25.05.2021

AK-Brunnenwassertest zeigen Wirkung: Positive Entwicklung bei Nitrat-Werten 

Ein Fünftel aller Haushalte in Oberösterreich versorgen sich mittels eigenem Hausbrunnen mit Wasser. Als kostenloses Service bietet die Arbeiterkammer Oberösterreich seit mehr als 20 Jahren in ausgewählten Gemeinden Brunnenwassertests an. Immer wieder musste aufgrund der Ergebnisse dieser Tests auf die beunruhigend hohen Konzentrationen von Nitrat im Brunnenwasser hingewiesen werden. Auch die Ergebnisse des aktuellen Brunnenwassertest liefern ein unbefriedigendes Bild: 6,1 Prozent der Proben wiesen Nitrat-Werte über dem gesetzlichen Höchstwert auf. Bei einzelnen Proben wurde dieser um das Fünffache überschritten und in einzelnen Gemeinden liegt jede vierte Probe über dem gesetzlich erlaubten Nitrat-Höchstwert. Dennoch scheinen die Warnhinweise der Arbeiterkammer ernst genommen worden zu sein und der Negativtrend der vergangenen Jahre vorerst unterbrochen. Beim letzten AK-Wassertest überschritten noch 20 Prozent aller Wasserproben den Grenzwert.

Wassertest: Ergebnisse (0,1 MB)

Trinkwasser mit Nitrat belastet

Angeboten wurden die AK-Brunnenwassertests in erster Linie in Gemeinden mit intensiver landwirtschaftlicher Nutzung, denn die hohen Nitrat-Konzentrationen im Grundwas­ser werden vor allem durch landwirtschaftliche Intensivnutzung (Überdüngung) und Abwasserversickerungen verursacht. Insgesamt haben in diesem Jahr 863 Konsumentinnen und Konsumenten eine Brunnenwasserprobe abgegebenen, ein Drittel mehr als zuletzt. Davon wiesen immer noch 53 Proben Nitrat-Werte über dem zulässigen Höchstwert von 50 Milligramm pro Liter (mg/l) auf, 15 davon lagen sogar über 100 mg/l. Ein negativer Nitrat-Spitzenwert wurde mit 230 mg/l in Eferding gemessen, in jener Gemeinde, in der jede vierte Probe den gesetzlichen Höchstwert überschritten hat. Aber auch in der Gemeinde Luftenberg im Bezirk Perg lag jede sechste abgegebene Probe über dem Grenzwert. 

Nitrat im Trinkwasser: Gesundheitsgefahr

Aus gesundheitlicher Sicht sollte Wasser mit zu hohen Nitratwerten nicht getrunken werden. Besonders gefährdet sind allerdings Klein- und Kleinstkinder. Sehr hohe Nitratkonzentrationen können im Körper zu Nitrit umgewandelt werden und den Sauerstoffgehalt im Blut beeinträchtigen (Blausucht). Anders als bei bakteriel­ler Verunreinigung verbessert das Abkochen des Wassers nicht dessen Qualität. Im Gegenteil: Dadurch wird das Nitrat im Wasser nur noch stärker konzentriert.

Regelmäßig kontrollieren!

Während Wasserversorger die durch die Trinkwasserverordnung vorgegebenen Wasserwerte einhalten und laufend kontrollieren müssen, wissen nicht alle Brunnenwasser- Bezieher über den Zustand ihres Trinkwassers Bescheid. Der AK-Konsumentenschutz empfiehlt daher allen Hausbrunnen­besitzern regelmäßig Trinkwasseranalysen durchführen zu lassen. Auch bautechnische Prüfungen von Brunnen sind empfehlenswert.

AK fordert Grundwasserschutz

Nach wie vor ist in manchen oberösterreichischen Gemeinden das Grundwasser mit zu viel Nitrat belastet. Um die Ge­wässerverunreinigungen zu verringern und weiteren vorzubeugen, braucht es aktive Maßnahmen wie grundwasserschonende Anbaumethoden. 

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