05.02.2020

AK Kirchdorf : 2019 fast  3,7 Millionen Euro für Mitglieder erkämpft

Im Jahr 2019 wandten sich 4.134 AK-Mitglieder mit arbeits- und sozialrechtlichen Fragen an die AK Kirchdorf: 2.926 telefonisch, 1.084 persönlich und 124 suchten Rat und Hilfe per E-Mail.

Zusätzlich haben die Bildungsexperten/-innen der AK Oberösterreich in der Bezirksstelle Kirchdorf 38 persönliche Bildungsberatungen durchgeführt und gaben Rat und Hilfe zu Aus- und Weiterbildung.

Die AK Kirchdorf hat derzeit 23.888 Mitglieder. Der Großteil der Ratsuchenden kommt aus dem Bezirk. Das Team in Kirchdorf vertrat auch Personen aus anderen Regionen, weil ihre Arbeitgeber im Bezirk angesiedelt sind: etwa Mitglieder aus den Bezirken Steyr-Land, Gmunden, Linz-Land oder Wels-Land. 

Am meisten beschäftigt waren die Arbeitsrechtsexperten der AK Kirchdorf 2019 mit Problemen rund ums Entgelt, also bei Lohn, Gehalt oder Überstundenauszahlungen (240 Anfragen), gefolgt von Fragen zur Invaliditäts- und Berufsunfähigkeitspension (129 Anfragen). Sehr viele Beratungen gab es auch zu Kündigung, Mutterschutz, Karenz und Elternteilzeit sowie zu Altersteilzeit und Pflegegeld.  Auch Arbeitslosengeld und Notstandshilfe sowie Fragen zum Arbeitsvertrag wurden häufig thematisiert.

Vertretungs­erfolg: fast 3,7 Millionen Euro

Bei vielen Arbeitsrechtsproblemen ist es mit der Beratung nicht getan. Die AK muss dann bei den Arbeitgebern intervenieren. Hilft auch das nicht, muss sie vor Gericht gehen, um den Beschäftigten zu ihrem Recht zu verhelfen. Der Großteil der Rechtsfälle betraf Firmen ohne Betriebsrat. In Summe hat die AK Kirchdorf im Vorjahr an arbeits- und sozialrechtlichen Ansprüchen sowie an Forderungen nach Insolvenzen für ihre Mitglieder Zahlungen von insgesamt 3.679.165 Euro erkämpft. 

In 31 Fällen der außergerichtlichen Rechtshilfe wurden im Vorjahr 79.284 Euro an vorenthaltenem Entgelt eingebracht. Durch 11 Rechtsvertretungen vor dem Arbeitsgericht konnten die Kirchdorfer AK-Experten 81.786 Euro erkämpfen. Die erstrittenen Beträge fielen in sehr unterschiedlicher Höhe aus. Der kleinste machte 76 Euro aus, der höchste erstrittene Betrag belief sich auf 40.000 Euro.

Auch in Sozialrechtsfragen war die AK Kirchdorf im Vorjahr wieder eine starke Partnerin. 81 Fälle konnten die Experten/-innen abschließen. Sie erkämpften für die Betroffenen 3.068.186 Euro. Es ging vor allem um Pensionsansprüche und um Pflegegeld. Die AK berät hier seit 2018 Betroffene, die wissen wollen, ob sie beim Pflegegeld richtig eingestuft sind. 

Wenn die Firma pleitegeht

Die Arbeiterkammer wird auch aktiv, wenn ein Betrieb in Konkurs geht. Die AK-Experten/-innen sind dann meist in Betriebsversammlungen vor Ort und beraten und begleiten die betroffenen Beschäftigten, damit diese zu ihren noch ausstehenden Löhnen, Gehältern und Beendigungansprüchen kommen. Die AK Kirchdorf erkämpfte im Vorjahr insgesamt 449.909 Euro für 47 Arbeitnehmer/-innen aus 7 Betrieben mit mindestens einer/einem Beschäftigten im Bezirk, die von Pleiten betroffen waren. 

Service für Beschäftigte in den Gesundheits­berufen

Die AK betreut seit nunmehr 2 Jahren als zuständige Behörde das Gesundheitsberuferegister, in das sich alle Angehörigen der Gesundheits- und Krankenpflegeberufe sowie der gehobenen medizinisch-technischen Dienste seit 1. Juli 2018 verpflichtend eintragen müssen. 

