07.11.2018

Supermarkt-Honig nicht gepanscht, doch Herkunft unklar

Die Österreicher/-innen lieben Honig: Mit einem Pro-Kopf-Verbrauch von 1,2 kg pro Jahr liegen wir beim Konsum an der europäischen Spitze. Mehr als die Hälfte des nationalen Honigbedarfs wird in Österreich produziert. Der Rest muss importiert werden. Dabei steigt die Sorge, dass mit Zuckersirup gestreckter Honig aus China sich auch in Österreichs Supermärkten wiederfindet. Der Konsumentenschutz der AK Oberösterreich hat deshalb 13 Honigmischungen von Eigen- und Handelsmarken im Labor untersucht. Das Ergebnis zeigt klar: Keine der Honigmischungen ist verfälscht. Allerdings ist aufgrund fehlender Herkunftsangaben unklar, woher der Honig stammt.

Die vom AK Konsumentenschutz getesteten Honigsorten © -, Arbeiterkammer Oberösterreich
Die vom AK Konsumentenschutz getesteten Honigsorten © -, Arbeiterkammer Oberösterreich

Kein gestreckter Honig gefunden

Mit modernsten Untersuchungsmethoden ließ der AK Konsumentenschutz insgesamt 10 konventionelle und 3 Bio-Honigmischungen in Supermärkten auf Verfälschungen überprüfen. Die günstigsten Mischungen (0,59 Euro/100 g) im Test stammten von den Eigenmarken „S-Budget“ und „Jeden Tag“ sowie der Lidl-Marke Marlene. Die teuerste (1,48 Euro/100 g) - eine Bio-Honigmischung - von der Honigmanufaktur Honigmayr. Geprüft wurden alle Honigmischungen, unter anderem auf honigfremde Enzym-Aktivitäten, fremde Oligosaccharide, den Nachweis des Farbstoffs E150 oder spezifischer Markersubstanzen.

Hinweis

Alle 13 getesteten Honigmischungen sind fälschungsfrei.


Glyphosat: Geringe Konzentration gefunden

In einer Probe wurde das umstrittene Pestizid Glyphosat nachgewiesen, in einer Konzentration von 29 Mikrogramm pro Kilogramm. Gesetzlich erlaubt sind 50 Mikrogramm pro Kilogramm. Der ermittelte Wert liegt damit deutlich unter dem gesetzlichen Grenzwert.

Honig-Herkunft unbekannt

Als einziger Hersteller gab die Eigenmarke „Jeden Tag“ auf ihrem Produkt an, dass die Honige ihrer Mischung aus den Ländern Chile, El Salvador, Moldawien, Rumänien, Thailand und Ungarn bezogen werden.

Alle anderen Hersteller beschränkten sich auf die Mindestanforderung der EU-Honigverordnung: Aus EU- und Nicht-EU-Landwirtschaft. Woher der Honig tatsächlich stammt beziehungsweise wie viel Prozent davon aus europäischer oder etwa chinesischer Landwirtschaft kommen, ist für Konsumenten/-innen völlig unklar.

Verpflichtende Kennzeichnung der Honig-Herkunft

Der AK-Konsumentenschutz fordert eine rasche Nachbesserung der EU-Honigverordnung. Für Konsumenten/-innen muss klar erkennbar sein, woher der Honig stammt, den sie kaufen. Mit diesem Appell unterstützt die AK die Forderungen des Europäischen Parlaments, das bereits im März diesen Jahres in Form einer Resolution ähnliche Maßnahmen von der Europäischen Kommission verlangte.


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