12.03.2020

Rat und Hilfe in der AK Ried

Im vergangenen Jahr wandten sich 6.616 AK-Mitglieder mit arbeits- und sozialrechtlichen Fragen an die AK Ried: 3.744 telefonisch, 2.620 persönlich und 252 per E-Mail oder schriftlich. Zusätzlich haben die Bildungsexperten/-innen der AK Oberösterreich in der Bezirksstelle Ried 92 persönliche Bildungsberatungen durchgeführt und gaben Rat und Hilfe zu Aus- und Weiterbildung.

Am meisten beschäftigt waren die Arbeitsrechtsexperten/-innen der AK Ried mit Fragen rund um die Beendigung von Arbeitsverhältnissen (mehr als ein Viertel der Anfragen), gefolgt von Fragen zur Pension und Altersteilzeit (20 Prozent) und Problemen beim Entgelt, also bei Lohn, Gehalt oder Überstundenauszahlungen (12 Prozent).

Mehr als 5,1 Millionen Euro Vertretungserfolg

Bei vielen Arbeitsrechtsproblemen ist es mit der Beratung nicht getan. Die AK muss dann bei den Arbeitgebern intervenieren. Hilft auch das nicht, muss sie vor Gericht gehen, um den Arbeitnehmern/-innen zu ihrem Recht zu verhelfen. Rund 87 Prozent der Rechtsfälle betrafen Firmen ohne Betriebsrat. In Summe hat die AK Ried im Vorjahr an arbeits- und sozialrechtlichen Ansprüchen sowie an Forderungen nach Insolvenzen für ihre Mitglieder Zahlungen von insgesamt 5,104.891 Euro erkämpft. 

Fast 100 Fälle abgeschlossen

In 127 außergerichtlichen Fällen wurden im Vorjahr 210.611 Euro an vorenthaltenem Entgelt eingebracht. Durch 23 Rechtsvertretungen vor dem Arbeitsgericht wurden 143.505 Euro erkämpft. Die erstrittenen Beträge fielen in sehr unterschiedlicher Höhe aus. Der kleinste machte knapp 70 Euro aus, der höchste erstrittene Betrag belief sich auf mehr als 40.000 Euro.

Auch in Sozialrechtsfragen war die AK Ried im Vorjahr wieder eine starke Partnerin. 98 Fälle konnten die Experten/-innen abschließen. Sie erkämpften für die Betroffenen 4,490.389 Euro. Es ging vor allem um Pensionsansprüche und um Pflegegeld. Die AK berät hier verstärkt Betroffene, die unsicher sind, ob sie beim Pflegegeld richtig eingestuft sind.

Wenn die Firma pleitegeht

Die Arbeiterkammer wird auch aktiv, wenn ein Betrieb in Konkurs geht. Die AK-Experten/-innen sind dann meist in Betriebsversammlungen vor Ort und beraten und begleiten die betroffenen Beschäftigten, damit diese zu ihren noch ausstehenden Löhnen, Gehältern und Beendigungsansprüchen kommen. Die AK Ried erkämpfte im Vorjahr insgesamt 260.386 Euro für 18 Arbeitnehmer/-innen von acht insolventen Betrieben.

Auf einen Blick: Die Bilanz 2019 der AK Ried

  • Beratungen  6.616
    • davon telefonisch  3.744
    • davon persönlich 2.620
    • davon schriftlich oder per E-Mail 252

  • Vertretungen  248
    • davon im Arbeitsrecht 150
    • davon im Sozialrecht  98

  • Vertretungserfolg 5,104.891
    • davon außergerichtlich 210.611
    • davon gerichtlich 143.505
    • davon im Sozialrecht 4,490.389
    • davon in Insolvenzverfahren 260.386

Nachzahlung für Reinigungskraft

Etwas länger als ein halbes Jahr war eine Reinigungskraft bei einem Seminarhotel im Bezirk Ried beschäftigt, ehe sie von ihrer Chefin mündlich darüber informiert wurde, dass sie gekündigt sei. Die Frau wurde dann rückwirkend mit angeblich einvernehmlicher Auflösung abgemeldet. Dieser Auflösung hatte sie jedoch nicht zugestimmt. Die Kündigung war daher keinesfalls einvernehmlich und auch nicht fristgerecht, weil sich die Arbeitgeberin nicht an die im Kollektivvertrag definierte Kündigungsfrist gehalten hatte.

Die Arbeitnehmerin wandte sich an die Arbeiterkammer in Ried. Diese forderte beim Hotel eine Kündigungsentschädigung, unverbrauchten Urlaub und unbezahlte Überstunden ein. Nach einigem Hin und Her zahlte die Arbeitgeberin die offenen Ansprüche nach – in Summe etwas mehr als 1.500 Euro.

AK erkämpft höheres Pflegegeld

Wegen einer Tumorerkrankung und vielfältiger Knochenbrüche wurde für eine über 80-jährige Frau aus dem Bezirk Ried Pflegegeld beantragt. Gewährt wurde die Stufe 4 - das erschien der Familie zu niedrig. Darum wandte sie sich an die Arbeiterkammer und ersuchte um rechtliche Unterstützung.

Die AK brachte den Fall vor Gericht. Dort wurde ein neues Gutachten über den Gesundheitszustand der Frau eingeholt. Aufgrund der Schwere der Erkrankungen benötigt sie fremde Hilfe bei der täglichen Körperpflege, der Zubereitung und Aufnahme von Nahrung, beim Einnehmen von Medikamenten, beim An- und Ausziehen sowie bei der Verrichtung der Notdurft. In Summe ergibt sich daraus ein Pflegebedarf von durchschnittlich 193 Stunden pro Monat. Somit stünde der Familie die Pflegestufe 5 zu. Das erkannte auch das Gericht an und sprach der Frau sogar rückwirkend das um rund 240 Euro höhere Pflegegeld zu.

 Service für Beschäftigte in den Gesundheitsberufen

Die AK betreut seit zwei Jahren als zuständige Behörde das Gesundheitsberuferegister, in das sich alle Angehörigen der Gesundheits- und Krankenpflegeberufe sowie der gehobenen medizinisch-technischen Dienste seit 1. Juli 2018 verpflichtend eintragen müssen. Die AK Oberösterreich hat die erste Welle der Registrierung 2019 abgeschlossen: Seit Beginn der Registrierungspflicht bis zum Dezember 2019 konnten sich oberösterreichweit 32.207 Berufsangehörige mit Hilfe der AK unbürokratisch und kostenlos ins neue Register eintragen lassen. In der Bezirksstelle Ried wurden im Vorjahr 247 Beschäftigte aus den Gesundheits- und Krankenpflegeberufen registriert.

Downloads

Kontakt

Kontakt

Arbeiterkammer Ried


Während des Umbaus
bis Herbst 2021:
Goethestraße 29
4910 Ried

TEL: +43 50 6906 4813
FAX: +43 50 6906 4899
E-MAIL: ried@akooe.at

Finden Sie uns auf Google Maps

  • © 2020 AK Oberösterreich | Volksgartenstrasse 40 4020 Linz, +43 50 6906 0

  • Datenschutz
  • Impressum