03.02.2020

Bilanz 2019 der AK Linz Land: 7,1 Millionen Euro für Mitglieder er­kämpft

Im vergangenen Jahr wandten sich 5.764 AK-Mitglieder mit arbeits- und sozialrechtlichen Fragen an die AK Linz-Land: 3.258 telefonisch, 2.246 persönlich und 260 per E-Mail oder schriftlich.

Zusätzlich berieten die Bildungsexperten/-innen der AK Oberösterreich in der Bezirksstelle Linz-Land bei 81 persönlichen Anfragen zu Aus- und Weiterbildung.

Die AK Linz-Land hat derzeit 65.212 Mitglieder und ist somit der mitgliederstärkste Flächenbezirk Oberösterreichs. Einzig die Stadt Linz kann auf noch mehr AK-Mitglieder verweisen (89.000). Das AK-Team in Traun vertrat aber auch Personen aus anderen Regionen, weil ihre Arbeitgeber im Bezirk angesiedelt sind: Die Ratsuchenden kamen insgesamt aus 31 Bezirken in ganz Österreich, von Wien-Ottakring bis Dornbirn.

Am meisten beschäftigten die Arbeitsrechtsexperten/-innen der AK Linz-Land Probleme rund ums Entgelt – also bei Lohn, Gehalt oder Überstundenauszahlungen (694 Anfragen, rund 31 Prozent aller Anfragen), gefolgt von Fragen zur Invaliditäts- und Berufsunfähigkeitspension (169 Anfragen) sowie zu Arbeitslosengeld und Notstandshilfe (136). Je 116 Mal waren Endabrechnungsdifferenzen und Arbeitgeberkündigungen der Grund der Kontaktaufnahme. Sehr viele Beratungen wurden auch zur normalen und vorzeitigen Pension, zu Mutterschutz und Karenz, zum Sonderruhegeld und zur einvernehmlichen Auflösung des Arbeitsverhältnisses durchgeführt.

Mehr als 7,1 Millionen Euro Vertretungs­erfolg

Doch bei vielen Arbeitsrechtsproblemen ist es mit der Beratung nicht getan. Die AK muss dann bei den Arbeitgebern intervenieren. Hilft auch das nicht, muss sie vor Gericht gehen, um den Arbeitnehmern/-innen zu ihrem Recht zu verhelfen. Rund 90 Prozent der Rechtsfälle betrafen Firmen ohne Betriebsrat. In Summe hat die AK Linz-Land im Vorjahr an arbeits- und sozialrechtlichen Ansprüchen sowie an Forderungen nach Insolvenzen für ihre Mitglieder Zahlungen von insgesamt 7.135.694,50 Euro erkämpft.

In 92 Arbeitsrechtsfällen brachte die außergerichtliche Rechtshilfe im Vorjahr 217.287 Euro an vorenthaltenem Entgelt ein. Durch 88 Rechtsvertretungen vor dem Arbeitsgericht wurden zudem 363.105 Euro erkämpft. Das sind im Arbeitsrecht insgesamt 580.392 Euro. 95 Prozent davon gingen an Arbeitnehmer/-innen, die in Unternehmen ohne Betriebsrat beschäftigt waren. Das zeigt: In Betrieben, in denen Sozialpartnerschaft praktiziert wird, funktioniert sie auch. Die erstrittenen Beträge fielen in sehr unterschiedlicher Höhe aus. Der kleinste machte knapp 85,76 Euro aus, der höchste erstrittene Betrag belief sich auf 39.632,56 Euro.

Auch in Sozialrechtsfragen war die AK Linz im Vorjahr wieder eine starke Partnerin. 91 Fälle konnten die Experten/-innen abschließen. Sie erkämpften für die Betroffenen 2,933.418 Euro. Es ging vor allem um Pensionsansprüche und um Pflegegeld. Die AK berät hier verstärkt Betroffene, die unsicher sind, ob sie beim Pflegegeld richtig eingestuft sind. 

Wenn die Firma pleitegeht

Die Arbeiterkammer wird auch aktiv, wenn ein Betrieb in Konkurs geht. Die AK-Experten/-innen sind dann meist in Betriebsversammlungen vor Ort und beraten und begleiten die betroffenen Beschäftigten, damit diese zu ihren noch ausstehenden Löhnen, Gehältern und Beendigungsansprüchen kommen. Die AK Linz-Land holte im Vorjahr insgesamt 3.621.884,50 Euro für 502 Arbeitnehmer/-innen von 64 Betrieben mit mindestens einer/einem Beschäftigten im Bezirk Linz-Land, die von Pleiten betroffen waren. Die größte Insolvenz im Bezirk Linz-Land betraf die Firma Gruber & Kaja High Tech Metals GmbH mit 209 Arbeitnehmern/-innen.

