13.7.2015

Jugendnetzwerktagung Innviertel zeigt auf: Chancengleicher Bildungszugang ist die Voraussetzung für beruflichen Erfolg

Die Zukunft unserer Kinder und Jugendlichen hängt davon ab, wie sehr unser Bildungssystem in der Lage ist, Talente zu fördern, Schwächen auszugleichen, individuell auf jedes Kind einzugehen und soziale Ungleichheiten zu kompensieren. Das Bildungsniveau wird in Österreich in hohem Maß vererbt. Diese Situation wurde von 70 Besuchern/-innen bei der Jugendnetzwerktagung Innviertel in der Therme Geinberg diskutiert.

Nicht nur Noten zählen

Je höher die Schulbildung der Eltern, umso wahrscheinlicher ist auch ein hoher Bildungsab-schluss des Kindes. Ob ein Kind in ein Gymnasium oder eine Pflichtschule kommt, hängt nicht nur von Kompetenzen oder Noten ab, sondern zu einem großen Teil vom Bildungsniveau und Einkommen der Eltern, von der Herkunft, vom Wohnort und vom regionalen Schulangebot. Zudem ist die Aufspaltung der  10- bis 14-Jährigen in Gymnasium und Pflichtschule nicht sinnvoll, weil sie relativ wenig Spitzenleistungen und viele Leistungsschwächen mit sich bringt.

Diese Tendenzen zeigte auch Univ.Prof. Dr. Roman Langer von der Linzer Kepler Uni bei der Innviertler Jugendnetzwerktagung in der Therme Geinberg auf. „Die Schule kann Ungleichheit nicht beseitigen, aber ohne Schule gäbe es noch mehr Ungleichheit“, erklärte Langer.

40000 Jugendliche in OÖ jährlich ohne Ausbildung

Knapp 4000 Jugendliche zwischen 15 und 20 Jahren fallen in Oberösterreich jährlich ohne Abschluss aus dem Ausbildungssystem: Zum Teil verlassen sie das Bildungssystem nach Erfüllung der Schulpflicht, zum Teil beginnen sie eine weiterführende Schule oder Lehre, die sie im Verlauf der Ausbildung abbrechen. „Wer heute die Schule oder Lehre abbricht, ist mit hoher Wahrscheinlichkeit morgen arbeitslos“, erklärt AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer. Er fordert den Ausbau der Elementarbildung und die Einführung einer qualitätsvollen, ganztägigen gemeinsamen Schule für alle 6- bis 15-Jährigen.

„Wir brauchen ein Bildungssystem, das unsere Kinder fördert, unterstützt und ihnen Perspek-tiven gibt. Davon profitieren nicht nur die Kinder selbst, sondern wir alle“, erklärt Kalliauer. Er fordert eine umfassende Schulreform, die nicht mehr früh selektiert, Ungleichheit abbaut und mehr Chancengerechtigkeit für alle garantiert.

Jugendcoaches

Das vom Sozialministeriumservice angebotene „Jugendcoaching“ am Übergang von der Schule in die Arbeitswelt verfolgt diese Chancengerechtigkeit in Form einer fundierten persönlichen Zukunftsplanung und einer individuellen Ausbildungs- und Bildungsbegleitung.

„Unsere Jugendcoaches klären die Berufs- und Ausbildungswünsche der Jugendlichen, un-terstützen bei der Umsetzung, versuchen Bildungs- und Ausbildungsabbrüche zu verhindern und motivieren zu erneuten Ausbildungsschritten, falls der erste Versuch nicht geklappt hat“, erklärt Dr.in Christa Aistleitner, Landesstellenleiterin des Sozialministeriumservice, das diese Dienstleistung finanziert. „Alle Bemühungen haben das Ziel, die Ausbildungschancen zu er-höhen, um eine nachhaltige berufliche Integration zu ermöglichen“, so Christa Aistleitner.

Fotos © AK Oberösterreich

Univ.-Prof. Dr. Roman Langer © AKOÖ, -

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Univ.-Prof. Dr. Roman Langer berichtete über typische Erfahrungen bildungsferner Jugendli-cher aus sozialwissenschaftlicher Sicht.

Seher Sanduvac, Wolfgang Schwarz, Jasmin Sarmini © AKOÖ, -

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Seher Sanduvac (Jugendnetzwerk Innviertel), Wolfgang Schwarz (AK-Bezirksstellenleiter Schärding) und Jasmin Sarmini (Büro für Projekt- und Regionalentwicklung in der AK Oberösterreich).

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