05.07.2018

Im Einsatz für die Eferdinger

Beratung und Vertretung in arbeits- und sozialrechtlichen Angelegenheiten sind das Kerngeschäft der Arbeiterkammer Eferding. Im ersten Halbjahr wandten sich 2.616 Beschäftigte mit arbeits- und sozialrechtlichen Fragen an die AK im Bezirk.

Durch außergerichtliche Interventionen und auf dem Gerichtsweg hat die AK Eferding in den ersten 6 Monaten des Jahres 488.892,19 Euro an vorenthaltenem Entgelt eingebracht. In der

Beratung zu arbeitsrechtlichen Themen geht es hauptsächlich um offene Löhne und Gehälter, aber auch um Einstufungen, Sonderzahlungen, Überstunden und Abfertigungen.

Dauerthema Kündigung

Vielfach wenden sich die AK-Mitglieder an die AK-Rechtsexperten/-innen, wenn das Arbeitsverhältnis bereits beendet oder das Ende absehbar ist - also nachdem sie gekündigt wurden oder wenn sie aus eigenen Stücken die Firma verlassen wollen.

Aus Angst um den Arbeitsplatz wollen viele im aufrechten Arbeitsverhältnis nicht nicht gegen ihre Firma vorgehen - auch wenn sie wissen, dass ihre Löhne nicht korrekt bezahlt werden oder ihnen auf anderem Weg Unrecht geschieht.

Das Thema Kündigung sorgt bei den Beschäftigten stets für Verunsicherung. Grundsätzlich müssen Firmen keinen Grund nennen, warum sie eine Kündigung aussprechen. In einigen Fällen ist es aber keineswegs so, dass der oder die Betroffene diese Kündigung dann auch tatenlos hinnehmen muss. Denn neben rechtswidrigen Kündigungen, zum Beispiel in der Schwangerschaft, gibt es auch sogenannte sozialwidrige Kündigungen. Und diese können die Arbeitnehmer/-innen vor Gericht anfechten.

Sozialwidrige Kündigung - was ist das?

Sozialwidrig ist eine Kündigung, wenn sie wesentliche Interessen der/des Beschäftigten beeinträchtigt (insbesondere in Zusammenhang mit zu erwartender langer Arbeitslosigkeit, empfindlichen Einkommenseinbußen, Unterhaltspflichten, hohen monatlichen Fixkosten). Kann der Arbeitgeber beweisen, dass die Kündigung betriebsbedingt (etwa aus wirtschaftlichen Gründen oder bei Wegfall des Arbeitsplatzes durch Umstrukturierung) oder personenbedingt (beispielsweise bei Verfehlungen der Arbeitnehmerin/des Arbeitnehmers, etwa, wenn sie/er sozial unverträglich ist) erfolgte, hat eine Interessenabwägung vor Gericht stattzufinden.

Sozialwidrige Kündigungen sind zwar vorerst wirksam, aber bei Gericht anfechtbar. Laut Gesetz hat der Arbeitgeber eine sogenannte soziale Gestaltungspflicht: Er muss die sozialen Umstände der/des Beschäftigten berücksichtigen, wenn er sie/ihn kündigt. Im Rahmen seiner Möglichkeiten müsste er bei Vorliegen bestimmter sozialer Gründe versuchen, die Arbeitnehmerin/den Arbeitnehmer an einem anderen Arbeitsplatz unterzubringen.

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