Fröhliche Kinder © contrastwerkstatt, stock.adobe.com
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18.12.2019

Neuer AK-Kinder­betreuungsatlas: Wartberg ob der Aist ist einzige 1A-Gemeinde im Bezirk Freistadt

Der AK-Kinder­betreuungs­atlas schafft jährlich einen umfassenden Überblick über das Kinderbetreuungsangebot in Oberösterreichs Gemeinden. Heuer wurden erstmals Unter-Dreijährige, Drei- bis Sechsjährige und Volksschul­kinder gesondert betrachtet und diverse Zusatzangebote (Gesunde Jause, Naturerleben-Projekte, Integration usw.) berücksichtigt. Fazit: Die Kinderbetreuung im Bezirk Freistadt ist mehr als ausbaufähig. Als einzige der 27 Bezirksgemeinden darf sich Wartberg ob der Aist über alle Altersgruppen hinweg 1A-Gemeinde nennen. Schwächen gibt es bezirksweit in allen Altersgruppen.

Kinder­betreuungsatlas schaut genau hin

Anlässlich der 20. Auflage des Kinder­betreuungsatlas untersuchten die AK-Experten/-innen das Angebot in Oberösterreich noch genauer als bisher. Konkret werteten die Datensammler/-innen in jeder ober­österreichischen Gemeinde pro Altersgruppe 4 Kriterien aus: die Öffnungszeiten, das Mittagessen-Angebot sowie die Schließzeiten im Sommer und im Arbeitsjahr – wobei die Öffnungszeiten differenziert wurden (Unter-Dreijährige mindestens 6 Stunden/Tag, Drei- bis Sechsjährige mindestens 8 Stunden/Tag und Volksschul­kinder mindestens 4 Stunden/Tag – jeweils Montag bis Donnerstag). Gemeinden, die zudem die Kriterien des Vereinbarkeits­indikators für Beruf und Familie erfüllten, konnten bei den Unter-Dreijährigen sowie bei den Drei- bis Sechsjährigen zusätzlich eine 1A-Bewertung erreichen.

Jede Gemeinde benotet

Die Beantwortung aller Kriterien (Öffnungszeit, Mittagessen, Sommer­betreuung und Schließzeiten) ergab für jede Gemeinde 1 von 5 möglichen Gesamt-Kategorien (von A bis E).

  • Gemeinden, die 11 oder alle 12 Kriterien erfüllen, sind sogar 1A-Gemeinden
  • für 9 - 10 erfüllte Kriterien gibt es ein „A“. Kommunen
  • mit 7 - 8 positiven Kriterien erhalten ein „B"
  • 5 - 6 ergeben ein „C“
  • Gemeinden die 3 - 4 Kriterien schafften, bekommen ein „D“
  • Weniger als 3 bedeuten ein „E“
  • Zusätzlich gibt es ein „+“, falls Gemeinden auch Sonderprojekte wie gesundes Mittagessen, Integration, Naturerleben und so weiter durchführen.

Beurteilung nach Altersgruppen

Durch die nach Altersgruppen aufgegliederte Beurteilung und breitere Darstellung ist die „Gesamt-Kategorie“ für die jeweilige Gemeinde nicht 1:1 mit denen aus den Vorjahren vergleichbar. Die Logik des bisherigen Bewertungssystems blieb allerdings beibehalten. Die aktuellen Ergebnisse und auch jene der Vorjahre kann man in der Online-Version des Kinder­betreuungs­atlasses einsehen. Diese wurde ebenfalls überarbeitet, präsentiert viel umfassender die kommunalen Angebote und ist unter kba.arbeiterkammer.at auch smartphone-tauglich abrufbar.

Kinder­betreuung in Freistadt am schlechtesten

Immerhin 8 der 27 Bezirksgemeinden (29,6 Prozent) dürfen sich über eine „A“-Bewertung freuen: Freistadt, Grünbach, Hagenberg i. M., Kefermarkt, Neumarkt i. M., Pregarten, Rainbach i. M. und Unterweitersdorf. Der Anteil der A-Gemeinden liegt damit klar über dem des gesamten Bundeslandes (23,7 Prozent). Im Mühlviertler Bezirk erreichte nur Wartberg ob der Aist die „1A“-Kategorie. Die Gemeinde bietet als einzige im Bezirk über alle Altersgruppen hinweg eine Kinderbetreuung an, die es Eltern und Alleinerziehenden ermöglicht, einer Vollzeit-Arbeit nachzugehen. 5 Gemeinden erhielten ein „B“, 2 wurden in die C-Kategorie eingestuft. In der niedrigsten Kategorie „E“ finden sich Kaltenberg, Liebenau, Pierbach und Weitersfelden. 40,7 Prozent der Freistädter Gemeinden finden sich in den beiden untersten Kategorien „D“ und „E“ wieder. So schlecht schneidet kein anderer Bezirk ab.

Lichtblicke beim Angebot für Unter-Dreijährige

Aufgeschlüsselt nach den einzelnen Alterskategorien zeigt sich, dass es besonders Eltern mit ganz jungen Kindern nicht in allen Gemeinden leicht haben, Kinderbetreuung und Beruf zu vereinbaren. Bei den Unter-Dreijährigen erreichen immerhin Hagenberg i. M., Unterweitersdorf und Wartberg o. d. A. die beste Kategorie „1A“. 5 Gemeinden wurden mit „B“ eingestuft. 13 Gemeinden erfüllten die Kriterien für Kategorien „C“ oder „D“. In der Altersgruppe der Unter-Dreijährigen gibt es 5 E-Gemeinden, wobei Kaltenberg überhaupt keine institutionelle Betreuung für Unter-Dreijährige anbietet.

Sehr unter­schiedliches Angebot für Drei- bis Sechsjährige

Immerhin 3 von 27 Gemeinden (Hagenberg i. M., Pregarten und Wartberg o. d. A.) erreichten die 1A-Kategorie und bieten somit Eltern ein optimales Angebot. Mit Rainbach i. M. und Tragwein schaffen nur 2 Gemeinden die A-Kategorie. Die Liste jener Bezirke mit den prozentuell meisten E-Gemeinden in der Altersgruppe der Drei-bis Sechsjährigen führt der Bezirk Freistadt mit 5 Gemeinden (Kaltenberg, Liebenau, Pierbach, Unterweißenbach und Weitersfelden) an (18,5 Prozent).

Keine optimale Betreuung für Volksschul­kinder

Bei den Volksschulkindern gibt es im Bezirk Freistadt einigen Nachholbedarf. Keine einzige Gemeinde erreichte die Kategorie „A“. Das ist oberösterreichweit sonst nur noch im Bezirk Schärding der Fall. 14 Kommunen schafften immerhin die Kriterien für ein „B“. 3 Gemeinden (Kaltenbach, Pierbach, Weitersfelden) erhielten nur ein „E“, wobei Kaltenbach überhaupt kein institutionelles Betreuungsangebot am Nachmittag für Volksschulkinder anbietet.

Alle Details zu den Ergebnissen gibt es auch unter kba.arbeiterkammer.at

Die Kinderbetreuung im Bezirk Freistadt ist mehr als ausbaufähig.

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