12.01.2022

„Rote Smoothies“ im AKOÖ-Vergleich

Gesund durchs neue Jahr – der perfekte Vorsatz. Smoothies mit einer Vielfalt an Obst und Gemüse scheinen da die perfekte Unter­stützung zu sein. Doch was können die Fruchtzubereitungen aus der Flasche wirklich? Ein Vergleich der Arbeiterkammer Oberösterreich von „roten Smoothies“ aus der Flasche zeigt große Unterschiede.

Was sind Smoothies?

Smoothies sind lebensmittelrechtlich nicht klar definiert. Im Allgemeinen versteht man darunter ein Mischgetränk aus Fruchtsaft und püriertem Obst und/oder Gemüse, das eine sämige Konsistenz aufweist. Für „Rote Smoothies“ beispielsweise werden oft rote Früchte wie Erdbeeren, Johannisbeeren oder Himbeeren verwendet. Aber auch die Kombination nicht roter Früchte mit Trauben- oder Rote Beete Saft können eine Rot­färbung ergeben.

Billig und Gut!

Die Arbeiterkammer Oberösterreich wollte wissen, welche Zutaten in den roten Fruchtzubereitungen aus dem Handel stecken und kaufte 20 Smoothies (darunter 3 Bio-Smoothies). Die Füllmenge der Fläschchen betrug zwischen 237 und 300 Milliliter. Bereits beim Preis zeigten sich mit 40 Cent bis 1,08 Euro pro 100 ml große Unterschiede. Der Preis sagt allerdings nichts über die Zusammensetzung der Smoothies aus.

Wie viel Fruchtpüree ist im Smoothie?

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) setzt für einen guten Smoothie einen Anteil von mindestens 50 Prozent an „ganzem” Obst oder Ge­müse als stückige Bestandteile oder Pürees voraus. Der qualitätsbestimmende Anteil an Frucht- und Gemüsepüree oder -mark der Smoothies im Test liegt zwischen 27,8 und 71 Prozent.

Zusätze unerwünscht

Smoothies sollten laut DGE keine Zusätze wie Zucker, Aromen, Lebensmittelzusatzstoffe oder isolierte Nährstoffe enthalten. Der Großteil der Smoothies im Test erfüllt diese Kriterien zur Gänze. 2 Produkte enthalten den Zusatzstoff Ascorbinsäure als Antioxidationsmittel. In einem Produkt findet sich Süßkartoffelextrakt, in einem weiteren Guaranaextrakt sowie zugesetzte Vitamine.

Extrem viel Zucker

Auch wenn kein Zucker zugesetzt ist, enthalten die Smoothies pro Flasche circa 23 bis 32,5 Gramm fruchteigenen Zucker. Nicht wenig, wenn man bedenkt, dass die WHO-Empfehlung für die Aufnahme von Zucker bei maximal 10 Prozent der Gesamt­energiezufuhr liegt. Das sind bei 2000 kcal maximal 50 Gramm Zucker pro Tag. Smoothies sollten daher, wenn überhaupt, nur gelegentlich eine Portion Obst oder Gemüse am Tag ersetzen.

Forderung nach einheit­lichen Regeln für Smoothies

Der Anteil an wertgebendem Püree oder Mark war bei neun Produkten im Test anhand der Zutatenliste nicht eindeutig bestimmbar. Laut der allgemeinen Lebensmittelinformations-Verordnung sind Prozentangaben nämlich nur für explizit beworbene Früchte verpflichtend. Für Smoothies selbst gibt es derzeit keinerlei gesetzliche Vorgaben. Die Arbeiterkammer Oberösterreich fordert daher eine rechtlich verbindliche Regelung für diese Produkte.

Smoothies besser frisch und selbst­gemacht

Bei Fertig-Smoothies gehen beim Pasteurisieren oftmals wichtige Nährstoffe wie hitzelabile Vitamine teilweise verloren. Außerdem werden Obst und Gemüse zumeist geschält, sodass es zu einem Verlust an wertvollen Ballaststoffen kommt. Daher unsere Empfehlung: Smoothies aus frischem, saisonalem Obst und Gemüse inklusive Schale selber machen. So bleiben alle wert­vollen Inhaltstoffe erhalten und man weiß genau was drin ist. 


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