Fröhliche Kinder © contrastwerkstatt, stock.adobe.com
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18.12.2019

Neuer AK-Kinder­betreuungs­atlas: Der Bezirk Ried hinkt bei der Kinder­betreuung deutlich hinterher

Der AK-Kinderbetreuungsatlas schafft jährlich einen umfassenden Überblick über das Kinderbetreuungsangebot in Oberösterreichs Gemeinden. Erstmals wurden Unter-Dreijährige, Drei- bis Sechsjährige und Volksschulkinder gesondert betrachtet und diverse Zusatzangebote (wie Gesunde Jause, Naturerleben-Projekte, Integration) berücksichtigt. Fazit: Die Kinderbetreuung im Bezirk Ried ist auf allen Ebenen mehr als ausbaufähig. Keine einzige der 36 Bezirksgemeinden schaffte die 1A-Einstufung. Mit der Bezirkshauptstadt Ried i. I. und Mühlheim a. I. erfüllten nur zwei Kommunen über alle Altersgruppen hinweg die Kriterien für die A-Kategorie. Weiterer Wermutstropfen: 41,7 Prozent aller Gemeinden im Bezirk Ried beteiligten sich erst gar nicht an der Datenerhebung.

Daten zu 20 Jahren Kinderbetreuung

Anlässlich der 20. Auflage des Kinderbetreuungsatlas untersuchten die AK-Experten/-innen das Angebot in Oberösterreich noch genauer als bisher. Konkret werteten die Datensammler/-innen in jeder Gemeinde pro Altersgruppe 4 Kriterien aus: die Öffnungszeiten, das Mittagessen-Angebot sowie die Schließzeiten im Sommer und im Arbeitsjahr - wobei die Öffnungszeiten differenziert wurden (Unter-Dreijährige mindestens 6 Stunden/Tag, Drei- bis Sechsjährige mindestens 8 Stunden/Tag und Volksschulkinder mindestens 4 Nachmittagsstunden/Tag – jeweils Montag bis Donnerstag). Gemeinden, die zudem die Kriterien des Vereinbarkeitsindikators für Beruf und Familie erfüllten, konnten bei den Unter-Dreijährigen und bei den Drei- bis Sechsjährigen zusätzlich eine 1A-Bewertung erreichen.

Gesamt-Kategorie über alle Altersgruppen hinweg

Die Beantwortung aller Kriterien (Öffnungszeit, Mittagessen, Sommerbetreuung und Schließzeiten) ergab für jede Gemeinde 1 von 5 möglichen Gesamt-Kategorien (von A bis E).

  • Gemeinden, die 11 oder alle 12 Kriterien erfüllen, sind sogar 1A-Gemeinden,
  • für 9 - 10 erfüllte Kriterien gibt es ein „A“. Kommunen,
  • mit 7 - 8 positiven Kriterien erhalten ein „B",
  • 5 - 6 ergeben ein „C“,
  • - Gemeinden die 3 - 4 Kriterien schafften, bekommen ein „D“,
  • Weniger als 3 bedeuten ein „E“,
  • Zusätzlich gibt es ein „+“, falls Gemeinden auch Sonderprojekte wie gesundes Mittagessen, Integration, Naturerleben und so weiter durchführen.

Beurteilung nach Altersgruppen differenziert

Durch die nach Altersgruppen aufgegliederte Beurteilung und breitere Darstellung ist die „Gesamt-Kategorie“ für die jeweilige Gemeinde nicht 1:1 mit denen aus den Vorjahren vergleichbar. Die Logik des bisherigen Bewertungssystems blieb allerdings beibehalten. Die aktuellen Ergebnisse und auch jene der Vorjahre kann man in der Online-Version des Kinderbetreuungsatlas einsehen. Diese wurde ebenfalls überarbeitet, präsentiert viel umfassender die kommunalen Angebote und ist unter kba.arbeiterkammer.at auch smartphone-tauglich abrufbar.

Gesamt-Ergebnis ernüchternd

Dass sich 15 Gemeinden aus dem Bezirk Ried (41,7 Prozent) nicht an der Erhebung der örtlichen Betreuungsangebote beteiligten, weicht markant von der Teilnahmebereitschaft in den anderen oberösterreichischen Bezirken ab. In 8 Bezirken (exklusive Linz-Stadt, Steyr-Stadt und Wels-Stadt) beteiligten sich sämtliche Gemeinden an der Datensammlung. Insgesamt retournierten 26 der 438 oberösterreichischen Gemeinden (rund 6 Prozent) die ausgesandten Datenblätter nicht.

Im Bezirk Ried erfüllte keine Gemeinde die Kriterien für die bestmögliche 1A-Kategorie. Immerhin dürfen sich Ried i. I. und Mühlheim a. I. über eine „A“-Bewertung freuen (5,6 Prozent der Bezirksgemeinden). Zum Vergleich: Der durchschnittliche Anteil der A-Gemeinden lag oberösterreichweit bei 23,7 Prozent. Im Innviertler Bezirk erhielten vier Gemeinden (Andrichsfurt, Obernberg a. I., Ort i. I. und Taiskirchen i. I.) ein „B“, 7 wurden in die C-Kategorie eingestuft. In der niedrigsten Kategorie „E“ finden sich Antiesenhofen, Geiersberg, Hohenzell und Schildorn wieder.

Lichtblicke beim Angebot für Unter-Dreijährige

Aufgeschlüsselt nach den einzelnen Alterskategorien zeigt sich, dass es besonders Eltern mit ganz jungen Kindern nicht in allen Gemeinden leicht haben, Kinderbetreuung und Beruf zu vereinbaren. Bei den Unter-Dreijährigen führt der Bezirk Ried die Liste der Bezirksgemeinden in der niedrigsten Kategorie an. 9 Gemeinden im Bezirk (25 Prozent) wurden in die E-Kategorie eingestuft. Zum Vergleich: Der Oberösterreich-Schnitt liegt bei10,3 Prozent. Einzig Mühlheim a. I. erreichte die zweitbeste Kategorie „A“. Überhaupt keine institutionelle Betreuung für Unter-Dreijährige gibt es in Antiesenhofen, Gurten, Hohenzell und Wippenham.

Eberschwang und Wippenham top bei Drei- bis Sechsjährigen

Immerhin erreichten Ried i. I., Eberschwang und Wippenham in der Altersgruppe der Drei- bis Sechsjährigen die 1A-Kategorie und bieten somit Eltern ein optimales Angebot. Dennoch ist dies mit 8,4 Prozent der geringste 1A-Gemeinden-Anteil im Vergleich mit allen anderen oberösterreichischen Bezirken.  Taiskirchen am Inn schaffte als einzige Gemeinde im Bezirk Ried die Einstufung in die A-Kategorie. 3 Gemeinden (Geiersberg, Hohenzell und Schildorn) erhielten ein „E“.

3 Gemeinden haben kein Angebot für Volksschüler

Auch bei den Volksschulkindern gibt es im Bezirk Ried massiven Nachholbedarf. Als einzige Gemeinde erreichte Aurolzmünster die Kategorie „A“. Zum Vergleich: Im Bezirk Eferding schafften die Hälfte aller Gemeinden diese Kategorie. 3 Gemeinden im Bezirk Ried erfüllten immerhin die Kriterien für ein „B“, 9 jene für ein „C“. 4 Gemeinden erhielten nur die E-Kategorie, wobei Hohenzell, Lambrechten und Pattigham für Volksschüler überhaupt kein institutionelles Betreuungsangebot am Nachmittag anbieten. 

Alle Details zu den Ergebnissen gibt es auch unter kba.arbeiterkammer.at

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