08.03.2021

Gemüsebreie für Babys im Test: Zuviel Furan in allen Fertig­breien!

Nach 4 bis 7 Monaten ist es für Babys Zeit für die erste Beikost und auch Gemüsebreie stehen auf dem Speise­plan. Sie liefern sättigende Ballaststoffe, viele Vitamine und Mineralstoffe. In den praktischen Fertigbreien steckt aber nicht nur gesundes Gemüse. Ökotest hat 20 Gemüsebreie im Labor untersuchen lassen und herausgefunden, dass alle Produkte Furan enthalten, das sich bei der ind­ustriellen Breiherstellung bildet. Die Mengen sind klein und der Stoff ist auch nicht akut gefährlich, dennoch sollte sich die Industrie bemühen, den Stoff in den Gläschen weiter zu minimieren.

Testergebnis: Gemüsebreie für Babys (2,5 MB)

Furan - ein Fertigbrei-Problem

Furan bildet sich beim Erhitzen von Lebens­mitteln in geschlossenen Behältnissen wie eben bei der Sterilisation von Babygläschen. Es lässt sich in Fertigbreien daher nicht komplett vermeiden, aber die Hersteller sollten sich um ein Minimum bemühen.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stuft Furan als möglicherweise krebserregend ein und laut Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) können derzeit langfristige Schäden nicht ausgeschlossen werden. Grenz­werte oder sichere tolerierbare Aufnahme­mengen für den Stoff haben die Behörden bisher nicht festlegen können. Je weniger Furan aufgenommen wird, desto größer ist jedenfalls der Abstand zu kritischen Aufnahmewerten und desto wahrscheinlicher sind Produkte unbedenklich für Säuglinge.

Kurz gesagt: Je weniger Furan, desto besser!

Kein „sehr gut“ und nur zweimal „gut“

  • Da in allen getesteten Gemüsebreien Furan als leicht erhöht oder erhöht eingestuft wurde, erhielt kein einziges Produkt im Test die Note „sehr gut“.
  • Die Testsieger mit der Note „gut“ sind 2 Breie von Alnatura: Gemüse mit Süßkartoffeln und Pastinaken mit Zucchini und Blumen­kohl um 89 Cent pro Glas (190 Gramm).
  • 3 Babybreie wurden wegen ihrer Nitratgehalte abgewertet. Aus dem natürlicherweise in Gemüse enthaltenen Nitrat kann sich Nitrit bilden, das die Sauerstoffbindung des Blutes beeinträchtigen kann. Die kritisierten Gehalte liegen zwar unterhalb des strengen gesetzlichen Höchstgehalts, dennoch gilt auch hier: Weniger ist besser.
  • 1 Babybrei ist zudem mit Cadmium belastet. Das giftige Schwermetall kann auf Dauer die Nieren schädigen. Die enthaltene Menge ist zwar nicht akut giftig und nicht hochgefährlich, aber die Be­lastungen sind nennenswert und reichen bei regelmäßiger Aufnahme an offiziell festgelegte Toleranzmengen heran.

TIPPS

Damit sich möglichst viel Furan verflüchtigt, erwärmen Sie die Gemüse­breie am besten mit geöffnetem Deckel und rühren Sie mehrfach um!
 
Wärmen Sie Gemüsebreie nicht wieder auf und halten Sie sie auch nicht längere Zeit warm. Es können sich sonst Keime vermehren oder der Problemstoff Nitrit bilden! 

HINWEIS

In Kooperation mit ÖKO-TEST bietet der Konsumentenschutz der Arbeiter­kammer OÖ jeden Monat einen neuen, aktuellen Test zum Download an.

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