04.09.2019

Zucker­gehalt von Soft­drinks in Österreich zu hoch

Fanta, Sprite und Tonic Water von Schweppes scheinen europaweit gleich zu schmecken, allerdings unterscheidet sich der Zuckergehalt dieser Softdrinks zum Teil erheblich. Die Konsumentenschützer/-innen der Arbeiterkammer Oberösterreich haben Zuckerangaben und Inhaltsstoffe der beliebtesten Softdrinks in Großbritannien, Norwegen, Belgien und Österreich verglichen. Ergebnis: Fanta in Österreich enthält mehr als doppelt soviel Zucker wie Fanta in Großbritannien.

13 Würfel­zucker in halbem Liter

Eine 0,5-Liter-Flasche Fanta enthält in Österreich 51,5 Gramm Zucker. Das ist bereits etwas mehr, als laut Weltgesundheitsorganisation täglich an Zucker konsumiert werden sollte. Ein halber Liter britisches Fanta enthält hingegen gerade mal 23 Gramm Zucker.

Fanta im Ländervergleich © -, Arbeiterkammer Oberösterreich
Fanta im Ländervergleich © -, Arbeiterkammer Oberösterreich



Ähnlich bei Schweppes Indian Tonic Water: Die britische Variante enthält 45 Prozent weniger Zucker als die österreichische.

Von Sprite ist in Österreich eine kalorienarme Variante auf dem Markt, weshalb österreichisches Sprite mit 9,5 Gramm pro 0,5 Liter am wenigsten Zucker enthält. In Großbritannien sind in einer 0,5-Liter-Flasche 16,5 Gramm, in Norwegen mit 50,5 Gramm am meisten enthalten.

   

Cola überall mit gleich viel Zucker

Klassische Cola-Getränke unterscheiden sich nicht im Zuckergehalt. Coca-Cola Classic enthält in den 4 Vergleichsländern gleich viel Zucker: 53 Gramm je 0,5 Liter. Das gilt auch für klassische Pepsi Cola mit im Schnitt 54,5 Gramm. Die Anbieter haben die Zuckermengen nicht angepasst. Coca-Cola überlässt die Wahl offensichtlich Konsumenten/-innen und bietet stattdessen zuckerreduzierte Alternativen zum Original-Coke an.

Zucker­steuer wirkt

Seit April 2018 gibt es in Großbritannien eine Zuckersteuer für Softdrinks. Je nach Zuckergehalt beträgt diese zwischen umgerechnet rund 21 und 27 Eurocent. Diese Steuer hat offenbar Getränkehersteller dazu veranlasst, ihre Rezepturen zu ändern und den Zuckergehalt deutlich zu senken.

Auch in Belgien und Norwegen gibt es Steuer auf zuckerhaltige Getränke. In Belgien beträgt die Steuer jedoch nur einige Cents. Der erhoffte Lenkungseffekt blieb vermutlich deshalb in Belgien bisher aus.  In Norwegen wurde die Steuer auf zuckerhaltige Lebensmittel 2018 um bis zu 83 Prozent erhöht. Seitdem ist der Absatz von zuckerhaltigen Getränken um 11 Prozent gesunken.

Weniger Zucker bedeutet mehr Süßstoff

Die Erhebung des AK-Konsumentenschutzes zeigt auch, dass alle zuckerreduzierte Getränke deutlich mehr künstliche Süßstoffe enthielten beziehungsweise Zucker durch diese ersetzt wurde.

Um den Süßgeschmack der Getränke trotz Zuckerreduktion möglichst beizubehalten, kommen Süßstoffe wie etwa Acesulfam-K, Aspartam, Natriumsaccharin, Sucralose oder Neohesperidin zum Einsatz. Bei moderaten Konsum wurden diese bisher als sicher bewertet. Es gibt aber auch Hinweise, dass beim Erhitzen von Lebensmitteln mit einzelnen dieser Süßstoffe gesundheitsschädliche Verbindungen entstehen können.

Hinweis

Langfristiges Ziel sollte eine schrittweise Reduktion des Zuckergehaltes sein und nicht ein Ersatz durch Süßstoff. Nur dadurch kann eine Geschmacks­anpassung der Konsumenten/-innen und ein dauerhaft gesünderes Trinkverhalten gewährleistet werden. 

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