen aber noch zusätzlich die weiterreichenden VIF-Kriterien.

In 12,5 Prozent der Rohrbacher Gemeinden (OÖ: 10,0 Prozent) gibt es kein Betreuungsan-gebot für Unter-Dreijährige, in 7,5 Prozent keine Betreuung für Volksschulkinder (OÖ: 8,4 Prozent). 65 Prozent der Gemeinden bieten zumindest an 4 Tagen pro Woche ein Mittagessen im Kindergarten (OÖ: 78,1 Prozent) an, und 65 Prozent haben Kindergärten, die weniger als 8 Stunden täglich geöffnet sind (OÖ: 35,3 Prozent).

Kostenpflichtige Betreuung schadet Berufstätigen

„Die Abschaffung der kostenfreien Nachmittagsbetreuung im Kindergarten ist ein negatives Signal für berufstätige Eltern und ein schwerer Schaden für die Bildungschancen unserer Kinder“, sagt AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer. Betreuungsplätze, die eine Vollzeitbeschäfti-gung beider Elternteile ermöglichen, seien in Oberösterreich ohnehin dünn gesät.

„Es gibt nur für 21,4 Prozent der Drei- bis Sechsjährigen solche Plätze, das ist gegenüber dem Vorjahr sogar ein Rückgang. Und bei den Unter-Dreijährigen sind wir im Bundesländervergleich mit großem Abstand Schlusslicht“, kritisiert der AK-Präsident.

Detailergebnisse für den Bezirk Rohrbach

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