Service für Beschäftigte in den Gesundheits­berufen

Die AK betreut seit nunmehr 2 Jahren als zuständige Behörde das Gesundheitsberuferegister, in das sich alle Angehörigen der Gesundheits- und Krankenpflegeberufe sowie der gehobenen medizinisch-technischen Dienste seit 1. Juli 2018 verpflichtend eintragen müssen. Die AK Oberösterreich hat die erste Welle der Registrierung 2019 erfolgreich abgeschlossen: Seit Beginn der Registrierungspflicht bis zum Dezember 2019 konnten sich oberösterreichweit 32.207 Berufsangehörige mit Hilfe der AK unbürokratisch und kostenlos ins neue Register eintragen lassen. In der Bezirksstelle Linz-Land wurden im Vorjahr 122 Beschäftigte aus den Gesundheits- und Krankenpflegeberufen registriert. 

Handels­angestellte erhielt erst nach Monaten mehr als 3.600 Euro

Ein Jahr lang war eine Arbeitnehmerin aus dem Bezirk Linz-Land bei einer Handelsfirma beschäftigt, ehe das Dienstverhältnis einvernehmlich aufgelöst wurde. Bei der Lohnabrechnung fehlte jedoch die Abrechnung für das letzte Monatsentgelt sowie das anteilige Weihnachts- und Urlaubsgeld für 3 Monate. Die Frau wandte sich daher um Rat an die AK Linz-Land.

Als die Firma auch nach 2 schriftlichen Interventionen nicht reagierte, obwohl die Ansprüche unstrittig waren, ging die AK für die Betroffene vor Gericht. Der Verhandlung folgte schlussendlich das Säumnisurteil. Die Arbeitgeberin musste nicht nur die ausstehenden 3.683,98 Euro an die Klägerin zahlen. Mit den Gerichtskosten summierte sich der zu zahlende Betrag auf über 5.000 Euro.

Manche Unternehmen scheinen damit zu rechnen, dass ihre Beschäftigten die Lohnabrechnungen ohne Kontrolle akzeptieren, und nehmen beim Ertapptwerden sogar zusätzliche Gerichtskosten in Kauf.

AK erstritt Pflegegeld-Erhöhung um gleich 3 Pflegestufen – Betroffene erhält dadurch 530 Euro mehr pro Monat

Eine Traunerin beantragte bei der Pensionsversicherungsanstalt (PVA) eine Erhöhung ihrer Pflegestufe von 1 auf 2. Doch der Sachverständige der PVA stellte lediglich einen Betreuungsbedarf von monatlich 87 Stunden fest. 95 Stunden wären für eine Aufstufung notwendig gewesen. Der Antrag wurde somit von der PVA abgelehnt. Ein entsprechender Bescheid erging 6 Monate nach der Antragstellung. Der Sohn konnte diese Einschätzung nicht nachvollziehen und wandte sich an die AK-Experten/-innen um Hilfe.

Es stellte sich heraus, dass die zu Pflegende unter Herzrhythmusstörungen sowie Depressionen litt und ihr Stents (Gefäßstützen, die helfen, Durchblutungsstörungen der Herzkranzgefäße zu vermeiden) eingesetzt worden waren. Tägliche Schwindelzustände hatten bereits mehrfach Stürze verursacht. Beide operierten Hüften und das künstliche Gelenk im linken Knie machten zudem längeres Gehen unmöglich. Außerdem hatte die Sehkraft der Frau stark nachgelassen. Der Pflegebedarf hatte sich also deutlich erhöht. Mittels Vergleich wurde der Traunerin schließlich rückwirkend Pflegegeld der Stufe 3 zugesprochen, das 2 Monate später sogar auf die Stufe 4 erhöht wurde. Das bedeutet, dass die Betroffene nunmehr um 530 Euro mehr pro Monat erhält. Zusätzlich erhielt sie eine Nachzahlung von 2.250 Euro.

Downloads

Kontakt

Kontakt

Arbeiterkammer Linz-Land
Kremstalstraße 6
4050 Traun

TEL: +43 50 6906 5611
FAX: +43 50 6906 5699
E-MAIL: linz-land@akooe.at

Finden Sie uns auf Google Maps

  • © 2020 AK Oberösterreich | Volksgartenstrasse 40 4020 Linz, +43 50 6906 0

  • Datenschutz
  • Impressum