25.03.2022

AK-Brunnenwassertest: Jede 7. Probe über Nitrat-Grenzwert 

90.000 Oberösterreicher/-innen beziehen ihr Trinkwasser aus privaten Hausbrunnen. Beunruhigend sind deshalb die Ergebnisse des aktuellen AK-Brunnenwassertests: 13,7 Prozent der insgesamt 662 untersuchten Proben wiesen Nitrat-Werte über dem gesetzlichen Höchstwert von 50 mg/l auf.

In einzelnen Gemeinden im Bezirk Eferding und Perg liegt heuer sogar jede zweite Probe über dem erlaubten Grenzwert. Die Belastung des Grundwassers mit Nitrat stammt aus der Überdüngung durch die Landwirtschaft. Der Konsumentenschutz der Arbeiterkammer Oberösterreich fordert daher die Nachbesserung der bisherigen gesetzlichen Maßnahmen sowie eine verstärkte Förderung grundwasserschonender Anbaumethoden.

Wassertest: Ergebnisse (0,3 MB)

Trink­wasser mit Nitrat belastet

Die Nitrat-Tests wurden vom Konsumentenschutz der Arbeiterkammer Oberösterreich im März 2022 in Gemeinden mit intensiver landwirtschaftlicher Nutzung angeboten. 662 Konsument/-innen haben eine Wasserprobe abgegeben. Davon wiesen 91 Proben Nitrat-Werte über dem zulässigen Höchstwert von 50 Milligramm pro Liter (mg/l) auf. 8 davon lagen sogar über 100 mg/l. Ein negativer Nitrat-Spitzenwert wurde mit 194 mg/l in Hartkirchen (Eferding) gemessen. In der Gemeinde Luftenberg (Perg) waren 50 Prozent aller Hausbrunnenwasser über dem gesetzlichen Grenzwert, in Pupping (Eferding) 49 Prozent.

Gefährliche Be­lastung für Kinder

Es ist nicht ratsam, Wasser mit zu hohen Nitratwerten zu trinken. Insbesondere Kleinkinder und Babies sind bei Belastungen durch Nitrat gefährdet. Sehr hohe Nitratkonzentrationen werden im Körper zu Nitrit umgewandelt und beeinträchtigen den Sauerstoffgehalt im Blut (Blausucht). Anders als bei bakterieller Verunreinigung, bringt es nichts, das Wassers abzukochen. Im Gegenteil: Dadurch wird das Nitrat im Wasser nur noch stärker konzentriert.

 

TIPP

Während öffentliche Wasserversorger Leitungswasser laufend kontrollieren, wissen nicht alle Hausbrunnenbesitzer/-innen über den Zustand ihres Trinkwassers Bescheid. Der AK-Konsumentenschutz empfiehlt daher regelmäßige Trinkwasseranalysen von Hausbrunnen durchführen zu lassen.

Grundwasser besser schützen

Wie der aktuelle AK-Test zeigt, ist das lebenswichtige Grundwasser in weiten Teilen Oberösterreichs belastet. Die bisherigen gesetzlichen Schutzmaßnahmen, allen voran das nationale Nitrat-Aktionsprogramm, sind offensichtlich nicht ausreichend. Es braucht aktive Maßnahmen, um die Gewässerverunreinigungen zu verringern. Eine verstärkte Förderung grundwasserschonender Anbaumethoden in der Landwirtschaft würde Grundwasserverunreinigungen deutlich reduzieren.

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