08.06.2020

Selbstbräuner getestet: Nur 3 ohne be­denkliche Inhalts­stoffe!

Selbstbräuner versprechen gebräunte Haut ohne riskantes Sonnenbad. Doch auch der Sommerteint aus dem Kosmetikregal hat seine Tücken. ÖKOTEST hat daher 20 Selbstbräuner und Körperlotionen mit Selbstbräuner umfangreich getestet. 

Der Test fiel leider ebenso schlecht aus wie die Tests in der Vergangenheit. Gerade einmal 3 Selbstbräunungsmilchen schneiden mit „gut“ ab. Selbst Naturkosmetik, die sonst oft als Testsieger hervor geht, schneidet nur „mangelhaft“ oder gar „ungenügend“ ab. Das Hauptproblem ist das in Selbstbräunern eingesetzte Dihydroxyaceton, das Formaldehyd freisetzt.

Testergebnis: Selbstbräuner (1,4 MB)

Erfreulich: 9 Selbstb­räuner ohne Form­aldehyd

  • Das Problem ist den Herstellern seit langem bekannt: Der in Selbstbräunern am häufigsten eingesetzte Inhaltsstoff Dihydroxyaceton (DHA) sorgt zwar für die Bräune, ist aber chemisch recht instabil und zerfällt mit der Zeit. Dabei wird - unter Einwirkung von Wärme - nach und nach Formaldehyd freigesetzt. Formaldehyd gilt als hautreizend, in der Atemluft sogar als krebsverdächtig.

  • Der Einsatz von Formaldehyd selbst in Kosmetika ist seit Mai 2019 in der EU tabu. Nicht aber Inhaltstoffe, die wie DHA Formaldehyd abspalten können. Übersteigt die Konzentration dabei eine Menge von 0,05 Prozent am Kosmetikprodukt, müssen Hersteller den Hinweis „Enthält Formaldehyd“ auf die Verpackung drucken. Diesen Gehalt überschreitet zwar kein Produkt im Test, jedoch sollte ein krebsverdächtiger Stoff auch nicht in geringeren Mengen in Kosmetika zu finden sein.

  • Der Test zeigt, dass es bei Selbstbräunern auch ganz ohne geht: In 9 Produkten im Test wurde gar kein Formaldehyd nachgewiesen. 3 davon erhielten beim Testergebnis Inhaltsstoffe die Beurteilung „sehr gut“. Einer davon ist die Lavozon Pflegende Selbstbräunungsmilch von Müller Drogeriemarkt um 2,95 Euro für die Flasche mit 200 Milliliter.

TIPP

Bewahren Sie Selbstbräuner möglichst kühl auf und verbrauchen Sie ihn rasch. Andernfalls kann sich Formaldehyd bilden, auch vor Ende der Mindesthaltbarkeit!

Unerfreulich: Weitere kritische Subs­tanzen 

Die beauftragten Labore haben die Produkte außerdem auf allergisierende Duftstoffe, kritische Konservierer und Kunststoffverbindungen untersucht.

11 Mal wurden im Test PEG/PEG-Derivate gefunden, die die Haut durchlässiger für Fremdstoffe machen können. In Naturkosmetik sind sie tabu. Kritische Duftstoffe, die Allergien auslösen können oder möglicherweise die Fortpflanzung gefährden, wurde in 2 beziehungsweise 3 Produkten gefunden. In 3 Selbstbräunern steckt eine bedenklicher Konservierer und in einem Produkt wurde eine besonders kritische Silikonverbindung nachgewiesen. Außerdem kam es unter weiteren Mängeln zur Abwertung wegen umweltproblematischer synthetischer Polymere, die teilweise schwer abbaubar sind und deren langfristige Folgen weitgehend ungeklärt sind. 

Die 3 Testsieger er­hielten des­halb nur die Gesamt­note „gut“.

ACHTUNG: Kein UV-Schutz

Selbstbräuner schützen nicht vor Sonnenbrand. Die Tönung der Haut täuscht zwar darüber hinweg, aber unter der Farbschicht ist die Haut den UV-Strahlen ungeschützt ausgesetzt. Verwenden Sie daher zusätzlichen Sonnenschutz, wenn Sie sich in der Sonne aufhalten! 


Hinweis

In Kooperation mit ÖKO-TEST bietet der Konsumentenschutz der Arbeiterkammer Oberösterreich jeden Monat einen neuen, aktuellen Test zum Download an.

Downloads

Kontakt

Kontakt

Konsumentenschutz
TEL: +43 50 6906 2
E-MAIL: konsumentenschutz@akooe.at

Hinweis

In Kooperation mit ÖKO-TEST bietet der Konsumentenschutz der Arbeiterkammer Oberösterreich jeden Monat einen neuen, aktuellen Test zum Download an.
  • © 2020 AK Oberösterreich | Volksgartenstrasse 40 4020 Linz, +43 50 6906 0

  • Datenschutz
  • Impressum