14.08.2018

Wegwerfgeschirr ohne Plastik

Bis 2030 sollen alle Kunststoffverpackungen auf dem EU-Markt recyclingfähig und der Verbrauch von Einwegkunststoffen reduziert sein - so das ambitionierten Ziel der EU-Plastikstrategie. Nicht zuletzt deshalb liegt plastikfreies Einweggeschirr im Trend, vor allem zur Grillsaison.

Testergebnis zum Download (1,0 MB)

Doch wie gut sind diese vermeintlich „nachhaltigen“ Produkte aus Palmblättern, Zuckerrohr, Pappkarton und Bio-Kunststoff wirklich? Im Test wurden bei einzelnen Produkten Schadstoffe, Schimmel und sogar Pestizide festgestellt. 12 der getesteten 20 plastikfreien Teller und Becher wurde mit gut bewertet. Keines mit sehr gut.

Plastikfreies Einweggeschirr: großteils gut

Ökotest hat 20 Produkte im Labor auf Schadstoffe und sonstige Mängel prüfen lassen. Das Testergebnis zeigt, dass die Produkte insgesamt ganz gut abgeschnitten haben:

  • 12 der 20 Produkte sind mit gut bewertet worden.

  • Ein "Sehr gut" war nicht dabei. Leichte Mängel bei den Inhaltsstoffen oder der Auslobungen führten bei den guten Produkten zur Abwertung. 

  • 8 Produkte waren mittelmäßig bis mangelhaft. 

  • In den Einwegtellern von Orion wurde das Pestizid DDT festgestellt. In vielen Industrienationen ist dieses Insektizid seit den mehr als 40 Jahren verboten. In Indien wird DDT weiterhin zur Bekämpfung von Malaria eingesetzt. Unmittelbare gesundheitliche Gefahren für Konsumenten sind aufgrund des Laborfundes nicht zu erwarten.

  • Allerdings wurde in den gleichen Tellern und in den Bionatic Palmblatt Bärentällern auch ein starker Befall mit Schimmelpilzen festgestellt.

  • In 14 Produkten aus Palmblättern, Pappkarton oder Zuckerrohr wurden halogenorganische Verbindungen festgestellt - vermutlich Rückstände aus der Chlorbleiche.

  • 4 Produkte fielen durch einen strengen Geruch auf, der einem den Appetit verderben könnte.

Nachhaltig statt Plastik

Optisch ist das Einweggeschirr aus nachwachsenden Rohstoffen meist kaum von konventionellen Plastik zu unterscheiden. Vor allem Produkte aus dem Biokunststoff Polylactid sieht man das Ausgangsmaterial Zucker und Stärke aus Mais und Rüben nicht an. Auch aus der Rohfaser des ausgepressten Zuckerrohrs, auch Bagasse genannte, werden Teller, Schalen und Schüsseln gefertigt. Aufgrund des Zellstoffs, der bei der Zucker-Produktion übrigbleibt, werden diese besonders weiß. Teller aus Palmblätter oder Weizenkleie sind ebenfalls eine Alternative.

Mehrweggeschirr besser für Umwelt

Nur Mehrweggeschirr verringert tatsächlich die Müllmenge. Die Umweltbelastung durch Geschirr aus Biokunststoff ist mit PET-Kunststoff vergleichbar.

Auch als „biologisch abbaubar“ gekennzeichnetes Einweggeschirr aus Pappkarton oder Biokunststoff ist nur unter spezifischen Bedingungen - die nur in industriellen Kompostierbetrieben vorzufinden sind - kompostierbar.

Zudem wird plastikfreies Einweggeschirr - mit Ausnahme von Pappkarton - meist in China, Indien oder Thailand gefertigt. Inwiefern in diesen Herkunftsländern faire Produktionsbedingungen sichergestellt werden können, ist fragwürdig. 

Hinweis

In Kooperation mit ÖKO-TEST bietet der Konsumentenschutz der Arbeiterkammer OÖ jeden Monat einen neuen, aktuellen Test zum Download an.

Downloads

Kontakt

Kontakt

Konsumentenschutz
TEL: +43 50 6906 2
E-MAIL: konsumentenschutz@akooe.at

Hinweis

In Kooperation mit ÖKO-TEST bietet der Konsumentenschutz der Arbeiterkammer OÖ jeden Monat einen neuen, aktuellen Test zum Download an.

Das könnte Sie auch interessieren

Junge Frau verwendet Deospray © Dan Race, stock.adobe.com

Deos: Achtung Aluminium

ÖKO-Test hat die Inhaltsstoffe von Deos genauer unter die Lupe genommen. Viele davon enthalten Aluminiumsalze.

Frühjahrs-Check am Fahrrad © Yuri Arcurs, Fotolia.com

Zum Wegwerfen viel zu schade

Reparieren und Verschenken als Alternative zum Wegwerfen

  • © 2019 AK Oberösterreich | Volksgartenstrasse 40 4020 Linz, +43 50 6906 0

  • Datenschutz
  • Impressum