07.12.2022

Spielzeug: Zu laut für Kinderohren!

Fahrzeuge mit Motoren­geräuschen und bekannte Figuren aus dem Fernsehen, die zum Spielen animieren sollen, sind bei unseren Kindern beliebt. Für Eltern sind die Geräusche auf Dauer nervig und auch für die Kinder entpuppen sich lärmende Spielsachen als gefährliche Krachmacher.

Die AK-Konsumentenschützer haben 14 Spielsachen unter „Kinderzimmerbedingungen“ bei einem Abstand von einem halben Meter getestet: Bei 9 Produkten wurden über 80 Dezibel gemessen. Nur bei 4 Spielwaren konnte die Lautstärke leiser gedreht werden. Ein Spielzeug mit Touch Drums und begleitender Musik bringt es auf 89 Dezibel. Bei 88 Dezibel hört man die Müllabfuhr ertönen. Zum Vergleich: Ein Presslufthammer in einem Meter Entfernung hat etwa 100 Dezibel!

Testergebnis: lautes Spielzeug (2,4 MB)

Grenz­werte für Kinderspielzeug

Für Kinderspielzeug sind die Sicherheitsnormen sehr unterschiedlich und abhängig von der Art des Spielzeugs und der Dauer der Schallemission. Bei „ohrnahem“ Spielzeug, das nach jeder Aktivierung länger als 30 Sekunden Geräusche macht, darf der Grenzwert von 60 Dezibel nicht überschritten werden. Bei Tisch- oder Bodenspielzeug, das typischerweise zwischen 5 und 30 Sekunden laut ist, liegt der Grenzwert bei 85 Dezibel. Bei Spielzeug, das in der Hand gehalten wird, mit Geräuschen unter 5 Sekunden, sind 90 Dezibel das Maximum.

Spielzeug-Lärm: störend und gesundheits­schädlich

Die Laut­stärken der Spielsachen im Test werden von den AK-Konsumentenschützern kritisch gesehen. Was von Erwachsenen, die meist einen größeren Abstand zur Lärmquelle haben, als störend wahrgenommen wird, stellt grundsätzlich eine Belastung dar und es besteht die Gefahr, das Gehör der Kinder dauerhaft zu schädigen.

Experten/-innen gehen zwar davon aus, dass Belastungen unter 80 Dezibel keine bleibenden Schäden hinterlassen, jedoch gibt es dafür keine gesicherten wissenschaftlichen Erkenntnisse. Nicht nur die Intensität, sondern auch die Dauer der Lärmbelastung ist wesentlich.

Ohren auf beim Spielzeug­kauf!

Prüfen Sie beim Kauf von Spielsachen mit eigenen Ohren wie laut das Spielzeug ist. Hier kann auch eine App zum Messen des Schallpegels behilflich sein. Ein kurz angespielter Ton mag gerade noch erträglich erscheinen. Bedenken Sie aber, dass Ihr Kind dieses Spielzeug oft stundenlang benutzt. Empfinden Sie es als zu laut, sollten Sie den Krachmacher gar nicht kaufen!

Tipp: So werden Gehör­schäden vermieden

  • Nur wer gut hört, kann gut sprechen lernen. Daher ist es wichtig, Kinder vor starkem und anhaltendem Lärm zu schützen.
  • Überdenken Sie Ihre eigenen Gewohnheiten: Muss der Fernseher ständig im Hintergrund laufen?
  • Achten Sie darauf, dass Ihre Kinder nicht zu lange und zu laut Audiogeräte wie Smartphone und Player nutzen.
  • Gönnen Sie sich und Ihren Kindern Lärmpausen, zum Beispiel nach einer lauten Veranstaltung, damit sich die Gehörzellen erholen können. Seien Sie besonders vorsichtig bei Spielzeug­pistolen, Pfeifen oder Feuerwerkskörpern, da so kurze Geräusche gar nicht in der eigentlichen Lautstärke erfasst werden, aber nicht weniger gefährlich sind.

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