05.06.2019

Vanille­eis aus der Packung – eine Luft­nummer?

Kein Eis ohne Luft. Durch das Aufschlagen der Eismasse ergibt sich ein cremiges Eis. Allerdings kommt es auf die richtige Mischung an. Denn manche Hersteller blasen ihr Eis regelrecht auf. Durch die Angabe des Grundpreises pro Liter wirkt eine Eispackung umso günstiger, je mehr Luft sie enthält. Im aktuellen Test der AK-Konsumentenschützer/-innen wurden bei Vanilleeis Lufteinschläge zwischen 43 und 130 Prozent festgestellt. Dies erschwert einen schnellen Preisvergleich für Konsumentinnen und Konsumenten. Die AK-Konsumentenschützer/-innen fordern daher eine Änderung der Grundpreis-Auszeichnung am Regal: Nicht nach Volumen, sondern nach Gewicht!

Testergebnis: Vanilleeis (0,3 MB)

Mehr Luft als Eis in konventionellen Produkten

Der Konsumentenschutz der AK Oberösterreich hat bei 12 im Lebensmittelhandel erhältlichen Vanilleeis-Packungen die Zutaten und Nährwerte laut Deklaration verglichen. Im Labor der Belan Ziviltechniker GmbH wurde der Lufteinschlag ermittelt.

  • Bei den 5 Biomarken im Test zeigten die Laboranalysen einen Lufteinschlag von 43 bis 69 Prozent. Den geringsten Lufteinschlag mit 43 Prozent fanden die Experten/-innen beim "Ein gutes Stück Heimat Bio-Eis Vanille" von Lidl.

  • Bei den 7 konventionellen Proben im Test ergaben die Laboranalysen einen Lufteinschlag von mehr als 100 Prozent. Trauriger Spitzenreiter ist die Vanille Ice Cream von Spar, deren Volumen um 130 Prozent durch Luft erhöht wurde.

  • Die umgerechneten Preise liegen bei den konventionellen Eissorten im Test zwischen 0,30 und 0,87 Euro pro 100 Gramm. Bio-Eis gibt es um 0,97 bis 1,33 Euro je 100 Gramm.

Tipp

Auf allen Eispackungen im Test befanden sich sowohl die Volumen- als auch Gewichtsangaben. Je mehr die beiden voneinander abweichen, umso mehr Luft steckt in der Packung!

Große Unterschiede zum Original

Klassisch wird Vanilleeis aus Obers, Milch, Zucker, Vanille und eventuell Ei hergestellt. Aber auf den Zutatenlisten finden sich neben diverser Milchbestandteile auch Verdickungsmittel wie Johannisbrotkernmehl, Guarkernmehl und/oder Carrageen. Bei den konventionellen Produkten kommen des weiteren noch Emulgatoren wie Mono- und Diglyceride von Speisefettsäuren und färbende Zutaten zum Einsatz. Beim Großteil wird beim Zucker durch Zugabe von billigerem Glucose- und/oder Glucose-Fructose-Sirup gespart. Im Vanilleeis von Mövenpick und Cremissimo steckt zusätzlich noch - im Vergleich zu Milchfett - billigeres Kokosfett. 

Woher kommt der Geschmack im Vanille­eis?

Beim Großteil der Eissorten im Test werden laut Zutatenverzeichnis gemahlene Vanilleschoten, Vanilleextrakt und/oder natürliches Vanillearoma als geschmackgebende Zutaten verwendet. Alternativ werden biotechnologisch oder synthetisch hergestellte Aromen verwendet. Knapp die Hälfte der getesteten Eissorten deklariert extrahierte gemahlene Vanilleschoten. Diese fallen bei der Herstellung von Vanilleextrakt an und haben kaum noch Aroma. Schwarze Pünktchen im Eis sind daher nicht unbedingt ein Qualitätsmerkmal.

Vanilleeis – Bewusst genießen!

Der zumeist hohe Energiegehalt von Eis ist auf den Zucker- und Fettanteil zurückzuführen.

Generell liegt der Fettgehalt einer 100-Gramm-Portion (etwa 2 kleine Kugeln Eis) im Test zwischen 3,9 und 12,6 Gramm. Beim Zuckergehalt kann man umgerechnet mit durchschnittlich 6,5 Stück Würfelzucker rechnen. Der Energiegehalt schwankt zwischen 167 und 223 Kalorien je Portion.

Erfreulicher Weise geben, bis auf eine Ausnahme, alle Hersteller die Nährwertangaben pro 100 Gramm an. Lediglich beim Riva Vanilleeis von Norma sind die Angaben auf das Volumen bezogen und erschweren somit auch hier den Vergleich für die Konsumenten/-innen. 

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