30.11.2018

Kinderbetreuung: Der Großraum Linz hat sich auf hohem Niveau noch weiter verbessert - auch St. Marien ist jetzt 1A

Flexible Arbeitszeiten, aber starre Öffnungszeiten in den Kinderbetreuungseinrichtungen. Gruppenschließungen, weil viele Eltern ihre Kinder wegen der Nachmittagsgebühren abmelden. Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie wird nicht leichter, im Gegenteil. Umso erfreulicher ist die Entwicklung im Großraum Linz (Bezirke Linz und Linz-Land), die der aktuelle Kinderbetreuungsatlas der Arbeiterkammer Oberöster-reich zeigt. Eine weitere 1A-Gemeinde ist neu dazugekommen, diesen Sprung hat St. Marien geschafft. Der Großraum Linz kommt somit auf fünfzehn 1A Gemeinden.

Gemeinden müssen auf Eltern hören

„Die Beteuerungen des Landes, das Angebot sei bedarfsgerecht, sind unglaubwürdig“, sagt AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer. Die große Elternbefragung, die die AK im vergangenen Sommer durchgeführt hat, spreche eine andere Sprache. „Es müssen endlich in allen Gemeinden professionelle und aussagekräftige Bedarfserhebungen durchgeführt werden“, fordert Kalliauer. Die Platzvergabe müsse außerdem serviceorientiert und transparent erfolgen: „Da landen die Eltern oft in einer Warteschleife. Sie brauchen aber zeitgerecht Informationen, ob und wann sie mit einem Betreuungsplatz für ihr Kind rechnen können.“

Maßstäbe für gute Betreuung

Mit dem Kinderbetreuungsatlas gibt die AK jedes Jahr einen Überblick über das Angebot in den oberösterreichischen Gemeinden. Als Maßstab für das Ermöglichen einer Vollzeitbeschäftigung hat die AK auch heuer wieder den Vereinbarkeitsindikator für Beruf und Familie (VIF) herangezogen, der für Kindergärten folgende Kriterien vorsieht:

  • mindestens 45 Stunden wöchentliche Öffnungszeit, werktags Montag bis Freitag,
  • an 4 Tagen pro Woche mindestens 9,5 Stunden geöffnet,
  • Mittagessen zumindest von Montag bis Donnerstag,
  • maximal 5 Wochen im Jahr geschlossen.

Jene Gemeinden, die alle diese Voraussetzungen erfüllen und darüber hinaus auch eine Betreuung für Unter-Dreijährige und Volksschulkinder anbieten, haben wir als „1A-Gemeinden“ besonders positiv hervorgehoben. .

„1A“ sind im Großraum Linz nun 15 Gemeinden:

  • Allhaming
  • Ansfelden
  • Asten
  • Enns
  • Hörsching
  • Kematen a.d.K.
  • Kirchberg-Thening
  • Leonding
  • Linz-Stadt
  • Neuhofen a.d.K.
  • Pasching
  • Piberbach
  • St. Florian
  • St. Marien
  • Traun

65,2 Prozent der Gemeinden im Bezirk sind 1A. Der Großraum Linz liegt somit weit über dem Landesdurchschnitt von 20,0 Prozent.

Von insgesamt 39 Verbesserungen in Oberösterreich entfällt eine auf den Großraum Linz.

Die Verbesserung im Detail:

  • St. Marien hat die Öffnungszeiten im Kindergarten verbessert und dadurch den Sprung von A auf 1A geschafft.

Es gibt 8 A-Gemeinden im Bezirk (34,8 Prozent). Hier liegen Linz und Linz-Land etwas unter dem Oberösterreich-Schnitt von 38,4 Prozent.

In keiner Gemeinde des Linzer Großraums (OÖ:  8,6 Prozent) gibt es keinerlei Angebot für Unter-Dreijährige, in keiner Gemeinde gibt es keine Betreuung für Volksschulkinder (OÖ: 7,1 Prozent), keine der Gemeinden bietet kein Mittagessen im Kindergarten (OÖ 6,4 Prozent), und keiner der Kindergärten hat kürzer als 8 Stunden geöffnet (OÖ: 31,6 Prozent). Oder anders ausgedrückt: Es gibt in jeder Gemeinde ein Angebot für Unter-Dreijährige, eine Betreuung für Volksschulkinder, Mittagessen im Kindergarten und einen Kindergarten, der mindestens 8 Stunden geöffnet hat.

Kinderbetreuung in Oberösterreich mangelhaft

Die Gesamtsituation in Oberösterreich ist jedenfalls unbefriedigend: Für lediglich 4,1 Prozent der Unter-Dreijährigen und 23,6 Prozent der Drei- bis Sechsjährigen gibt es einen Kinderbetreuungsplatz, der Vollzeitarbeit ermöglicht. Damit liegt unser Bundesland weit unter dem österreichischen Durchschnitt, bei den Unter-Dreijährigen sogar mit Abstand an letzter Stelle

 Laut aktueller Kindertagesheimstatistik schließt rund jeder fünfte Kindergarten schon vor 14 Uhr seine Pforten, nicht einmal jeder dritte hat länger als bis 16 Uhr geöffnet. „Wir werden uns auch in Zukunft für eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie einsetzen“, kündigt AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer an. Dazu gehöre auch der Kampf gegen sozialpolitische Rückschritte wie den 12-Stunden-Tag. „Die Öffnungszeiten müssen aber unabhängig davon auf jeden Fall ausgeweitet werden“, fordert Kalliauer.

Wir werden uns auch in Zukunft für eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie einsetzen. Die Öffnungszeiten müssen aber unabhängig davon auf jeden Fall ausgeweitet werden.

Dr. Johann Kalliauer

AK-Präsident

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Wir werden uns auch in Zukunft für eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie einsetzen. Die Öffnungszeiten müssen aber unabhängig davon auf jeden Fall ausgeweitet werden.

Dr. Johann Kalliauer

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