16.08.2019

Mehr als 7.000 Euro Nach­zahlung für Büro­angestellte. AK Gmunden er­stritt im ersten Halb­jahr mehr als 2,5 Millionen Euro

„Immer wieder erhalten Arbeitnehmer/-innen nicht das, was ihnen für die geleistete Arbeit zusteht. In vielen Fällen verhilft ihnen erst die Arbeiterkammer zu ihrem Geld“, sagt Bezirksstellenleiter Mag. Dr. Martin Kamrat, LL.M. zur Halbjahresbilanz der AK Gmunden. Exakt 2.518.341 Euro hat sie im ersten Halbjahr 2019 für Mitglieder im Bezirk beziehungsweise deren Angehörige in arbeits- und sozialrechtlichen Streitfällen erkämpft.  

Die Rechtsberater/-innen der AK-Bezirksstelle Gmunden haben alle Hände voll zu tun. Insgesamt 3.663 Beratungen führten sie im ersten Halbjahr 2019 durch, 1.663 AK-Mitglieder kamen mit ihren arbeits- und sozialrechtlichen Problemen zu einem persönlichen Beratungsgespräch. 

Entlassung ohne stich­haltigem Grund

Ein bezeichnender Fall, wie manche Arbeitgeber mit ihren Mitarbeitern/-innen umgehen, war der einer Frau aus dem Bezirk: Viereinhalb Jahre lang hatte sie als Sekretärin bei einer Gmundner Firma gearbeitet. Dann wurde sie am 20. November 2018 mit Kündigungstermin am 31. März 2019 gekündigt. Doch kurze Zeit später sprach der Dienstgeber plötzlich ohne stichhaltigem Grund eine fristlose Entlassung aus und beendete das Arbeitsverhältnis am 3. Dezember 2018.  

Die Frau wandte sich an die AK Gmunden um Hilfe. Die AK-Rechtsexperten/-innen prüften den Fall und fanden keinen Grund, der eine Entlassung gerechtfertigt hätte. Offensichtlich wollte der Unternehmer einfach die Beendigungsansprüche für seine langjährige Mitarbeiterin nicht bezahlen. Die AK Gmunden intervenierte beim Arbeitgeber und forderte die Nachzahlung nicht bezahlter Ansprüche bis zum Tag der Entlassung sowie eine Kündigungsentschädigung für die Zeit bis zum regulären Kündigungstermin, insgesamt mehr als 7.000 Euro. 

Klage war leider not­wendig

Da der Arbeitgeber daraufhin nur die offenen rund 3.000 Euro für nicht bezahlte Arbeit vor der Entlassung überwies, aber weiterhin eine Kündigungsentschädigung und die Ausfertigung eines Arbeitszeugnisses verweigerte, brachte die AK gegen ihn eine Klage beim Arbeits- und Sozialgericht ein. Erst dort lenkte er ein, offenbar um eine drohende gerichtliche Verurteilung zu verhindern. In einem gerichtlichen Vergleich einigte er sich mit der Frau auf Nachzahlung einer Kündigungsentschädigung von mehr als 4.000 Euro und versprach ihr auch, ein Dienstzeugnis auszustellen. Das Engagement der Arbeiterkammer brachte der Frau also insgesamt mehr als 7.000 Euro. 

Pro Woche 8 neue Rechts­akte

In Summe hat die AK Gmunden im ersten Halbjahr 2019 92 arbeitsrechtliche Vertretungen übernommen, um geprellten Beschäftigten zu ihrem Recht zu verhelfen. In sozialrechtlichen Angelegenheiten musste die AK Gmunden sogar 105 neue Rechtsakte anlegen. In den meisten dieser Fälle geht es um Pensionsansprüche und Pflegegeld. Auch hier vertritt die Arbeiterkammer, wenn nötig, ihre Mitglieder, zu pflegende Angehörige und Pensionisten kostenlos vor Gericht.

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