Die AK Oberösterreich hat die erste Welle der Registrierung 2019 erfolgreich abgeschlossen: Seit Beginn der Registrierungspflicht bis zum Dezember 2019 konnten sich oberösterreichweit 32.207 Berufsangehörige mit Hilfe der AK unbürokratisch und kostenlos ins neue Register eintragen lassen. In der Bezirksstelle Kirchdorf wurden im Vorjahr 142 Beschäftigte aus den Gesundheits- und Krankenpflegeberufen registriert.

Sozial­recht: Invaliditäts­pension durch­gesetzt

Ein 61-jähriger LKW-Fahrer wandte sich an die AK Kirchdorf – die Pensionsversicherungsanstalt (PVA) hatte seinen Antrag auf Invaliditätspension abgelehnt. Die Begründung: Es liege keine Invalidität vor. Für die AK-Experten/-innen nicht nachvollziehbar, denn der Gesundheitszustand des Mannes hätte es auf Dauer unmöglich zugelassen, einer geregelten Erwerbstätigkeit nachzugehen. Er litt unter anderem unter Gicht, Adipositas, chronischem Bluthochdruck, einer schweren Wirbelsäulenerkrankung und an einem Bandscheibenschaden mit beginnender Bewegungseinschränkung. Sein Zustand hatte sich lange Zeit trotz verschiedener Therapien nicht verändert. Eine Verbesserung war demnach auszuschließen.

Die AK wollte das so nicht hinnehmen und reichte für den Mann Klage beim Sozialgericht ein inklusive aller vorliegenden Befunde und Gutachten. Der Klage wurde stattgegeben, die PVA damit gerichtlich aufgefordert, dem Mann die unbefristete Invaliditätspension zu gewähren. Er bekommt diese seither monatlich.

Arbeits­recht: 40.000 Euro für Angestellten 

Ein Arbeitnehmer war als leitender Angestellter in einem Unternehmen beschäftigt. Eines Tages wurde ihm überraschend die fristlose Entlassung überreicht. Der Vorwurf: Vertrauensunwürdigkeit durch Arbeitszeitbetrug. „Völlig ungerechtfertigt“, so der Betroffene, der sich um Hilfe an die AK Kirchdorf wandte. Alle 3 Situationen, in denen er die Arbeitzeitaufzeichnungen manuell nachbearbeitet hatte, waren gut begründet: Er hatte immer wieder Außendienste zu erledigen – Besuche bei Partnerfirmen und Kunden. Diese Zeiten hat er händisch nachgetragen. 

Das AK-Team nahm Kontakt zur Firma auf, erläuterten den Sachverhalt und wiesen darauf hin, dass die fristlose Entlassung zu Unrecht erfolgt war – zumal es auch keine eine einzige Verwarnung gab. Sie forderten den Arbeitgeber auf, die fristlose Entlassung in eine einvernehmliche Auflösung umzuwandeln und alle ausstehenden Beendigungsansprüche auszuzahlen: Kündigungsentschädigung, 2 noch offene Monatsentgelte sowie eine im Arbeitsvertrag vereinbarte Prämie von insgesamt 50.000 Euro. Außerdem sollte die Firma auf etwaige Konkurrenzklauseln oder Konventionalstrafen verzichten. 

Man einigte sich schließlich auf einen Vergleich: Die Firma beendete das Dienstverhältnis durch eine einvernehmliche Auflösung, verzichtete auf die Einhaltung des Wettbewerbsverbotes und zahlte einen Vergleichsbetrag in der Höhe von 40.000 Euro, die dem Mann binnen weniger Tage überwiesen wurden.

Downloads

Kontakt

Kontakt

Arbeiterkammer Kirchdorf
Sengsschmiedstraße 6

4560 Kirchdorf
TEL: +43 50 6906 4611
FAX: +43 50 6906 64611
E-MAIL: kirchdorf@akooe.at

Finden Sie uns auf Google Maps

  • © 2020 AK Oberösterreich | Volksgartenstrasse 40 4020 Linz, +43 50 6906 0

  • Datenschutz
  • Impressum