05.03.2020

AK-Perg: Hohe Qualität in Beratung

Die Arbeiterkammer hat im Bezirk Perg 28.120 Mitglieder. Im vergangenen Jahr wandten sich 4.008 AK-Mitglieder mit arbeits- und sozialrechtlichen Fragen an die AK Perg. Etwa zwei Drittel der Ratsuchenden nahmen eine telefonische Beratung in Anspruch (2.455). 1.427 kamen persönlich in die Arbeiterkammer, um sich Hilfe und Unterstützung zu holen. Weitere 126 Mitglieder wollten Auskünfte per E-Mail. Zusätzlich führt Bildungsexperten/-innen der AK in Perg 58 persönliche Bildungsberatungen durch.

Spitzenreiter bei den persönlichen Beratungen waren Fragen zum Entgelt (349), Fragen zur Auflösung des Dienstverhältnisses (314),  Pensionsangelegenheiten (268) und Fragen zum Elternsein (167).

Mehr als 3,2 Millionen Euro er­kämpft

Bei vielen Arbeitsrechtsproblemen reicht eine Beratung nicht aus. Die AK muss bei den Arbeitgebern intervenieren, und wenn das nichts bewirkt, vor Gericht gehen, um den Arbeitnehmern/-innen zu ihrem Recht zu verhelfen. 

Durch außergerichtliche Interventionen wurden 153.752 Euro an vorenthaltenem Entgelt hereingebracht. Durch Rechtsvertretung vor dem Arbeitsgericht mussten 233.926 Euro erkämpft werden.

Im Jahr 2019 wurden 103 Fälle gerichtlich oder außergerichtlich abgeschlossen. Hauptsächliche Gründe der Rechtshilfen und -vertretungen waren Differenzen um die Endabrechnung bei der Beendigung von Arbeitsverhältnissen (61), Beanstandungen von fristwidrigen Kündigungen oder unbegründeten Entlassungen (17) und vorenthaltene Entgelte (15). Die eingeforderten Beträge reichen von 99 Euro bis zu 120.100 Euro. 86 Prozent der Fälle (89) stammen aus Betrieben ohne Betriebsrat.

Selbst nach einem rechtskräftigen Urteil ist keineswegs sicher, dass bezahlt wird. In einigen Fällen kommen die Arbeitnehmer/-innen nur zu ihrem Geld, wenn die AK ein Exekutionsverfahren ankündigt oder einleitet.

Wir helfen auch bei Pension und Insolvenz

In Sozialrechtsangelegenheiten erstritt die AK Perg im vergangenen Jahr 2.066.474 Euro. Dabei ging es hauptsächlich um Pensions- und Rentenansprüche sowie um Pflegegeld.

Zusätzlich wurden 2019 für Arbeitnehmer/-innen aus insolventen Betrieben im Bezirk 772.855 Euro durchgesetzt. 2019 waren 119 Arbeitnehmer/-innen im Bezirk von einer Insolvenz betroffen.

In Summe hat die AK Perg im Vorjahr an arbeits- und sozialrechtlichen Ansprüchen sowie an Forderungen nach Insolvenzen für ihre Mitglieder Zahlungen von insgesamt 3.227.037 Euro erreicht.

Service für Beschäftigte in den Gesundheits­berufen

Die AK betreut seit nunmehr 2 Jahren als zuständige Behörde das Gesundheitsberuferegister, in das sich alle Angehörigen der Gesundheits- und Krankenpflegeberufe sowie der gehobenen medizinisch-technischen Dienste seit 1. Juli 2018 verpflichtend eintragen müssen.

Die AK Oberösterreich hat die erste Welle der Registrierung 2019 erfolgreich abgeschlossen: Seit Beginn der Registrierungspflicht bis zum Dezember 2019 konnten sich oberösterreichweit 32.207 Berufsangehörige mit Hilfe der AK unbürokratisch und kostenlos ins neue Register eintragen lassen. In der Bezirksstelle Perg wurden im Vorjahr 223 Beschäftigte aus den Gesundheits- und Krankenpflegeberufen registriert.

Falsch ein­gestuft: 8.500 Euro für Perger Angestellte

Ein schönes „Körberlgeld“ machen sich Arbeitgeber oft, wenn sie zwar den richtigen Kollektivvertrag anwenden, aber innerhalb des Kollektivvertrags eine falsche Einstufung wählen. So auch bei einer Angestellten aus dem Bezirk, die jahrelang nach der falschen Stufe entlohnt wurde.

Nachdem sie gekündigt wurde, ging die Frau zur AK , um sich die Endabrechnung kontrollieren zu lassen. Dabei entdeckten die AK-Rechtsberater die falsche Einstufung und forderten vom ehemaligen Arbeitgeber die Differenz zwischen falscher und richtiger Entgeltstufe als Nachzahlung – die erkleckliche Summe von 8.500 Euro. Der Arbeitgeber sah den Fehler ein und zahlte das Geld relativ rasch nach.

Tipp der AK: Wenn man sich unsicher ist, ob bei der Lohnberechnung der richtige Kollektivvertrag angewendet wird/wurde oder ob man innerhalb des Kollektivvertrages richtig eingestuft ist/war, empfiehlt sich eine kostenlose Beratung bei der AK. Oft kann es sein, dass selbst schon kleine Änderungen im Tätigkeitsbereich oder -umfang eine Umstufung in eine höhere Entgeltstufe rechtfertigen würden, diese aber von den Dienstgebern ignoriert wird.

I-Pension für schwer seh­behinderte Arbeiterin er­kämpft

Österreich wird immer wieder als „Pensionsschlaraffenland“ und „Paradies der Frührentner“ hingestellt. Dass es in der Realität allerdings gar nicht so leicht ist, zu einer Pension zu kommen, zeigt der Fall einer Perger Arbeiterin.

Bei der Frau verschlechterte sich innerhalb weniger Jahre immer mehr ihre Sehleistung. Da sie deshalb selbst bei alltäglichen Verrichtungen auf fremde Hilfe angewiesen war, beantragte sie Pflegegeld, das ihr auch zugesprochen (Stufe 3).

Weil sie auch nicht mehr arbeiten konnte, stellte sie außerdem einen Antrag auf Invaliditätspension. Die Sehleistung war so eingeschränkt, dass sie alleine keine Arbeitsstätte mehr erreichen konnte. Räumliches Sehen war überhaupt nicht mehr möglich und es bestand insgesamt nur mehr ein geringes Restsehvermögen. Lesen war nur mit einer elektronischen Lupe möglich – und das auch nur über einen sehr kurzen Zeitraum.

An Arbeit war mit diesen Einschränkungen nicht mehr zu denken. Dennoch lehnte die Pensionsversicherung den Antrag auf I-Pension ab. Die Frau ging deshalb zur AK, die für sie die Rechtsvertretung übernahm und die Pensionsversicherung klagte. Zwei gerichtliche Sachverständigengutachten brachten schließlich Klarheit: Die Pensionsversicherung muss jetzt die I-Pension auszahlen.     

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