25.07.2019

Mehr als 900 Euro Ent­gelt­fort­zahl­ung be­wusst vor­ent­hal­ten - AK Frei­stadt erstritt im ersten Halb­jahr fast 670.000 Euro

„Immer wieder erhalten Beschäftigte nicht das, was ihnen für die geleistete Arbeit rechtlich zusteht. In sehr vielen Fällen verhilft ihnen erst die Arbeiterkammer zu ihrem Geld“, sagt Bezirksstellenleiter Klaus Riegler zur Halbjahresbilanz der AK Freistadt. Exakt 93.039 Euro hat sie im ersten Halbjahr 2019 für Mitglieder im Bezirk erkämpft, denen von ihren Arbeitgebern Geld vorenthalten worden war. Dazu kamen noch 574.744 Euro an sozialrechtlichen Ansprüchen. Ein typischer Arbeitsrechtsfall war der einer Frau, die im Krankenstand gekündigt wurde und der vom Chef die Entgeltfortzahlung von fast 1.000 Euro verweigert wurde. 

Unter­nehmer woll­te sich Geld spar­en

Die Rechtsberater/-innen der AK-Bezirksstelle Freistadt haben alle Hände voll zu tun. 1.653 AK-Mitglieder suchten im ersten Halbjahr 2019 bei ihnen telefonisch Rat, 698 kamen zu einem persönlichen Beratungsgespräch mit ihren arbeits- und sozialrechtlichen Problemen.

Ein bezeichnender Fall für den Umgang mancher Arbeitgeber mit ihren Mitarbeitern/-innen war der einer Arbeiternehmerin aus dem Bezirk. Die Frau musste nach einem halben Jahr Beschäftigung in den Krankenstand gehen. Noch während des Krankenstandes wurde sie gekündigt. Dagegen konnte die Arbeiterkammer nicht vorgehen, weil es in Österreich noch immer keinen Kündigungsschutz im Krankenstand gibt. Aber die AK konnte der Frau zumindest finanziell helfen, weil sich das Unternehmen nicht an die geltende Gesetzeslage hielt. 

Die Arbeitnehmerin bekam nämlich nur bis zum Tag der Kündigung bezahlt. Bei einem Krankenstand gilt aber prinzipiell eine sechswöchige Entgeltfortzahlungpflicht für den Arbeitgeber (bei längerer Arbeitsdauer der Mitarbeiterin/des Mitarbeiters sogar länger) - auch dann, wenn das Arbeitsverhältnisses in diesem Zeitraum beendet wird. 

Die Arbeiterkammer machte den Arbeitgeber darauf aufmerksam, dass er nicht voll bezahlt hat - der reagierte aber nicht. Erst nach der Androhung einer Klage überwies er den ausstehenden Betrag von mehr als 900 Euro.

Klage ist oft der ein­zige Weg

Nicht immer wirken außergerichtliche Interventionen wie in diesem Fall. 16 Mal musste die AK Freistadt im ersten Halbjahr 2019 Klagen gegen Arbeitgeber einreichen, um den betroffenen Beschäftigten zum zustehenden Geld zu verhelfen. 32 Mal klagte die AK sozialrechtliche Ansprüche, wie Pensionszahlungen oder Pflegegeld erfolgreich ein.     

"Immer wieder er­hal­ten Be­schäftig­te nicht das, was ihnen für die ge­leist­ete Ar­beit recht­lich zu­steht. In sehr vie­len Fällen ver­hilft ihnen erst die Ar­beiter­kammer zu ihr­em Geld!"   

Klaus Riegler 

AK-Bezirksstellenleiter

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"Immer wieder er­hal­ten Be­schäftig­te nicht das, was ihnen für die ge­leist­ete Ar­beit recht­lich zu­steht. In sehr vie­len Fällen ver­hilft ihnen erst die Ar­beiter­kammer zu ihr­em Geld!"   

Klaus Riegler 

AK-Bezirksstellenleiter

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