13.04.2022

Toast­schinken im Test: Höherer Preis ist kein Garant für Qualität!

Die Arbeiter­kammer Oberösterreich ließ 10 verpackte Toastschinken im Labor auf Keime und chemische Parameter untersuchen. Ein Ergebnis: der Preis ist kein Maß für Qualität. Das zweitteuerste Produkt wurde mit „ausreichend“ beurteilt, einer der preisgünstigsten Toastschinken dagegen mit „sehr gut“!

Testergebnis: Toastschinken (0,2 MB)

Abgepackter Toast­schinken im AK-Test

Die AK-Konsumentenschützer ließen 9 Proben Toastschinken und 1 Toastblock am Ende ihres Mindesthaltbarkeitsdatums im Labor der österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) mikrobiologisch, sensorisch sowie chemisch-physikalisch untersuchen. Für die Untersuchung wurden ausschließlich konventionelle Produkte ausgewählt. Der Preis der Schinken lag zwischen 0,85 und 1,25 Euro pro hundert Gramm. Der Toastblock war mit 0,81 Euro pro hundert Gramm das günstigste Produkt im Test.

Geschmacklich gab es nichts zu beanstanden

Alle Produkte wurden bei der sensorischen Verkostung als "produkttypisch" und "unauffällig" beurteilt. Zudem wurden in keiner der 10 Proben Krankheitserreger wie etwa Salmonellen, Listerien, Staphylokokken oder Enterobakterien nachgewiesen.

Gesamtkeimzahlen und Milch­säurebakterien

Unterschiede zeigten sich aber in der Gesamtkeimzahl sowie beim Gehalt an Milchsäurebakterien. Diese lösen zwar keine Krankheiten aus, können den Schinken aber geschmacklich stark beeinträchtigen und im Extremfall auch ungenießbar machen. Aufgrund einer nachweislich hohen Anzahl dieser Keime bei 3 Proben im Test wurde deren mikrobiologischer Zu­stand lediglich für noch ausreichend befunden. 4 Proben schnitten mikrobiologisch sehr gut und 3 gut ab.

Zu viel Fremd­wasser

Wie viel Wasser in Schinken enthalten sein darf, ist im österreichischen Lebensmittelbuch mit einem Wasser- zu Eiweiß-Verhältnis von höchstens 4,0 (zuzüglich einer Toleranz von +0,2) festgelegt. Eine Überschreitung weist darauf hin, dass zu viel Wasser zugesetzt wurde. 7 Proben lagen innerhalb dieses vorgegebenen Rahmens. 2 Produkte lagen außerhalb der Toleranz. Der Toastblock im Test hatte einen erhöhten Wassergehalt auf der Verpackung deklariert. Er ist daher vom Codex ausgenommen.

Ein Blick auf das Etikett kann aufschlussreich sein

So macht es durchaus einen Unterschied, ob die Produktbezeichnung Toastblock oder Toastschinken lautet. In Österreich muss Toast­schinken aus bestimmten Edelteilen vom Schwein, genauer gesagt aus kleineren Stücken vom Schlögel hergestellt werden. Toastblock hingegen wird aus anderen Schweinefleischstücken zusammengesetzt und muss die im Lebensmittelbuch festgesetzten Vorgaben für die Bezeichnung "Schinken" nicht erfüllen.

Geschmacksgebende Zu­sätze sorgen für Kritik

Viele Hersteller peppen den Geschmack des Schinkens mit Aromen und Gewürzextrakten auf. In 2 Produkten ist der umstrittene Geschmacksverstärker Mononatriumglutamat enthalten. Wer Wert auf möglichst natürliche Produkte legt, sollte das Zutatenverzeichnis lesen.

Schinken nicht auf Vorrat kaufen

Toastschinken ist ein sensibles Produkt, welches gut gekühlt und nicht unbedingt bis zum Ende der Mindesthaltbarkeit gelagert werden sollte – auch wenn die Packung noch geschlossen ist. Schinken kann man problemlos einfrieren, dadurch verlängert sich die Haltbarkeit. Nach dem Öffnen ist ein rascher Verzehr ratsam.

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