15.07.2020

Veggie-Burger statt Fleisch-Burger: Öko­bilanz besser, aber nicht unbedingt gesünder!

Vegane Ernährung ist modern. Der Konsumentenschutz der Arbeiterkammer Oberösterreich hat die Vor- und Nachteile von 11 fleischlosen Burgern, verglichen mit einem klassischen Fleisch-Burger, untersucht. Das Ergebnis überrascht: Die fleischlosen Burger sind teurer, nicht gesünder, aber ihre Ökobilanz ist deutlich besser!

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Veggie-Burger im Vergleich mit Rindfleischburger

Was steckt im veganen Burger?

Grundzutat der meisten fleischfreien Burger ist, neben Wasser, meist eine Proteinkomponente (Erbsen-, Soja- oder Weizeneiweiß, Sojakonzentrat oder Erbsenproteinisolat). Einzelne Hersteller arbeiten mit weniger stark verarbeiteten Komponenten wie Linsen oder Champignons.

Je fleischähnlicher, umso mehr Verarbeitung

Je ähnlicher ein veganer Burger einem Fleisch-Burger sein soll, desto mehr muss verarbeitet werden. Auch die Zusatzstoffe werden mehr. Bei 9 Produkten wird mit Methylcellulose nachgeholfen, das erhöht den Zusammenhalt und macht die Konsistenz fleischähnlicher. Methylcellulose ist Hauptbestandteil vieler Tapetenkleister. In Bioprodukten ist der Einsatz nicht zulässig.

Aromen sorgen für Geschmack

Mehr als die Hälfte der pflanzlichen Burger enthält Aromen. Außerdem wird bei 3 Erzeugnissen dem fleischig-herzhaften Geschmack mit Hefe oder Hefeextrakt nachgeholfen, das von Natur aus Glutamat enthält. Um die gewünschte Farbe zu erhalten, wird bei einem Produkt der Farbstoff Beetenrot verwendet. Ansonsten kommen färbende Lebensmittel sowie Frucht- und Pflanzenkonzentrate zum Einsatz.

 

Fleischlos heißt nicht gesünder

  • Fleischfreie Burger unterscheiden sich in der Nährstoffzusammensetzung, wie Fettgehalt.
  • In 5 Produkten stecken gleich viel oder beträchtlich mehr gesättigte Fettsäuren als in einem Fleisch-Burger. Gesättigte Fettsäuren können das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall erhöhen.
  • 4 Veggie-Burger haben einen hohen Salzgehalt.
  • Vegane Burger sind nicht kalorienarm: Manche haben genauso viele oder mehr Kalorien.
  • Beim Eiweißgehalt können nicht alle mit Fleisch mithalten, allerdings zeichnen sich Veggie-Burger generell durch einen höheren Ballaststoffanteil aus.

Veggie-Burger: bessere Öko­bilanz

Wenn es um Klimaschutz geht, haben fleischfreie Burger-Patties die Nase vorn. Die Produktion eines 200 Gramm Rindfleischburgers verursacht rund 2,5 kg CO2. Zum Vergleich: 200 Gramm Bohnen oder Erbsen emittieren rund 0,16 kg CO2. Auch ist der Flächen- und Wasserverbrauch bei pflanzlichen Lebensmitteln um vieles geringer. Fleischersatz ist gentechnikfrei. Bei Fleisch aus konventioneller Landwirtschaft kann man nicht ausschließen, dass genetisch veränderte, importierte Sojabohnen an Tiere verfüttert werden.

Veggie-Burger sind teuer

Die meisten Veggie-Burger sind, schaut man auf die Zutaten, teuer. Im Schnitt kosten die Burger knapp 2 Euro pro 100 Gramm. Der teuerste Burger von Beyond Meat kostet sogar 2,64 Euro/100 g und damit mehr als das Doppelte als Fleischburger (1,24 Euro pro 100 Gramm).

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